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Patrick Mathys: «Noch nicht alle sind geimpft, die es gerne möchten»
Aus News-Clip vom 20.07.2021.
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Rasante Zunahme der Fallzahlen BAG rechnet mit 1000 Neuinfektionen pro Tag

  • Das Bundesamt für Gesundheit hat heute Mittag 707 neue Fälle gemeldet, die in den letzten Tagen positiv auf das Coronavirus getestet wurden.
  • Damit liegt der 7-Tage-Schnitt bei 541. Beim aktuellen Trend verdoppelt sich der 7-Tage-Schnitt der Neuinfektionen ca. alle 8 Tage.
  • Seit Anfang Juni verzeichnet das BAG nahezu eine Verdopplung der Neuinfektionen. Der Reproduktionswert liegt bei 1.44.

Die Corona-Fallzahlen nehmen derzeit rasant zu und dürften in den nächsten Tagen wieder auf über 1000 pro Tag klettern. Die Neuansteckungen verdoppeln sich somit aktuell jede Woche und die Reproduktionszahl ist auf 1.44 angestiegen, wie Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung im Bundesamt für Gesundheit (BAG), vor den Medien sagte.

Der Reproduktionwert gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter ansteckt. Die Inzidenz, die Ansteckungen in den vergangenen 14 Tagen pro 100'000 Einwohnern, stieg auf über 60, so Mathys.

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Patrick Mathys: «Die Delta-Variante ist in der Schweiz dominant»
Aus News-Clip vom 20.07.2021.
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Die derzeitige Lage bedürfe einer weiteren Beobachtung und einer «vorsichtigen» Vorgehensweise, sagte Mathys. Ob der wie ursprünglich für gegen Mitte August geplante nächste Öffnungsschritt weiter realistisch ist, dazu nahm Mathys nicht direkt Stellung. Bei einer allfälligen Verschärfung der Massnahmen könnte laut Mathys auch eine Erweiterung des Covid-19-Zertifikats etwa für den Zugang zu Restaurants oder Kinos in Betracht gezogen werden. Diskutiert werde auch die Frage, ob Tests als Option aus dem Zertifikat entfernt werden sollen. Diese zeigen Infektionen bekanntlich nicht immer an und seien ein Unsicherheitsfaktor. Aber: «Das sind letztlich politische Entscheide», stellt Mathys klar. Also Sache des Bundesrats, der immer eine Gesamtabwägung der Lage vornehme.

Keine Überlastung des Gesundheitssystems

Das aktuelle Infektionsgeschehen habe noch keine deutlich sichtbaren negativen Auswirkungen auf das Schweizer Gesundheitssystem. Gegenwärtig werden 145 Personen in einem Spital behandelt. Für die stark gestiegenen Ansteckungszahlen sind demnach hauptsächlich den Altersgruppen der 10- bis 19-Jährigen und noch mehr die 20- bis 29-Jährigen verantwortlich, die die niedrigste Impfrate aufwiesen. Die hochansteckende Delta-Variante macht unterdessen rund 75 Prozent aller Coronavirus-Fälle aus.

Das Ziel des Bundesrats sei es, das Gesundheitssystem vor Überlastung zu schützen. Zurzeit seien aber die Hospitalisierungen auf einem niedrigen Niveau, der 7-Tages-Schnitt sei bei 3 bis 4 Spitaleinweisungen, so Mathys weiter. Die Intensivstationen der Spitäler seien zu 70 Prozent ausgelastet, der Anteil der Covid-Patientinnen und -Patienten liege aber bei 3.8 Prozent der verfügbaren Betten.

Zunehmende Impfbereitschaft

Die Bereitschaft zu einer Corona-Impfung hat seit dem März zugenommen. Möglichst schnell wieder zu einem normalen Leben zurückzukehren und wieder reisen zu können, sind die Hauptgründe dafür, wie eine Umfrage der Forschungsstelle Sotomo und Demoscope ergab.

Wolle man noch mehr Menschen erreichen, um sie von einer Impfung zu überzeugen, müsse man ihnen die Nachteile des Nicht-Impfens deutlich machen. Das sei am wirksamsten, sagte Michael Herrmann, Politgeograf an der Universität Zürich und Leiter der Forschungsstelle Sotomo.

Das BAG will die Impfbereitschaft erhöhen. Dazu ist eine Anpassung der Kampagne geplant. Im Fokus stehen dabei vor allem Jugendliche.

Aber auch die Zahl der Impfskeptiker bleibe stabil, oder besser gesagt, der Corona-Skeptiker im Allgemeinen. Die Studie habe nämlich weiter gezeigt, dass die Ansichten vieler Skeptikerinnen und Skeptiker während der Monate der Pandemie zu einer Art Grundhaltung geworden seien. Jene, die sich nicht impfen wollen, zeigten also auch eher ein Verhalten, das nicht auf Pandemie-Eindämmung ausgerichtet sei. Sie lehnen Corona-Einschränkungen (wie eine Maskenpflicht) in grösserem Ausmass ab und vertrauten auch eher nicht den klassischen Informationskanälen, sprich den Behörden oder traditionellen Medien.

SRF 4 News 20.07.2021; 15 Uhr ;

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93 Kommentare

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  • Kommentar von Philipp M. Rittermann  (airmaster1)
    keine überraschung. vielleicht finden sich ja nach der 4. welle weitere impfwillige. wieso ist das bei uns immer so harzig?
    1. Antwort von Mike Steiner  (M. Steiner)
      nach der 4. Welle braucht es keine Impfwilligen wmhr, weil diese Welle die grösste aller Wellen werden wird (vgl. Steigung). Jeder wird mit Covid in Berührung kommen. Wer sich jetzt nicht impfen lässt, wird eben natürlich immunisiert, viel Spass dabei.
    2. Antwort von Barbara Jermann  (BarbaraJ)
      NIcht nur bei uns ;)
    3. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      Sehr spezielle Aussagen von Vermutungen, frage mich woher man diese Vorhersagen beziehen kann, habt Ihr mir eine zuverlässige Quelle, wo dies Wahrheitsgetreu und effektiv aufzeigt wie schlimm die 4. Welle ist im Herbst und ob es auch die Geimpften zu spüren bekommen, nicht nur Ungeimpfte? Zudem frage ich mich langsam, ob von nun an, die Menschheit nur noch überleben kann, wenn man Geimpft ist ;- (
  • Kommentar von marc ruf  (rmc)
    was ist eigentlich aus den seinerzeit vielgepriesenen selbsttests geworden? da verliert zur zeit niemand mehr ein wort darüber?
  • Kommentar von Susanne Hader  (Susi Wong)
    Die Corona Zahlen steigen und steigen….. die Varianten auch.
    Ich bin geimpft und nun werde ich noch bestraft dafür! Seit einigen Wochen muss man zusätzliche Tests selbst in der Apotheke bezahlen. Für mich ergibt das überhaupt keinen Sinn, denn auf der einen Seite ist man auch Virenträger wenn man schon geimpft ist und nun soll ich auch selbst die Kosten dafür tragen nur weil ich geimpft bin.
    Der Bundesrat sollte sich schämen!!!!!
    Hinzukommt, dass ich in einem medizinischen Beruf arbeite.