Die parlamentarische Untersuchungskommission PUK hat einen klaren Hauptschuldigen für das Versagen der «Credit Suisse» ausgemacht. Es sind die Verantwortlichen der Bank selbst, wie PUK-Präsidentin Isabelle Chassot, Freiburger Ständerätin der Mitte, klarmacht: «Die Verantwortung für den Vertrauensverlust in die CS und deren Schieflage liegt bei deren Verwaltungsrat und Geschäftsleitung der letzten Jahre.»
Der Bundesrat, die Nationalbank und die Finanzmarktaufsicht Finma hätten mit ihrem Krisenmanagement eine weltweite Finanzkrise verhindert, stellt die PUK lobend fest. Es seien verschiedene Szenarien vorbereitet worden, um auf die Krise der CS reagieren zu können. Doch seien diese dem Gesamtbundesrat nicht transparent genug kommuniziert worden, kritisiert PUK-Mitglied Werner Salzmann, Berner Ständerat der SVP: «Die PUK stellt fest, dass der Bundesrat insgesamt zu oberflächlich über die einzelnen Szenarien informiert war.»
Gesetzgebung mit Lücken
Auch bei der bestehenden Gesetzgebung sieht die PUK Lücken. Das könnte bei der global tätigen UBS zum Risiko werden, sagt der Zuger FDP-Ständerat Matthias Michel – auch er ein Mitglied der PUK: «Die PUK hat festgestellt, dass unsere Gesetzgebung, insbesondere was die Notfallplanung betrifft, zu sehr auf die Schweiz fokussiert ist.»
Und als besonders kritisch betrachtet die PUK ein Instrument, das die Finanzmarktaufsicht Finma der CS gewährt hat: der sogenannte «regulatorische Filter». Ohne diesen Filter hätte die CS schon viel früher nicht mehr über die nötigen Eigenmittel verfügt und es hätten Sanierungsmassnahmen umgesetzt werden müssen. PUK-Mitglied Heidi Z'graggen, Mitte-Ständerätin aus dem Kanton Uri, sagt es so: «Der Filter überdeckte also die reale Lage der CS.» Hier seien ganz klar Einschränkungen nötig.
Positives Echo zu PUK-Forderungen
Die PUK-Forderungen sind im Ständerat insgesamt positiv aufgenommen worden. Massnahmen seien nötig, lautete der Tenor. Allerdings nur für die grossen, systemrelevanten Banken, zu denen nebst der UBS nur noch die Raiffeisen, die Postfinance und die Zürcher Kantonalbank gehören. Der Bündner FDP-Ständerat Martin Schmid betont: «Ich möchte hier nur beliebt machen, dass wir nicht den ganzen Bankensektor in die Pflicht nehmen, wenn eine von 250 Banken im Management versagt hat.»
Die zuständige Wirtschaftskommission beantragt dem Ständerat denn auch, Vorstösse, die weitergehende Massnahmen verlangen, abzulehnen. Zudem soll sich die Politik Zeit lassen beim Beschliessen von neuen Regeln für Grossbanken. Die Kommission möchte die Debatte darüber bis Ende 2026 aufschieben, mit der Begründung, dass der Bundesrat zuerst seine Vorschläge zur Verschärfung der sogenannten «Too-big-to-fail»-Regulierung vorlegen soll. Diese werden für Ende Mai erwartet.
SP-Ständerätin Eva Herzog aus dem Kanton Basel-Stadt mahnt allerdings schon jetzt: «Das darf natürlich nicht dazu führen, dass sich ein Management einer Bank künftig besser verhält und sonst müssen wir nichts tun.»
Nach fast vier Stunden hat der Ständerat die Debatte beendet. Er hat sich für strengere Regeln für systemrelevante Banken ausgesprochen und allen zehn Vorstössen der PUK angenommen. Als Nächstes ist der Nationalrat am Zug.