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Wegen vollen Deponien muss Baselland vorwärtsmachen beim Bauschutt-Recycling.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 11.01.2021.
abspielen. Laufzeit 05:55 Minuten.
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Recyclen statt Vergraben Baselbiet macht vorwärts beim Baustoffrecycling

Der Kanton Baselland will Baustoff-Deponien verteuern und dafür das Recycling fördern. Andere Kantone sind schon weiter.

Wiederverwenden statt in Deponien entsorgen – der Kanton Baselland macht vorwärts beim Baustoff-Recycling. Vor kurzem hat die Regierung Vorschläge präsentiert, wie mehr Baustoffe wiederverwertet werden könnten. Bis anhin wird im Baselbiet nämlich ein zu grosser Teil des Bauschutts, welcher beim Abriss von Gebäuden oder Infrastrukturanlagen anfällt, auf Deponien abgelagert. Zudem werden grosse Mengen an unverschmutztem Aushubmaterial zur Rekultivierung von Kiesgruben ins grenznahe Elsass exportiert.

Karte
Legende: Heutige Deponie-Standorte im Kanton Baselland Baustoffkreislauf Regio Basel

2016 gab es jedoch eine Zäsur in der Deponieplanung des Kantons. Nachdem es Widerstand aus der lokalen Bevölkerung gegen neue Deponien im Laufental gegeben hatte, lehnte das Baselbieter Stimmvolk den Bau dieser Deponien ab. Die bestehenden Deponien reichen indes kaum mehr aus, um noch mehr Bauschutt aufnehmen zu können.

Wir sind in etwa gleich weit wie andere Kantone.
Autor: Isaac ReberBaudirektor BL (Grüne)

Der Baselbieter Baudirektor Isaac Reber (Grüne) wehrt sich zwar gegen den Vorwurf, man habe zu lange mit der Ausarbeitung einer Recycling-Strategie gewartet. «Wir sind in etwa gleich weit wie andere Kantone», betont Reber.

Mit verschiedenen Massnahmen will die Regierung nun aber die Recycling-Quote erhöhen. Geplant ist unter anderem eine generelle Bewilligungspflicht bei Rückbauten, wie sie andere Kantone auch schon kennen. Reber geht jedoch noch einen Schritt weiter: Er setzt auch auf eine Lenkungsabgabe auf die Entsorgung von Bauschutt auf Deponien von maximal 50 Franken pro Tonne.

Statistik
Legende: Kreislauf des Bauabfalls in den Kantonen Basel-Stadt und Baselland im 2020. Ein grosser Teil der Bauabfälle landet heute in Deponien im Baselbiet oder im Elsass. Baustoffkreislauf Regio Basel

Diese Lenkungsabgabe ist im Kanton Baselland jedoch umstritten. «Wir brauchen nicht noch mehr Gebühren», sagt SVP-Landrat Markus Meier, der auch Direktor des Schweizerischen Hauseigentümerverbands HEV ist. Als «Schritt in die richtige Richtung», bezeichnet indes SP-Landrat Jan Kirchmayr die Vorlage. Die SP wünscht sich jedoch, dass die Lenkungsabgabe der Recycling-Wirtschaft zugutekommt, und nicht wie geplant an die Bevölkerung rückvergütet wird.

Kreislauf
Legende: Der Baustoffkreislauf im Kanton Baselland Baustoffkreislauf Regio Basel

Dass es auf dem Bau grundsätzlich mehr Recycling braucht, darin sind sich die beiden Politiker einig. Während die Politik im Kanton Baselland noch über die Form streitet, ist man anderswo auf diesem Gebiet schon weit voraus.

Zürich ist Musterschüler beim Recycling

Zürich etwa ist schon seit mehreren Jahren Pionierkanton beim Baustoff-Recycling. Rund 90 Prozent des Bauschutts werden dort aktuell wieder in den Baustoffkreislauf zurückgeführt. Dies liege vor allem an den guten Rahmenbedingungen, die in der Vergangenheit geschaffen wurden, und weniger an gesetzlichen Vorgaben, heisst es auf Anfrage bei der Zürcher Baudirektion. Gute Rahmenbedingungen, das bedeutet: eine hohe Dichte an Bauten auf relativ kleinem Raum, die zudem gut erschlossen sind.

Wiederverwertbares Baumaterial als Ressource ist damit üppig vorhanden und leicht erreichbar. In Zürich haben sich denn auch gleich mehrere Unternehmen auf die Wiederverwendung von Baustoffen spezialisiert. «Dies hat dazu geführt, dass die Wiederverwertung im Vergleich zur Ablagerung auf der Deponie günstiger ist», schreibt die Baudirektion.

Eine solche Anlage zur Wiederverwertung ist nun auch im Kanton Baselland geplant. Sie soll in den nächsten Jahren auf dem Gebiet des Hafens in Birsfelden entstehen.

Neue Recycling-Anlage in Birsfelden BL

Auf einem Industrieareal in Birsfelden soll eine Baustoff-Recycling-Anlage realisiert werden. Die Basler Regierung hat im Dezember 2020 einen für dieses Projekt nötigen Baurechtsvertrag genehmigt.

Abgeschlossen wurde der Vertrag zwischen der Einwohnergemeinde der Stadt Basel als Grundeigentümerin und der neuen Firma Baustoff Recycling Nordwestschweiz AG. Diese wird die Anlage erstellen und betreiben.

Verarbeitet werden sollen in der Anlage mineralische Bauabfälle und Aushubmaterial, das chemisch belastet ist. Aushubmaterial der höchsten Belastungsstufe habe in der Nordwestschweiz bisher nicht verarbeitet werden können.

Regionaljournal Basel 11.01.2021 06:32 Uhr

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Paul Wagner  (päule)
    Geht doch.
    1.Schritt: Nur das verbrauchen, was notwendig ist.
    2.Schritt: Von dem was man verbraucht, so viel wie möglich wiederverwerten, recyceln, upcyclen etc.
    Dieses Prinzip ist universell in den meisten Branchen wie auch im privaten Konsum anwendbar.
    Wer heute noch Dinge im Boden vergräbt, ist verantwortungslos.
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