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Schweiz Russen überprüfen Schweizer Armee

Vier Militärinspektoren aus Russland sind zurzeit auf Inspektion bei Truppenverbänden in der Schweiz. Der Zeitpunkt erstaunt angesichts des Ukraine-Konflikts, doch gibt es daran nichts auszusetzen.

Legende: Video Die russische Inspektion ist umstritten abspielen. Laufzeit 01:48 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.09.2014.

Vier russische Offiziere besuchen noch bis Donnerstag in verschiedenen Teilen der Schweiz Truppen und Militäreinrichtungen und sprechen mit Kommandanten. Es habe ihn auch überrascht, dass Russland in diesen doch schwierigen Zeiten diese Priorität setze, sagt CVP-Nationalrat und Aussenpolitiker Gerhard Pfister. Russland habe aber klar das Recht, solche Inspektionen durchzuführen.

Denn die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa OSZE erlaubt jedem Mitgliedsstaat, die Armee eines anderen Mitgliedsstaates zu inspizieren.

Kurzfristige Ersuchen sind gewollt

Doch wieso findet der Besuch so kurzfristig statt, schliesslich haben sich die Russen erst letzten Donnerstag angemeldet? Auch das entspreche den Spielregeln, erklärt Walter Frik vom Verteidigungsdepartement VBS. Er verweist auf das Wiener Dokument der OSZE, wonach solche Inspektionsersuchen mindestens 36 Stunden und höchstens fünf Tage im Voraus gestellt werden müssen. Solche Inspektionen würden notwendigerweise kurzfristig einberufen, im Sinne der vertrauens- und sicherheitsbildenden Massnahmen.

Die Schweiz muss also diese russischem Militärinspektionen zulassen und soll dies auch, wie SVP-Aussenpolitiker Luzi Stamm bekräftigt: «Ich bin klar der Meinung, dass die Schweiz mit den Russen courant normal weiterverfolgen und nichts ändern sollte.»

Besondere Stellung in der Vermittlerrolle

Es gehe hier aber auch um die Glaubwürdigkeit der Schweizer Aussenpolitik und das derzeitige OSZE-Präsidium der Schweiz, ergänzt Pfister: «Insofern wäre es nicht richtig, sich nicht an die OSZE-Regeln zu halten.»

Die Schweiz, die von anderen die Einhaltung völkerrechtlicher Bestimmungen verlangt, muss demzufolge mit gutem Beispiel vorangehen. Andernfalls würde sie ihre eigenen Vermittlungs- und Friedensbemühungen schwächen.

(brut;vonh)

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23 Kommentare

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  • Kommentar von S. Pfiffner, St. Gallen
    Man könnte die ganze Übung auch anders sehen: Die Russen möchten damit zeigen, dass die Verträge für den Frieden und die OSZE als Friedensorganisation wichtig ist. Und das Sie die Schweiz als wertvolles Mitglied schätzen. Sie möchten trotz allem ein Teil von Europa sein und zeigen dies mit einem Besuch (Hallo wir sind nicht in Sibirien eingefroren). Und dies obwohl (oder genau weil) das VBS die Russen an der Flugshow aussperren "musste".
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  • Kommentar von Rosmarie Bachmann, Trubschachen
    Die russischen Offiziere sind vielleicht auf der Rückreise vom Flugmeeting in Montreux. Da wollten sie nur mal reinschauen was bei uns an Kriegsmaterial so herumsteht. Da der CH Bundesrat nicht nach Russland geht, kommen sie eben zu uns. Kann auch sein dass das VBS Beratung braucht, wie unsere Armee militärisch mit einer Invasion aus der EU fertig würde, falls wir uns weiterhin weigern Vollmitglied zu werden. Russland soll die besten Panzer der westlichen Welt herstellen. Qualität wollen wir.
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  • Kommentar von Karl Pau, St. Gallen
    Hoffen wir nur, dass sich BR Maurer nicht von den Russen anstecken lässt und alle Gebiete der 5. Schweiz befreien (erobern) will.
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    1. Antwort von Alex Kramer, ZH
      Vielleicht erkennen Sie nun die Vorteile / Stärken des Miiliz-Systems, anstelle totalitärer Macht eines Einzelnen und einem Volk, welches sich vor der eigenen Armee drangsalieren lassen muss? Freiheit beginnt im eigenen Kopf!
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