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Wo ist mein Schutzraum?
Aus Schweiz aktuell vom 02.03.2022.
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Reaktion auf Ukraine-Krieg Wo ist mein Schutzraum und wo bekomme ich Jodtabletten her?

Kantone und Zivilschutzorganisationen spüren ein starkes Informationsbedürfnis in der Schweizer Bevölkerung.

Was wäre wenn? Was wäre bei einem atomaren Ereignis? Diese Frage stellte sich in den letzten Jahrzehnten wohl kaum jemand. In welchen Luftschutzbunker die Familie im Ernstfall muss und ob Jodtabletten im Haushalt vorhanden sind, waren für Herrn und Frau Schweizer so gut wie kein Thema. Die jüngsten Ereignisse in der Ukraine haben dies geändert.

Bevölkerung und Gemeinden haben Fragen

Das Informationsbedürfnis der Bevölkerung ist gestiegen. In den letzten Tagen habe es auffallend viele Anfragen wegen Jodtabletten gegeben, sagt etwa Lydia Isler-Christ. So etwas habe es seit Jahren nicht mehr gegeben, meint die Präsidentin des baselstädtischen Apothekerverbandes. Die Leute hätten Fragen dazu, wo man Tabletten erhalte oder wie diese konkret einzunehmen seien.

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Aus dem Archiv: Jodtabletten
aus 100 Sekunden Wissen vom 19.03.2011.
abspielen. Laufzeit 2 Minuten 16 Sekunden.

Basel ist kein Einzelfall. In der ganzen Schweiz erkunden sich viele Menschen bei den Behörden. Das bestätigt Diego Ochsner. Er ist im Kanton Solothurn Leiter des Amts für Militär und Bevölkerungsschutz und Präsident der Konferenz der Kantonalen Verantwortlichen für Armee, Bevölkerungsschutz und Zivilschutz.

Schachtel Jodtabletten.
Legende: Alle zehn Jahre verschickt der Bund Jodtabletten an die Bevölkerung im Umkreis der Schweizer Atomkraftwerke. Für 5 Franken erhält man sie auch in jeder Apotheke oder Drogerie. SRF

«Das Thema ist mittlerweile in allen Kantonen angekommen, das Informationsbedürfnis ist deutlich spürbar», so Ochsner. Es gebe viele Anrufe aus der Bevölkerung oder von Gemeinden. Gefragt werde etwa, wo man Jodtabletten erhält. «Diese sollte eigentlich jeder zu Hause haben. Man kann sie aber auch bei der Gemeinde oder mit einem entsprechenden Gutschein in der Apotheke abholen.»

Die Frage nach dem Schutzraum

Noch häufiger als nach Jodtabletten wird nach dem Schutzraum gefragt. Zivilschutzregionen wie beispielsweise jene im Aargauer Zurzibiet haben auf der Homepage ein Formular aufgeschaltet. Damit können Personen aus der Region Name und Adresse eingeben und erhalten die Information zu ihrer Zivilschutzanlage oder dem Schutzkeller per E-Mail zugesandt.

Blick in einen Schlafraum einer Zivilschutzanlage.
Legende: Blick in einen Schlafraum der grossen Zivilschutzanlage im aargauischen Koblenz. Ein Schutzraum für 300 Personen wäre laut den Verantwortlichen innerhalb von 24 bis 36 Stunden bezugsbereit. SRF

Im Kanton Solothurn macht man das nicht. Der Grund: Die Information sei schnell nicht mehr aktuell: «Wenn Personen innerhalb der Gemeinde umziehen, kann sich auch die Zuteilung verändern. Wenn wir diese ausdrucken würden, wäre sie im Moment des Druckens schon wieder veraltet», erklärt der Solothurner Amtschef Diego Ochsner. Darum habe auch das gelbe Schild in jedem Haus mit der Angabe des Schutzraums ausgedient.

