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Schweiz Radioaktivität im Bielersee gemessen

Am Grund des Bielersees haben Geologen Spuren des radioaktiven Materials Cäsium 137 gefunden. Es soll aus dem Atomkraftwek Mühleberg stammen. Eine Gesundheitsgefährdung liege nicht vor, teilten Mühleberg-Betreiber BKW und das Bundesamt für Gesundheit mit.

Legende: Video Radioaktivität im Bielersee entdeckt abspielen. Laufzeit 1:42 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.07.2013.

Geologen der Universität Genf haben Cäsium 137 im Bielersee gefunden. Laut ihren Sedimentanalysen gelangten um das Jahr 2000 grössere Mengen des radioaktiven Stoffes in den See. Dies berichtet die «Sonntagszeitung».

Das Blatt hat darauf den Test im Bielersee wiederholen lassen – Cäsium war auch da klar nachweisbar.

Die Experten gehen davon aus, dass das Cäsium 137 aus dem Atomkraftwerk Mühleberg stammt. Von dort fliesst kontrolliert und in geringen Mengen radioaktives Wasser in die Aare und später in den Bielersee. Im Jahr 2000 sei jedoch mehr Cäsium abgeflossen als üblich, was man nun im Bielersee messen konnte.

Der damalige Stadtpräsident und heutige Ständerat Hans Stöckli (SP) ist «nicht begeistert, dass er erst über die Medien von dem Vorfall Kenntnis erhalten habe», sagte er gegenüber SRF.

BKW und BAG: Keine Gesundheitsgefährdung

Eine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung um den Bielersee bedeute die Radioaktivität nicht. Die Konzentration des radioaktiven Cäsiums sei nicht alarmierend. «Zu keinem Zeitpunkt würde bei einem derartigen Wert eine Gefährdung stattfinden», so Antonio Sommavilla vom Mühleberg-Betreiber zu SRF.

Nun gehe es aber darum, dass es in Zukunft keine solchen Vorfälle mehr gebe, sagte das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Das sieht auch Jürg Joss von der Gruppe «Fokus Anti-Atom» so. Was sich in Biel fand sei unerwartet und zeige, dass man eben doch ein Auge darauf haben muss.

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68 Kommentare

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  • Kommentar von R.Anderegg, Zürich
    Ein Verantwortlicher der Wasserwerke Biel hat gestern selber in der Tagesschau gesagt, dass das gemessene Cäsium 137 aus dem Seegrund tiefer liege als die natürliche Radioaktivität. Und für was haben wir eigentlich Grenzwerte für Cäsium, wo ständig Leute über Cäsium-Messwerte am meckern sind, die deutlich unter dem Grenzwert liegen? Unter dem Grenzwert ist nun mal unter dem Grenzwert. Für mich ist die Sache gegessen und ein weiterer plumper Aufmacher von vielen in der Saurengurkenzeit.
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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Die Problematik von radioaktiven Teilchen (Radionukliden) wie Cäsium137 ist nicht gleichzusetzen wie mit Röntgenstrahulung oder Strahlung aus dem All während des Fliegens. Radionuklide können über die Nahrungsmittelkette oder das Wasser in den Körper gelangen und dort, wo diese Teilchen sich einlagern (Knochen, Bindegewebe usw.) während eine erhebliche Zeit Schaden anrichten->grössere Folgeschäden u.a. nach Jahren (Krebs u.a.). Bleibt als Ursache unentdeckt.
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  • Kommentar von J. Nehru, Solothurn
    Würde man jedem Pro-KKW Text glauben, wäre die CH das einzige Land, das 100% Sicherheit -trotz der unmöglichkeit dieses Faktors- Garantieren kann. Nun, das heisst doch nur, das wir Angelogen werden und uns in höchster Gefahr befinden, oder tatsächlich noch Wunder geschehen.
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