Zum Inhalt springen

Header

Video
Stalder: «Roaming-Gebühren sind Goldesel für Telekomanbieter»
Aus Tagesschau vom 21.02.2020.
abspielen
Inhalt

Rechtliche Grundlage vorhanden Konsumentenschützer wollen Deckel für Roaming-Gebühren

Die Stiftung für Konsumentenschutz will die Roaming-Gebühren begrenzen. Ein Rechtsgutachten gibt dafür grünes Licht.

Im Ausland auf seinem Handy die Mails checken, im Internet surfen oder skypen. Wer dazu kein W-Lan hat, muss bezahlen. Nachdem für EU-Bürger die Roaming-Gebühren 2017 abgeschafft wurden, müssen Kundinnen und Kunden von Schweizer Telekomanbietern teils immer noch tief in die Tasche greifen. Die Stiftung für Konsumentenschutz sagt den Roaming-Gebühren nun den Kampf an.

«Roaming-Tarife in der Schweiz sind einfach exorbitant teuer. Sie sind Goldesel für die Telekomanbieter», so Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz SKS gegenüber SRF News. Stalder will Preisobergrenzen für Roaming. Ein von der SKS in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten sagt nun: Die notwendige gesetzliche Grundlage dafür ist gegeben.

Roaming – ein Politikum

Immer wieder werden die Roaming-Gebühren der Schweizer Telekomanbieter zum politischen Thema. Zuletzt vor zwei Jahren, als der Nationalrat im Zuge der Revision des Fernmeldegesetzes die Möglichkeit schuf, eine Preisobergrenze für Roaming zu errichten, basierend auf internationalen Vereinbarungen.

Der Bundesrat sollte so die Möglichkeit zur Bekämpfung unverhältnismässig hoher Endkundentarife erhalten. Diese gesetzliche Grundlage reicht laut dem Bundesamt für Kommunikation (Bakom) aber nicht, um eine unilaterale Preisobergrenze festzulegen. Erlaubt seien Preisobergrenzen eben lediglich gestützt auf «internationale Vereinbarungen». Weitergehende Kompetenzen seien weder vom Bundesrat noch vom Parlament vorgeschlagen bzw. gefordert worden, schreibt das Bakom in einer Stellungnahme.

Das Rechtsgutachten, welches vom Freiburger Staats- und Verwaltungsrechtsprofessor Andreas Stöckli verfasst wurde, widerspricht zwar dem Bakom, dieses hält aber auch nach der Durchsicht von Stöcklis Argumenten an seiner Sichtweise fest.

«Massiv überrissene Tarife»

Tatsächlich sind die Tarife pro Megabyte Daten um ein Vielfaches höher, als wenn man ein Datenpaket der Telekomanbieter kaufen würde. Dies macht eine Auswertung des Telekomvergleichsdienstes «Dschungelkompass.ch» deutlich.

So verlangt Salt für ein Datenpaket von 1 GB (entspricht 1024 MB) 19.95 Schweizer Franken. Im Standard-Tarif kostet 1 MB bereits 19 Franken. Der Kunde würde im Standard-Tarif damit also 975 Mal mehr bezahlen. Bei Sunrise sind es laut dem Vergleichsdienst 68 Mal mehr, bei Swisscom bezahlt der Kunde 31 Mal mehr beim Standard-Tarif im Vergleich zum Datenpaket. Die Stiftung für Konsumentenschutz spricht von einer «jahrzehntelangen Abzocke».

«Jetzt muss gehandelt werden»

Derzeit läuft die Revision der Fernmeldeverordnung. Genau hier will die Stiftung für Konsumentenschutz ansetzen. «Jetzt muss man regulieren, und zwar in den Verordnungen, die erarbeitet werden, danach kann man nicht mehr eingreifen. Und die Telekomanbieter lachen sich ins Fäustchen, weil sie ihren Goldesel weiterführen können», konstatiert Sara Stalder von der Stiftung für Konsumentenschutz.

Video
Sara Stalder: «Man muss jetzt regulieren!»
Aus News-Clip vom 21.02.2020.
abspielen

Auch wenn die Roaming-Gebühren in der Schweiz in den letzten Jahren gesunken sind, ganz darauf verzichten wollten die Telekomanbieter wie Swisscom, Sunrise oder Salt bislang nicht. Schweizer Anbieter würden nämlich nicht von den fixen EU-Tarifen profitieren, sondern müssten die Roaming-Preise im Rahmen bilateraler Verhandlungen mit den europäischen Anbietern einzeln aushandeln, so die Begründung.

Tagesschau am Mittag, 21.02.2020, 12:45 Uhr

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Wir informieren laufend über die aktuelle Entwicklung und liefern Analysen zum Coronavirus. Erhalten Sie alle wichtigen News direkt per Browser-Push. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

20 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Bernhard Meyer  (Bernhard Meyer)
    Ihr Guthaben beträgt weiniger als... Neues Guthaben 1.50 Ich habe am Anfang 30.00 Fr. aufgeladen und nicht ein einziges Telefon geführt. 1 x bekam ich eine Anruf aus der Schweiz. Ich bekam ein SMS von einer mir nicht bekannten Person Kosten letztes Gespräch 9.50 Sfr. 1x Abhören der Combox auf der ebenfalls eine mir fremde Person mir etwas auf Französisch mitteilte. Eine wirkliche Frechheit. Swisscom
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Jaro Bels  (Gotod)
      Seien Sie nur zufrieden mit Swisscom. Eine NICHT abgehörte Nachricht von einer unbekannten Nr. auf Kuba wurde mir vom Salt mit CHF 1300.- verrechnet! Sie haben es aber grosszügig (nach erster Ablehnung und meiner folgenden Drohung mit Kündigung) doch noch korrigiert und mir 100 CHF zurückerstattet! Dann kam aber noch prompt SMS mit der Frage ob ich zufrieden bin. „Ihre Frechheit“ scheint mir somit dagegen ziemlich wertlos zu sein. :-)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Heinz Hugentobler  (John F.)
    Bin auch dafür, dass Roaming in der Schweiz beerdigt wird. Das ist sowieso sehr intransparent: Man müsste sofort im Telefon sehen (Zähler), wenn solche Gebühren verrechnet werden. Letzten Sommer war ich im östlichen Alpstein wandern. Gemäss den erhaltenen SMS war ich vom CH-Netz ins jenes von D, dann CH, dann A, dann CH, nochmals A. Die Landesgrenze habe ich ganz sicher nicht überschritten. Hat es Roaming verrechnet? Ich weiss es nicht, es wäre aber eine Frechheit...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Alessandro Orlando  (aor)
    Im Ausland habe ich das roaming immer deaktiviert und warte bis ich im Hotel bin und das WLAN aktiviert ist, einfach genug, sollte man meinen ...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen