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Wirtschaft zeigt Verständnis für neue Corona-Vorschriften
Aus Echo der Zeit vom 18.10.2020.
abspielen. Laufzeit 03:08 Minuten.
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Reaktionen aus der Wirtschaft Die Corona-Massnahmen sind notwendig, Kontrollen aber auch

Es hätte schlimmer kommen können – zumindest aus Sicht des Gewerbeverbandes. Verbandsdirektor Hans-Ulrich Bigler: «Wir sind froh, dass der Bundesrat auf eine flächendeckende Homeoffice-Anordnung verzichtet hat.» Die Empfehlung gebe den Betrieben die Möglichkeit, sich flexibel zu organisieren.

Erleichtert ist Bigler auch, dass es beim Maskentragen im Büro nur bei einer Empfehlung bleibt. Eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz sei schwierig umzusetzen gewesen. «Insofern hat der Bundesrat unsere Stimme gehört.»

Der Bundesrat habe mit seinen Empfehlungen zum Ausdruck gebracht, dass die Schutzkonzepte der Wirtschaft funktionieren, meint Bigler. Auch der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse unterstützt die Regierung: «Die neuen Corona-Schutzmassnahmen sind nachvollziehbar, schreibt Economiesuisse in einer Mitteilung. «Das mit den Kantonen abgesprochene, koordinierte und stufenweise Vorgehen ist nicht nur aus epidemiologischer Sicht notwendig, sondern auch eine wichtige Massnahme zur Vorbeugung eines zweiten Lockdowns.»

Angst bei Gastronomen und Barbesitzern

Negative Folgen des Bundesrat-Entscheids befürchten vor allem die Gastronomen. Es seien Umsatzeinbrüche zu erwarten, wenn wieder mehr Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen im Homeoffice arbeiteten, sagt Casimir Platzer, Chef des Branchenverbands Gastrosuisse.

Die Homeoffice-Empfehlung habe grosse Folgen für den Mittagsservice in den Städten und Agglomerationen: «Wenn die Leute von zu Hause aus arbeiten, dann essen sie auch nicht in den Restaurants.»

Dass Essen und Trinken künftig nur noch im Sitzen erlaubt ist, dürfte noch gravierender Auswirkungen haben: «In den Bars und Clubs wird das heissen: weniger oder gar kein Umsatz.»

Für Bars und Clubs käme die Empfehlung daher fast einer Schliessung gleich, sagt Platzer. Getrunken und getanzt werden nun mal vor allem im Stehen.

Es herrscht Verständnis

Trotzdem zeigte der Gastrosuisse-Chef Verständnis für die bundesrätlichen Anordnungen. Angesichts der steigenden Corona-Zahlen seien die Massnahmen verhältnismässig.

Das findet auch die Gewerkschaft Unia. «Ich finde, das sind notwendige Massnahmen», sagt Gewerkschaftssprecher Nico Lutz. Das Problem sieht er an anderer Stelle: beim Vollzug. Es gäbe jetzt schon eine Reihe von Vorschriften am Arbeitsplatz: ausreichend grosse Abstände auf Baustellen, zum Beispiel. Aber: «Weisungen sind nur so gut, wie man in der Lage ist, sie zu vollziehen.» Ein Blick auf die Baustellen zeige, dass dort vielerorts dieselben Zustände herrschten wie vor der Corona-Krise.

Forderungen an Wirtschaftsminister

Es würden kaum Masken getragen, weil zu wenig kontrolliert werde. Darum plädiert die Gewerkschaft für mehr Ressourcen, um die Corona-Abwehrmassnahmen auch durchzusetzen. Erst recht, weil jetzt neue hinzukämen.

Die Forderung geht wohl auch an Wirtschaftsminister Guy Parmelin. Er hat für Donnerstag Wirtschaftsvertreter und Gewerkschaften zu einem runden Tisch geladen. Thema dürfte auch die Umsetzung der neuen Corona-Regeln sein.

Echo der Zeit, 18.10.2020

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25 Kommentare

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  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Mir fällt auf dass über eine bessere und damit ev. auch mal sinnvolle und aussagekräftige Covid-App nicht mehr diskutiert wird. Telcos haben alle unsere Bewegungsdaten. Damit liesse ich z.B. bedeutend mehr machen als mit einer App bei der man die downloads zählt, aber nichts über die tatsächlich mit ihr eruierten Daten.
  • Kommentar von Christian Weber  (CWeb)
    Ich vermisse schon seit Beginn die Kategorie "Stärken Sie ihr Immunsystem":
    - Ernähren Sie sich gesund
    - Achten Sie auf ausreichend Bewegung
    Mit den bisherigen Massnahmen kann man einen Teil der Ansteckungen verhindern, aber nicht alle. Es wäre langsam an der Zeit, auch etwas gegen die Anzahl der schweren Verläufe zu tun, und das wäre etwas, das sich langfristig positiv auszahlen würde.
    1. Antwort von Richard Liu  (richard-liu)
      Ich wäre mit solchen Vorschlägen vorsichtig. Wer sich bisher nicht regelmässig bewegt und "richtig" ernährt hat, soll nicht jetzt ums Verrecken anfangen in der Irrmeinung, das wäre eine Art "Silberkugel" gegen SARS-CoV-2.
    2. Antwort von René Baron  (René Baron)
      "Vitamine" lindern lediglich die Symptome. Sie verhindern weder die Ansteckung noch die weitere Verbreitung. Im Gegenteil: je besser das Immunsystem umso weniger wird der oder die Superspreader/-in erkannt.
  • Kommentar von Ramani Plüss  (Die drei ???)
    Vielleicht wäre es günstiger gekommen, während des Lockdowns eine Broschüre an alle zu verteilen, welche z. B. Themen -ethisches Verhalten u Verantwortung, sich selber, Mitmenschen, Wirtschaft gegenüber, oder eine Wegleitung zu autonomen Denken.
    Verwunderlich ist, dass der BR noch nicht mit einer 2. Welle gerechnet hat und nun - fast panisch-mit Massnahmen um sich schlägt. (Handeln-ein MUST). Somit halte ich mich daran, hoffe und helfe wenn ich gebraucht werde u fahre mein Immunsystem hoch.
    1. Antwort von Richard Liu  (richard-liu)
      "der BR noch nicht mit einer 2. Welle gerechnet hat" Dem widerspricht die Antwort BR Bersets auf die Frage, ob wir uns jetzt in der 2. Welle befänden. Ja, und zwar etwas früher, als der BR gedacht hat.
    2. Antwort von Günter Sutterli  (Graubart)
      Der BR hat schon in der ersten Welle im Merz von einer zweiten Welle gesprochen.
      Jetzt hatte man 3 Monate geringe Ansteckungszahlen. Ist dann aber überfordert wenn die Zahlen wieder steigen. Das zeigt mir einfach das niemand genau weis wie man mit der Situation umgeht.