Salez: Kein Gerichtsverfahren nach Tod des Täters

Am Tag nach der Attacke in einem Zug bei Salez (SG) ist der Täter am Sonntag im Spital verstorben. Ein Gerichtsverfahren gegen den Beschuldigten kommt damit nicht mehr infrage. Die Ermittlungen laufen trotzdem weiter.

Blick in den Zug, in welchem die Tat geschah – er ist abgesperrt durch ein Band der Polizei. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Rechtlich kann der Täter nach dessen Tod nicht mehr belangt werden. Die Ermittlungen werden aber fortgeführt. Keystone

In der Regel wird ein Ermittlungsverfahren eingestellt, wenn der Beschuldigte stirbt. Im Falle der Zug-Attacke im St. Galler Rheintal habe der Tod des Täters aber keinen Einfluss auf die laufenden Ermittlungen, erklärte die St. Galler Staatsanwaltschaft gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Der Sachverhalt müsse so gut wie möglich abgeklärt werden, auch wenn der mutmassliche Täter nicht mehr am Leben sei, teilte Roman Dobler, Sprecher der Staatsanwaltschaft, mit.

Einer der Gründe: Es könne theoretisch sein, dass bei den Abklärungen noch Mittäter auftauchten. Im konkreten Fall gebe es dafür allerdings keine Hinweise, betont Dobler.

Beschuldigter kann nicht mehr belangt werden

In den nächsten Tagen laufen die Ermittlungen weiter. Sind sie abgeschlossen, werden die Erkenntnisse ausgewertet. «Sobald alle Puzzleteile vorliegen, werden sie, soweit dies möglich ist, zu einem Gesamtbild zusammengefügt», schildert der Sprecher der Staatsanwaltschaft den Ablauf.

Nach dem aktuellen Stand kommt es nach der Gewalttat auch zu keinem Gerichtsverfahren, weil der mutmassliche Täter nicht mehr belangt werden kann. Damit wird der Fall später nicht mehr öffentlich ausgebreitet. Über die Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft wird es trotzdem Auskünfte geben: Man werde informieren, sobald die Untersuchung abgeschlossen sei, kündigte Dobler an.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Nach Brandattacke im Zug

    Aus Tagesschau vom 15.8.2016

    Am Samstag hat ein 27-Jähriger in Salez Zugpassagiere mit einer brennbaren Flüssigkeit attackiert. Dabei wurde eine Person getötet und fünf weitere verletzt. Das sechs-jährige Mädchen und die 43-jährige Frau, die schwer verletzt im Spital liegen, sind ausser Lebensgefahr. Weiterhin in kritischem Zustand befindet sich aber eine 17-jährige Frau.