Zum Inhalt springen
Inhalt

Rücktritt von Doris Leuthard Zwölf Jahre Bundesrat sind genug

  • Gut ein Jahr vor den nächsten Parlamentswahlen geht das Stühlerücken in der Regierung weiter.
  • Zwei Tage nach Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann (FDP) kündigte auch Umwelt- und Verkehrsministerin Doris Leuthard (CVP) ihren Rücktritt zum Ende des Jahres an.
  • Leuthard zeigte sich während ihrer Rücktrittsrede sichtlich gerührt.
  • Die Bundesrätin war seit 2006 in der Landesregierung.
Legende: Video Leuthard zeigt Emotionen abspielen. Laufzeit 00:22 Minuten.
Aus News-Clip vom 27.09.2018.

«Wechsel sind immer mit Emotionen verbunden», sagt die sichtlich berührte Bundesrätin. Die Schweiz stehe im Moment gut da, bilanziert sie. Die Schweiz werde von internationalen Entwicklungen beeinflusst. Das dürfe man nie vergessen.

«Es gibt ein Leben nach dem Bundesrat», sagte die abtretende Bundesrätin Doris Leuthard in Bern vor den Bundesratsmedien. Einleitend witzelte sie über «Gerüchte aus verlässlichen Quellen» über ihren Rücktritt im März und später im Juni. «Doch die einzige verlässliche Quelle ist die betroffene Person», sagte sie.

Nach zwölf Jahren etwas müde

Sie habe schon vor einiger Zeit entschieden, Ende Jahr zu gehen und dies im Herbst anzukündigen. Sie habe nach zwölf Jahren im Amt eine gewisse Amtsmüdigkeit an sich festgestellt, vor allem wenn gewisse Themen immer wieder aufkämen, wie sie sagte.

Legende: Video Eine Regierung brauche Distanz zu den Parteien, sagt Leuthard abspielen. Laufzeit 00:36 Minuten.
Aus News-Clip vom 27.09.2018.

Leuthard kritisierte, dass die Parteien immer mehr Einfluss auf den Bundesrat nehmen wollten. Das habe sich in den letzten Jahren verstärkt. Die Regierungsmitglieder bräuchten aber Distanz zur Parteipolitik, um als Kollegium zu funktionieren.

Ihr Amt habe sie als Dienst an der Gesellschaft und am Land verstanden und es gerne ausgeführt. Die Arbeit im Bundesrat habe sich in ihren zwölf Amtsjahren aber verändert, sagte Leuthard. «Die Schweiz steht sehr gut da, ist aber zugleich verletzlicher geworden.» Das Umfeld bestimme die Position und auch die Interessen der Schweiz mehr mit. «Dass wir alles selber bestimmen und steuern können, ist ein Trugschluss.»

Mehr Zeit für die Familie

Leuthard freut sich auf das «Leben nach dem Bundesrat», eine Zeit, «in der ich zum Beispiel nicht jede Woche zwei Mal den Koffer packen muss» und auf mehr Zeit mit ihrem Mann und mit ihrer Familie, die in den Bundesratsjahren zu kurz gekommen seien, sagte Leuthard sichtlich gerührt.

Legende: Video Wunsch: Eine nicht mehr so dichte Agenda zu haben abspielen. Laufzeit 00:35 Minuten.
Aus News-Clip vom 27.09.2018.

Konkrete berufliche Absichten, was die Zeit nach der Politik angehe, habe sie noch nicht. «Ich werde aber sicher nicht nur privatisieren.» Vielmehr strebe sie eine gemeinnützige Arbeit in einem Job an, der üblicherweise nicht so heiss begehrt sei.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

24 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Silvio Silla (Silla)
    Die Partei X versucht, wenn nötig auch kämpferisch, einen BR aus den eigenen Reihen (X) ins Amt eines BR zu bringen. Weil der BR klar die Anliegen dieser Partei in den BR-Sitzungen vertreten soll. So habe ich das immer verstanden. Und jetzt kommt Doris Leuthard und jammert am Schluss ihrer Amtszeit; "Die Regierungsmitglieder bräuchten aber Distanz zur Parteipolitik, um als Kollegium zu funktionieren." Was jetzt?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Walter Foletti (Walter Foletti)
    Für diese Magristratin habe ich, ausser 2 Aussagen von ihr, nur Lob übrig. 1. Bei der Preiserhöhung der Vignette sagte sie folgendes: Sollte diese vom Volk nicht akzeptiert werde, würde einfach der Benzinpreis angehoben. 2. Bei der letzte Wahl eines Bundesrates sagte sie: Wir brauchen keinen Tessiner im Bundesrat, denn sie und Frau Sommaruga würden ja Italienisch sprechen. Ausserdem hätte sie beim Postauto Skandal den VR-Präsidenten Urs Schwaller des Amtes entheben müssen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Nach 12 Jahren ist die erst über 50 jährige Doris Leuthardt schon etwas müde. Da lob ich mir den 68 jährigen Bundesrat Ueli Maurer, der - wie im SRF zu vernehmen war - noch voll im Saft ist und mit Energie und Freude seinen Job macht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Silvio Silla (Silla)
      Die ablehnenden Stimmen hier haben eher aus parteipolitischen Gründen als aus Sympathie "ablehnen" zu BR Ueli Maurer gedrückt. Und das ist nicht sauber.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen