Zum Inhalt springen

Header

Video
SBB-Sprecherin: «Die Situation bei den Nachtzügen ist heute eine andere»
Aus News-Clip vom 16.09.2020.
abspielen
Inhalt

SBB baut Nachtzug-Angebot aus SBB-Mediensprecherin: «Wir wollen auf Trends reagieren»

Statt per Flugzeug mit der Bahn: Die SBB will das Angebot der Nachtzüge ins Ausland ausbauen – zusammen mit ihrer österreichischen Partnerin ÖBB. Was genau die Nachtzug-Nutzer erwartet, erklärt SBB-Mediensprecherin Ottavia Masserini im Interview mit SRF.

Ottavia Masserini

Ottavia Masserini

SBB-Mediensprecherin

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Seit Mai 2018 ist Ottavia Masserini SBB-Sprecherin Romandie bei der Medienstelle in Bern.

SRF News: Welche Neuerungen erwartet die Reisenden bei den Nachtzügen?

Ottavia Masserini: Bis 2024 wollen wir zusammen mit den ÖBB das Nachtzug-Angebot nach Europa ausbauen. Konkret soll unser Angebot von sechs auf zehn Linien aufgestockt werden. Neu sollen die Destinationen Amsterdam, Barcelona und auch Rom mit Nachtzügen bedient werden.

Sie setzen auf einen Trend?

Ja. Wir haben in den vergangenen Jahren ganz klar bei unseren Kundinnen und Kunden gesehen, dass sich die Diskussionen um Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen intensiviert haben. Im Jahr 2019 haben wir verglichen mit dem Vorjahr eine Angebotsnachfrage um 25 Prozent festgestellt. Wir spüren, dass unsere Kunden auch beim Thema Reisen die Nachhaltigkeit höher gewichten als noch vor ein paar Jahren. Als Service-Public-Unternehmen haben wir den Auftrag, auf solche Trends zu reagieren.

Als Service-Public-Unternehmen haben wir den Auftrag, auf solche Trends zu reagieren.

Vor rund zehn Jahren hat die SBB die Nachtzüge eingestellt, jetzt steigt sie wieder ein. War der Ausstieg ein Fehler?

Das war zum damaligen Zeitpunkt bestimmt kein Fehler! Das Geschäft mit den Nachtzügen war vor zehn Jahren extrem defizitär. Wir konnten uns die Defizite schlicht nicht mehr leisten. Unser Angebot konnte mit den Billig-Flügen in die Städte Europas einfach nicht mehr mithalten. Die Situation heute ist eine komplett andere. Neben dem gestiegenen Bedürfnis bei unserer Kundschaft ist heute auch die Bereitschaft der Politik vorhanden dem Nachtzugangebot finanziell unter die Armen zu greifen.

Sie knüpfen den geplanten Ausbau an die Bedingung, dass der Bund den Betrieb mit Geldern aus dem neuen Klimafonds subventioniert. Gibt es keine Alternativen?

30 Millionen ist der Fehlbetrag, welchen wir bei einem Ausbau des Nachtzug-Netzes auf zehn Linien pro Jahr einfahren werden. Der Verlust muss gedeckt sein, die SBB kann den Fehlbetrag nicht selber tragen.

Nachtzüge sind nicht sehr effizient.

Aus welchen Gründen ist der Betrieb von Nachtzügen kostenintensiver als beispielsweise der Betrieb eines Intercitys?

Ein Nachtzug ist nur in der Nacht im Einsatz, am Tag stehen die Wagons herum. Die Fahrt erfolgt meist in geringerem Tempo und über weitere Strecken. Nachtzüge sind somit nicht sehr effizient. Zudem handelt es sich um sehr kleine Flotten, welche mit vielen Extras unterhalten und instand gehalten werden müssen.

Das Gespräch führte Matthias Thomi.

Video
SBB versprechen neue Nachtzüge
Aus 10vor10 vom 16.09.2020.
abspielen

10vor10, 16.09.2020; 21:50 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

14 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Damian Derungs  (Domino)
    Und wieder einmal mehr verschleudert die sbb Geld das sie nicht hat, egal wie viel verlust sie machen, die politiker werden schon ein paar subventionen mehr sprechen. Schliesslich sind die sbb ja die guten, klimafreundlich, immer pünktlich, nie überfüllt, immer auf das aktuellle wetter vorbereitet und haben nie störungen
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Mike Steiner  (M. Steiner)
      besser, man subventioniert die Bahnen als die Luftfahrtunternehmen (denen man nota bene zu Coronazeiten Milliarden in den Hintern buttert, obwohl man uns die Klimakrise predigt, widerlich!).
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Bernhard Meyer  (Bernhard Meyer)
    Wieso wurde der Reisezug nach Süditalien eingestellt ? Enorm viele Reisende haben diesen Zug zur Ferienzeit benutzt, die jetzt gezwungener Masse mit dem Auto in den Süden fahren.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Rolf Helbling  (Rolf Helbling)
      Eventuell waren diese Züge nach Italien halt nur während wenigen Wochen wirklich gut ausgelastet und deshalb nicht rentabel. Das könnte auch jetzt noch ein Problem bleiben. Im Januar oder Februar fahren wohl nicht viele Leute aus der Schweiz nach Rom.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Andreas Müller  (Hugh Everett)
    Ja die SBB regiert auf Trends, vollkommen richtig. Und der Trend war nun mal Geld zu sparen und die wunderbaren City Night Line Züge verlottern zu lassen und dann zu verkaufen. Alles unrentable muss weg. Zum Beispiel auch die Speisewagen, Panoramawagen und das Wägeli mit Verpflegung. Outgesourct und dann abgeschafft da unrentabel. Genau gleich ist man bei der Ausbildung von neuen Lokführern vorgegangen. Ist ja nicht rentabel.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen