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Zika-Virus: ETI Schutzbrief übernimmt Annullationskosten nicht
Aus Espresso vom 11.04.2018.
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Reisen in Zika-Virus-Gebiete TCS-Reiseversicherung übernimmt Annullationskosten nicht

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Reiseversicherung des TCS, der ETI Schutzbrief, hat mehreren werdenden Eltern eine Absage erteilt: Die Annullationskosten für ihre stornierten Reisen in Zika-Gebiete würden nicht übernommen.
  • Der TCS argumentiert: «Die Behörden raten Schwangeren oder Frauen, die schwanger werden möchten, schon lange von Reisen in Zika-Gebiete ab. Wer trotzdem eine Reise bucht und dann schwanger wird, muss deshalb die Annullationskosten selber tragen.»
  • Die Betroffenen sind enttäuscht. «Ich hätte erwartet, dass man sich in solchen Fällen auf den TCS verlassen kann», sagt ein werdender Vater zum SRF-Konsumentenmagazin «Espresso».
  • Auch andere Versicherungen schliessen die Annullierungskosten in solchen Fällen aus – es gibt aber auch kundenfreundlichere Gesellschaften.
  • Wer eine Reise in ein vom Zika-Virus betroffenes Land plant, sollte daher vorab klären, ob die Annullationskosten bei einer allfälligen Schwangerschaft gedeckt sind.

Das Zika-Virus ist mehrheitlich aus den Schlagzeilen verschwunden. Dennoch durchkreuzt es immer wieder die Ferienpläne von Schweizer Reisenden: Denn Schwangere oder Frauen, die schwanger werden möchten oder eine Schwangerschaft nicht ausschliessen können, sollen laut der Weltgesundheitsbehörde WHO nicht in Zika-Gebiete reisen.

Das Virus kann das ungeborene Kind schwer schädigen. So wird es etwa für Mikrozephalie verantwortlich gemacht, einer Fehlbildung des Kopfes, die mit einer geistigen Beeinträchtigung einhergeht.

Mehrere werdende Eltern haben sich beim Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1 gemeldet. Sie mussten ihre geplanten Reisen nach Thailand und Costa Rica genau deshalb stornieren: Die Frau wurde schwanger – und die Paare wollten verständlicherweise das Risiko einer Ansteckung mit dem Zika-Virus nicht eingehen. Nun bleiben sie allerdings auf den Annullationskosten sitzen. Ihre Reiseversicherung, der ETI Schutzbrief des TCS, übernimmt die Kosten nicht.

«Präventive Reiseannullierung ist nicht gedeckt»

Die betroffenen Paare erhielten alle eine mehr oder weniger ähnlich lautende Absage des TCS: Man verstehe zwar den Entscheid, die Reise zu annullieren. Dennoch übernehme man die Kosten nicht. «Bei einer Schwangerschaft handelt es sich nicht um eine ernsthafte Erkrankung […] und eine präventive Reiseannullierung ist nicht über den ETI Schutzbrief Welt gedeckt», heisst es darin etwa.

Er sei vom TCS «sehr enttäuscht», sagt ein werdender Vater gegenüber «Espresso». Es sei tragisch, dass der TCS nicht mit sich reden lasse.

TCS macht keine Ausnahmen

Auf Anfrage sagt TCS-Mediensprecher David Venetz, als das Zika-Virus aufgekommen sei, sei man in solchen Fällen noch kulant gewesen. «Aber unterdessen raten die Behörden seit 2016 Schwangeren und Frauen, die schwanger werden wollen von Reisen in Zika-Gebiete ab.» Wer dennoch eine solche Reise buche und schwanger werde, habe die Kosten deshalb selber zu tragen.

Das mag nachvollziehbar sein. Andererseits: Eine Schwangerschaft kann auch unverhofft kommen. «Wir prüfen jeden Fall individuell», sagt Sprecher David Venetz. «Aber unsere Vertragsbestimmungen bieten beim Zika-Virus keine Grundlage für Ausnahmen, weil die Behörden wie gesagt seit zwei Jahren vor solchen Reisen abraten.» Es geht aber auch anders: Eine der schwangeren Partnerinnen ist bei der Mobiliar versichert – ihr wurden die Annullationskosten zurückerstattet.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Erich Singer  (liliput)
    Herr C. Dupond ist es möglich fehlerfrei zu schreiben, dass man ihren Artikel auch wirklich versteht?
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  • Kommentar von Benjamin Schlegel  (Benjamin Schlegel)
    Wer beim TCS ist, ist einfach selber schuld. Der TCS ist eigentlich einfach ein Autolobby-Verein, der die Strassen noch stärker ausbauen will, statt den Langsam- und öffentlichen Verkehr zu fördern. Alles andere ist für sie nebensächlich. Auch zeigt dieser Fall, dass sie einem im Stich lassen, wenns drauf an kommt. Bei der Moliliar habe ich nie solche Probleme und auch beim VCS nicht.
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    1. Antwort von M. Spring  (Golf)
      Es wäre wohl klüger, wenn Sie sich zum Artikel äussern würden und nicht einen Rundumschlag ohne jeglichen Bezug zum obigen Text verfassen würden!
    2. Antwort von Charles Dupond  (Egalite)
      Der TCS setzt seine politische Macht nicht fuer den Konsumenten des Strassenverkehrs ein, sondern laesst diesen betruegende Rostlaubenhaendler, Versicherer usw. pp von einschlaegigen Initiativen unbehelligt weiter fuhrwerken. Zurzeit des Massenbetrugs an den Schleudertraumaversicherungsopfern liess der TCS zwar seine Rechtsschutzkunden finanziell nicht im Stich, aber politisch. Inzwischen wurde aber auch die Bedingungen der Rechtsschutzgewaehrung fuer Konsumenten verboesert....
  • Kommentar von Tom Duran  (Tom Duran)
    Das Geld das Schweizer in sogenannte Versicherungen einzahlen, könnte man sich locker sparen und falls man es dann wirklich mal braucht einfach vom eignen Konto abheben.
    Die Geldmaschinerie Schweiz funktioniert aber wegen der weltweit ängstlichsten Bevölkerung hervorragend. Die Reichen werden reicher und der Bürger wird zum Dorftrottel. Da aber die Schweizer das so wollen und bei jeder Abstimmung kopfnickend das wählen was ihnen von Oben diktiert wird, wird das auch so bleiben. Sicher!
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    1. Antwort von Charles Dupond  (Egalite)
      Obwohl ihre Theories stimmt (Versicherungen sind entweder Aktengoldesel oder sie gingen Pleite, wenn sei bei Massengrossschaeden nicht von der Politik und Juxtiz gedeckt statt gedeckelt wuerden), sind die Praemien fuer freiwillige Versicherungen nur noch Pienoets gegen die obligatorischen Versicherungen, angefangen bei den Kapitalabschmelz- Pansionskassen statt nicht nur viel billigeren, sondern auch real sicheren Umlage....