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Welle der Ungeimpften: Spitäler schlagen Alarm
Aus Rundschau vom 01.09.2021.
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Reportage Intensivstationen am Anschlag: «Bekommen Sie noch Luft?»

Die Intensivstationen sind an der Belastungsgrenze. An den Lungenmaschinen hängen diesmal auch Junge und viele Ungeimpfte.

Gabriela Wilczek spricht am Telefon der Ehefrau des knapp Vierzigjährigen, der bei ihr auf der Intensivstation liegt, gerade Mut zu, als die Geräte Alarm schlagen. Wilczek ist Expertin für Intensivpflege in der Hirslanden Klinik in Aarau. «Entschuldigen Sie», sagt sie mit ruhiger Stimme. «Ich muss mich um Ihren Mann kümmern.»

Sprunghafter Anstieg

Eine der vielen schwierigen Situationen, die die «Rundschau» an zwei Tagen auf den Intensivstationen zweier Spitäler dokumentieren konnte. Der Patient hat sich wie fast alle anderen Covid-Patienten auf der Aarauer Intensivstation in Südosteuropa angesteckt.

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Gabriela Wilczek: «Ich find’s erschreckend, dass man immer noch glaubt, dass diese Krankheit so nichtssagend ist»
Aus Rundschau vom 01.09.2021.
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Ihm geht es im Vergleich zu anderen schweren Covid-Fällen relativ gut. Er liegt nicht im Koma, wird aber durch einen Schlauch per Luftröhrenschnitt mit Sauerstoff versorgt.  Das Personal in den Intensivpflegestationen (IPS) ist wieder gefordert und an der Belastungsgrenze, seit die Spitaleinweisungen nach den Sommerferien sprunghaft anstiegen.

Pandemie der Ungeimpften

Auch Geimpfte können krank werden. Aber sie haben in der Regel einen milderen Verlauf. Schwer krank werden meist die Ungeimpften. Das bestätigt auch Intensivmediziner Michael Glas vom Inselspital Bern: «Keiner der Patienten hier mit Covid ist geimpft.»

Das neue Gesicht der vierten Welle zeigt sich auch am Inselspital. Mit der Delta-Variante ist das Durchschnittsalter der Patientinnen und Patienten gesunken. Es sind nicht mehr die über 70-jährigen, sondern oft die 40- bis 60-jährigen. Fast alles Patienten, die sich gegen die Impfung entschieden haben und nun ums Überleben kämpfen.

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Michael Glas: «Keiner der Patienten hier mit Covid sind geimpft»
Aus Rundschau vom 01.09.2021.
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Die Impfung ist ein persönlicher Entscheid – und viele Menschen sind grundsätzlich dagegen. Etwa aus Angst vor den Nebenwirkungen oder weil sie das Virus nicht für gefährlich halten. Stephan Jakob, Chefarzt Intensivmedizin am Inselspital Bern, hält dagegen: «Es ist schlimm für die Patienten, die hier sind. Viele der Patienten sterben oder sind lange auf der Intensivstation. Manche haben länger andauernde Probleme mit Long Covid. Zudem ist diese Anzahl Corona-Patienten eine sehr grosse Belastung für die Spitäler.»

Längere Aufenthaltsdauer

Corona-Patienten bleiben länger auf der Intensivstation und brauchen mehr Personal. Mehr Corona-Fälle geht auf Kosten anderer Patienten. Bereits müssen wieder geplante Operationen verschoben werden. Das erinnert an die Warnrufe aus früheren Wellen.

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Stephan Jakob, Chefarzt Intensivmedizin Inselspital: «Es ist eine sehr grosse Belastung für die Spitäler»
Aus News-Clip vom 02.09.2021.
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Wird zu früh Alarm geschlagen? «Wenn das so weitergeht, kommt es wieder zu heiklen Situationen», sagt der Direktor der Hirslanden Klinik Aarau, Markus Meier. «Zum Beispiel, wenn ein Herzpatient kommt und Kapazitäten braucht, die wir nicht verfügbar haben.»

Rundschau, 1.9.21, 20:05 Uhr

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163 Kommentare

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  • Kommentar von Dominic Müller  (Domi3)
    Mich wundert es, dass nicht die Patientenorganisationen sich melden. Das würde meiner Meinung nach mehr Wirkung zeigen. Wenn sich immer nur das Personal meldet, werden sich die lapidaren Kommentare ergaben, dass Personal ersetzbar sei. Bei Patientenorganisationen kann man nicht so argumentieren.
  • Kommentar von Helen Gersbach  (Soliris)
    Danke dem Rundschau-Team für diesen Beitrag!
    Der jetzige Zustand in den Spitälern grenzt an Ausbeutung und gesundheitliche Gefährdung des Spitalpersonals.
    Wer jetzt krank ist oder wird hat wirklich ein schlechtes Los gezogen, denn die Versorgung nimmt unter diesen Umständen massiv und womöglich langfristig an Qualität ab.
  • Kommentar von Astrid Meier  (Swissmiss)
    Stephan Jakob, Chefarzt Intensivmedizin am Inselspital Bern teilt uns mit, dass viele der Patienten sterben? Mit Verlaub, das schlägt sich aber nicht in der immer noch sehr tiefen gemeldeten Sterberate nieder. Wenn schweizweit im Schnitt etwa drei Personen pro Tag an Covid sterben, können es im Inselspital nicht viele sein.
    1. Antwort von Franziska Smolders  (Franziska Smolders)
      Soll das als Rechtfertigung dienen, sich nicht impfen zu lassen?
    2. Antwort von Franz Steiner  (Master Splinter)
      Warum sollte man sich dafür rechtfertigen sich nicht impfen zu lassen?
    3. Antwort von Bernd Lackner  (Blackdoc)
      Bitte wie immer genau lesen:
      Er schreibt: „ Es ist schlimm für die Patienten, die HIER sind. Viele der Patienten sterben oder sind lange auf der Intensivstation“
      Er schreibt explizit von seiner Abteilung, der IPS. Genau diese Ngenauigkeiten führen zu den ständigen Diskussionen über zahlen usw…