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Schweiz Russland-Sanktionen: Schweiz in der Kritik

Scharfe Kritik an der Haltung der Schweiz gegenüber Russland im Ukraine-Konflikt: Estlands Präsident wittert in der Schweizer Ablehnung der Übernahme von EU-Sanktionen eine Taktik, um dem Bankensektor Vorteile zu verschaffen.

Präsident Ilves
Legende: Ilves: Stimmung Osteuropas gegenüber der Schweiz hat sich eingetrübt. Keystone

«Die Reaktionen auf die angekündigten Sanktionen durch EU-Staaten waren für den Ruf der Schweiz in Europa nicht gerade förderlich», sagte Staatschef Toomas Hendrik Ilves gegenüber der «SonntagsZeitung».

Die Schweiz müsse «mit der Kritik leben, dass sie nur deshalb ihre eigenen Sanktionen erlassen hat, um sich im Bankensektor Vorteile zu verschaffen». Das Argument der Schweiz, ein möglicher neutraler Vermittler zu bleiben, lässt Ilves nicht gelten. «Natürlich braucht es Vermittlungen, aber keine neutralen Vermittler.»

Spätfolgen der Einwanderungsinitiative

Überhaupt sei er sich nicht sicher, was Neutralität im andauernden Konflikt in der Ukraine bedeute. So würden sich etwa Schweden und Irland als neutral bezeichnen, müssten aber als EU-Mitglieder die Sanktionen gegen Russland mittragen. «Der Neutralitätsbegriff ist heute für mich so leer wie noch nie», sagte Ilves.

Zwar müsse jeder souveräne Staat für sich entscheiden, wie er mit einer bestimmten weltpolitischen Situation umgehe. Doch in Bezug auf die Schweiz kann er sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: «Seit der Einwanderungsinitiative ist man in Osteuropa nicht sehr gut auf die Schweiz zu sprechen. Der Ausgang der Abstimmung war abscheulich, um es unverblümt zu sagen.»

VBS-Chef lässt Moskau-Besuch platzen

Derweil hat Verteidigungsminister Ueli Maurer offenbar wegen der Ukraine-Krise einen Besuch bei seinem russischen Amtskollegen Sergej Schoigu abgesagt. Das habe das Verteidigungsdepartement VBS bestätigt, meldet die «Sonntagszeitung».

Offiziell begründete das VBS die Absage mit «Terminschwierigkeiten» auf beiden Seiten. Das Treffen der beiden Verteidigungsminister in Moskau war ursprünglich für Anfang April geplant, wurde aber nach Ausbruch der Ukraine-Krise verschoben.

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114 Kommentare

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  • Kommentar von E. Burri, Luzern
    Hahahaha, wenn eine politische Person aus Estland die Schweiz kritisiert, kann dies nur ein Kompliment und Bestätigung sein, dass die Schweiz wie bisher auch zukünftig auf dem richtigen Weg ist. Wie die Geschichte beweist, hatten die estländischen Politiker schon in der Vergangenheit und aktuell schon immer alles falsch gemacht:-)
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  • Kommentar von Marcel Chauvet, Neustadt
    @Egli, BS & Co.: Wäre an Ihrer näheren Info sehr interessiert, wo ich mein Zeilengeld abholen kann. Wenn Ihnen meine "Platten" nicht passen, brauchen sie meine Songs ja weder zu hören noch zu lesen. Es gibt eben Leute, die nur ein Faible für volkstümliche Schnulzen, Örgelis, Alphornblasen und Fähnlesschwingen haben. Was nicht auf dieser Linie ist, wird dann als äußerst störend empfunden.
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    1. Antwort von Resi Weber, Lausanne
      Herr Chauvet, wir (erlaube mir im Namen von allen Lesern hier) hören Ihre Songs gerne und lesen auch Ihre Kommentare. Wir sind ja in einem öffentlichen Forum! Für die Netiquette sorgen die Tüchtigen beim SRF. Danke. Jedoch wenn Sie auf Ihre Kritik Schlag auf Schlag Antwort kriegen, müssen Sie das in Kauf nehmen oder eben freiwillig dem Alphornblasen nicht zuhören. Schöne Grüsse nach Deutschland.
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  • Kommentar von Sven Hyppie, Zürich
    Wenn man bedenkt, dass bspw. EG-Mitbegründer Frankreich und mit seiner zwar leicht verwirrten, jedoch durch und durch sozialistischen Regierung Russland FLUGZEUGTRÄGER für dessen Kriegsmarine liefert, ist kein Problem..Aber wenn die Schweiz Käse und Diplomaten nach Russland exportiert ist das wieder ein Sündenfall sondergleichen. Wirklich nicht allzu hilfreich, auf andere zu schiessen, wenn man selbst noch viel mehr von Ex- und Importen nach und aus Russland abhängig ist. Quängelfaktor 10.
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