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Run auf Subventionen Fünf Kraftwerkbesitzer wollen in Wasserkraft investieren

Legende: Audio Kraftwerkbetreiber buhlen um Bundesgelder abspielen. Laufzeit 2:09 Minuten.
2:09 min, aus HeuteMorgen vom 03.07.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bund will der Wasserkraft mit sogenannten Investitionsbeiträgen unter die Arme greifen. Das wurde im Rahmen der Energiestrategie 2050 entschieden.
  • Nun ist klar, wie viele Kraftwerksbesitzer sich um die Bundesmillionen bewerben.
  • Insgesamt fordern sie 140 Millionen Franken. Das ist mehr, als der Bund zur Verfügung hat.

Wer ein neues grosses Wasserkraftwerk baut oder ein bestehendes Kraftwerk stark ausbaut – wer also in die Wasserkraft investiert - kann seit Anfang Jahr beim Bund Geld anfordern. Fünf Kraftwerksbesitzer haben dies nun getan und ein Gesuch eingereicht. Insgesamt fordern sie eine Summe von 140 Millionen Franken. Das ist viel Geld.

Doch diesen Betrag habe man in etwa erwartet, sagt Marianne Zünd vom Bundesamt für Energie: «Um einen Investitionsbeitrag zu erhalten, braucht man eine rechtskräftige Baubewilligung. Einfach so kann man kein Geld anfordern.» Insofern seien die Gesuche keine Überraschung, sagt Zünd.

Fragezeichen bei der Rentabilität

Fünf Kraftwerksbesitzer wollen in die Wasserkraft investieren und zwar in Zeiten, in denen heftig darüber diskutiert wird, wie rentabel die bestehenden Schweizer Wasserkraftwerke tatsächlich sind. 140 Millionen Franken sind jedoch mehr, als der Bund zur Verfügung hat. Für die nächsten zwei Jahre können 100 Millionen Franken ausbezahlt werden, mehr nicht.

Deshalb prüfe der Bund die fünf Gesuche nun genau, so Zünd: «Man wird schauen, ob wirklich ein Anspruch besteht.» Der Betrag von 140 Millionen Franken könne sich daher noch reduzieren. Zudem würden Gesuche für neue Anlagen bevorzugt berücksichtigt: «Unter diesen Gesuchen erhalten wiederum diejenigen Kraftwerke den Vorzug, die pro Franken am meisten Kilowattstunden bringen.»

Neue und leistungsstarke Kraftwerke werden also bevorzugt. Wer hinter den Gesuchen steht und um welche Projekte es geht, kann das Bundesamt für Energie aus Datenschutzgründen nicht sagen.

Massnahmenpaket zur Förderung der Wasserkraft

Die Wasserkraft erzeugt rund 60 Prozent des Schweizer Stroms. Die Investitionsbeiträge sollen dafür sorgen, dass auch weiterhin in die Wasserkraft investiert wird. Schliesslich will der Bund den Anteil der erneuerbaren Energien deutlich ausbauen.

Diese Investitionsbeiträge sind nur eine Massnahme, mit der die Wasserkraft gestärkt werden soll. Mit der Energiestrategie 2050 wurde ebenfalls eine Marktprämie eingeführt. Auch dafür konnten sich die Werke bewerben. Beim Bund gingen 25 Gesuche für Marktprämien im Umfang von rund 128 Mio. Franken ein.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Nick Schaefer (Nick Schaefer)
    Subventionen für Grossfirmen: Unanständig bis ins Mark. Wer Subventionen erhält, gehört zwingend auf eine öffentliche Liste. Oder aufs Sozialamt, ohne Subventionen. Ohne Ausnahme, ob AKW, EW, Bauern, Künstler, Pharma, Bank, oder RUAG und MOWAG. Gegen den Klimawandel hilft die konsequente Besteuerung der Schadstoffe - was dann von selbst den Aufbau der günstigsten, nachhaltigen Energiequellen nach sich zieht.
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  • Kommentar von Peter Stutz (Peter Stutz)
    Könnte das BFE die komplett überflüssigen 110 mio Franken pro Jahr für die bestehende Grosswasserkraft in die Investitionsbeiträge für neue Wasserkraftwerke umleiten, könnten wir viel neue Wasserkraft zubauen. So aber subventioniert man mit obigen 110 mio Franken fast nur Alpiq und Axpo, was eine indirekte Subventionierung der Atomkraftwerke darstellt. Die anderen Wasserkraftbetreiber haben das nachgeschossene Geld für die bestehende, rentierende Grosswasserkraft nur in kleinem Masse beantragt.
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  • Kommentar von Alexander Ognjenovic (Alex)
    Es ist sehr wichtig in Wasserkraft zu investieren! Wasserkraft ist erneuerbare Energie weil Wasser weltweit immer in der gleichen Menge vorhanden ist und noch dazu sauber ist! Kurz erklärt: fliessendes Wasser setzt Turbinen in Bewegung, Turbinen wiederum setzen Dauermagneten in Bewegung und diese wiederum erzeugen einen Wechselmagnetfeld in Eisenkernen und diese erzeugen dann die Wechselspannung und den Wechselstrom in den 3 Spulen des Generators! Alles umweltfreundlich und 0 CO2 - Emissionen!
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