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Rauchen verboten: Jetzt auch unter freiem Himmel
Aus Rundschau vom 10.01.2018.
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Raucher in der Defensive Rauchverbot unter freiem Himmel

Im öffentlichen Raum drohen Rauchern neue Verbote und Einschränkungen. Die SBB will rauchfreie Bahnhöfe testen. Im Tessin stehen etwa Verbote auf Restaurant-Terrassen zur Diskussion. Dagegen wehrt sich das Konsumentenforum.

Die SBB plant für dieses Jahr an mehreren Bahnhöfen Pilotprojekte mit komplett rauchfreien Bahnhöfen und solchen mit erweiterten rauchfreien Zonen – auch auf Perrons unter freiem Himmel. Raucher fühlen sich zurückgedrängt. «Nach dem Verbot in den Restaurants will man uns nun auch noch das Rauchen im Freien verbieten», sagt ein Raucher am Bahnhof Zürich-Stadelhofen, einem der geplanten Testbahnhöfe.

«Höchste Zeit, dass wir wieder durchatmen können», freut sich hingegen eine Nichtraucherin nebenan. Viele Raucher befürchten, dass weitere Verbote folgen. Und tatsächlich: Die Tessiner CVP-Grossrätin Nadia Ghisolfi fordert in mehreren Vorstössen Verbote und Einschränkungen, unter anderem fürs Rauchen auf Restaurantterrassen und vor öffentlichen Gebäuden. Sie setzt damit den Trend.

Niemand will Brandlöcher im Mantel.
Autor: Olivier DischoeSprecher SBB

Raucher fühlen sich diskriminiert

«Es geht um die Sicherheit bei grossen Menschenmengen. Niemand will Brandlöcher im Mantel», sagt SBB-Sprecher Olivier Dischoe zu den geplanten Versuchen der SBB. Eine weitere Rolle spielten die Kosten bei der Gleisreinigung, weil Zigarettenstummel auf die Gleise geworfen würden.

Raucher befürchten, dass schon bald sämtliche Bahnhöfe rauchfrei werden könnten. Die SBB will sich dazu jedoch nicht äussern. Denn Widerstand ist programmiert: Ein Viertel aller Schweizer ab 15 Jahren rauchen gelegentlich oder regelmässig. Für sie wehrt sich Babette Sigg, Präsidentin des Konsumentenforums. Rauchverbote im Freien seien überflüssig und eine Stigmatisierung. «Wir leben in einer freien Gesellschaft. Ich finde es falsch, dass man das Rauchen immer mehr einschränkt», sagt die bekennende Nichtraucherin.

Vorstösse für Rauchverbote

Die Tessiner CVP-Grossrätin Nadia Ghisolfi sieht das anders. Sie hat vier Vorstösse eingereicht, die das Rauchen im öffentlichen Raum verbieten oder einschränken sollen: auf Restaurantterrassen, auf Spielplätzen, bei Zugstationen und Bushaltestellen und bei Eingängen von öffentlichen Gebäuden. «Heute sind es die Nichtraucher, die diskriminiert werden», sagt die Gesundheitspolitikerin.

«Sie müssen zur Seite gehen oder die Hand vor das Gesicht halten, um den Zigarettenrauch anderer nicht einzuatmen.» Im Gegensatz zu Frankreich oder Italien sind rauchfreie Spielplätze in der Schweiz noch eine Rarität. Doch auch hier kommt Bewegung in die Sache: In Reinach AG ist 2017 ein «suchtmittelfreier» Spielplatz eröffnet worden.

Nichtraucher müssen sich die Hand vors Gesicht halten.
Autor: Nadia GhisolfiCVP-Grossrätin TI

Werte wie in Peking

Wie stark die Belastung beim Passivrauchen ist, lässt eine Messung am Bahnhof Basel SBB erahnen, einem weiteren Bahnhof im geplanten Pilotprojekt der SBB. Martin Röösli, Professor für Umweltepidemiologie am Schweizerischen Tropen- und Public Health Institut in Basel, hat an einem Stichtag an mehreren Standorten Feinstoffpartikel gemessen. Gemäss seiner Einschätzung stammen diese vom Zigarettenrauch.

Sein Fazit: «Sowohl beim Perron wie auch im überdachten Bereich haben wir gesundheitlich bedenkliche Werte gemessen. Im überdachten Bereich waren die Werte so hoch wie wir es sonst aus chinesischen Grossstädten wie Peking kennen.» Allerdings: Es sei nur eine Momentaufnahme. Eine langfristig fundierte Studie wurde nicht durchgeführt.

Raucherverbote unter freiem Himmel und in Bahnhöfen: Etliche europäische Länder kennen das bereits, Bahnhöfe in Deutschland sind rauchfrei. Die Debatte um die Ausweitung der rauchfreien Zonen im öffentlichen Raum ist nun auch in der Schweiz lanciert.

SBB testet Rauchverbot

Ab 1. Februar 2018 testet die SBB an den Bahnhöfen Basel SBB, Zürich Stadelhofen, Bellinzona, Chur und Nyon während mehrere Monate «erweiterte rauchfreie Zonen», wie das Unternehmen mitteilt. Die Ergebnisse des Tests sollen als Grundlage für eine schweizweit einheitliche Lösung an SBB-Bahnhöfen bilden.

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124 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Mathys  (wmathy)
    Jesses, haben wir keine anderen Sorgen? Als Gesellschaft werden wir immer kleinkarierter. Früher gab's ein Gessler, heute massenweise. Freude herrscht????
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    1. Antwort von elize naude  (elize)
      es gibt immer schlimmere themen... aber hier geht es um ds sucht rauchen und ist ein eigene meinung schon noch erlaubt oder...
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  • Kommentar von Thomas Heimberg  (tomfly)
    Ich bin Nichtraucher seit Geburt, einfach weil ich Rauchen scheusslich finde. Trotzdem geht mir diese Verboterei auf den Geist. Wenn gewisse Kreise so weiterfahren wird es einmal jeden treffen, denn das ganze Leben ist ungesund und gefährlich. Ich lebe gerne damit, immer noch besser als im gesunden Einheitsbrei zu versinken. Wenn ich an die Sendung von ARD kürzlich denke, wie Feuerwehr und Sanität im Einsatz von Besoffenen zusammengeschlagen werden, ist beim Thema Alkohol wohl mehr im Argen.
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  • Kommentar von Jürg Brauchli  (Rondra)
    Schon mal S-Bahn gefahren? Wie wärs mit Schwitzverbot und Duschobligatorium... Und was man überall an Düften von Parfum und Eau de Toilette und Rasierwasser einatmet kann auch nicht gesund sein...
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