Audio
Baslerinnen und Basler erkundigen sich nach Schutzräumen und Jodtabletten
aus Regionaljournal Basel Baselland vom 02.03.2022.
abspielen. Laufzeit 3 Minuten.

Informationen erst im Notfall

Erst im Fall des Falles wird die Zuteilung bekannt gegeben, und zwar an den Notfalltreffpunkten. Diese hat der Kanton seit gut zwei Jahren in allen Gemeinden eingeführt. Sie werden bei Bedarf in Betrieb genommen.

Auch zum Beispiel in den Kantonen Bern oder Basel-Stadt verfährt man ähnlich. Die Standorte der Schutzplätze werden erst im Notfall bekannt gegeben. Oft befänden sich Zivilschutzanlagen in privaten Gebäuden und könnten nicht einfach so aufgesucht werden, heisst es etwa vom Basler Justiz- und Sicherheitsdepartement. Auf Anordnung des Bundes würden sie innerhalb von fünf Tagen bereitgestellt.

Keine besonderen Vorkehrungen nötig

Auch wenn das Informationsbedürfnis in der Schweiz steige, gebe es in der aktuellen Situation keinen Grund zur Beunruhigung. «Wir beobachten die Situation laufend. Spezielle Vorkehrungen sind aber derzeit nicht nötig.» Das meint sowohl Ochsner wie auch Verteidigungsministerin Viola Amherd.

Familie in einem Schutzraum.
Legende: Seit 2012 müssen in neuen Einfamilienhäusern keine Zivilschutzkeller mehr eingebaut werden. Die Bewohner würden im Katastrophenfall in grösseren Schutzräumen untergebracht. Keystone

Die Bundesrätin sagte am Dienstag im Westschweizer Fernsehen RTS, sie gehe nicht davon aus, dass Russland Atomwaffen einsetze. Die Schweiz wäre aber gut vorbereitet: «Wir haben Atomschutzräume in den Kantonen und Gemeinden. Und wir haben immer einen Vorrat an Jodtabletten.»

Regionaljournal Basel, 02.03.2022, 12:03 Uhr;

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31 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Liebe Community, vielen Dank für die spannende Diskussion. Wir schliessen nun die Kommentarspalte. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Dorothee Meili  (DoX.98)
    "Endlich ist unsere Erfahrung wieder gefragt"/"Ihr Jungen habt ja keine Ahnung" - das zwei Sätze aus dem Dessertgespräch einer Wohngemeinschaft mit "richtigen Alten. Nach Monaten: "bleiben Sie zuHause, schützen Sie sich, wenn raus, dann an die Luft, Kellerräume lüften" sind einige erleichtert, dass sie ihre Lebenserfahrung teilen können: Notvorrat einst und jetzt; zwei Freunde: der eine mit Dtl-Diktatur, Vertreibung, Flucht; der andere mit CH-Aktivdienst-Erfahrung in Frieden und CH-Dankbarkeit
  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    Ich führe ein Kriegstagebuch, allerdings ist es schwierig Schritt zu halten. Dieses Tagebuch hoffe ich in der Zukunft einmal wissenschaftl auswerten zu können.
    Im Augenblick mein erster Eindruck :die Bevölkerung ist besonnener als die Politiker. Man sieht eine Eskalationsspirale die es in sich hat.
    Wer verstehen will was vor sich geht, rate ich zu folgender Lektüre: The Crowd, von: Gustave Le Bon.
    1. Antwort von Dorothee Meili  (DoX.98)
      Im Unterschied zu vor zwei Jahren, als ich "bleiben Sie zuhause" zu befolgen hatte, führe ich aktuell kein Tagebuch; lese auch weniger; freue mich über Wetter, gute Luft, Kontakte mit Menschen. Ich freue mich live/life über Land, Leute, Frieden. Wenn Tagebuch, dann das meiner Eltern/Grosseltern: hochinteressante Parallelen, diesmal nicht "Grippezeit", sondern 30er Jahre; 1939ff...