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Schweiz Schiefergas-Projekt: Angst vor dreckigem Trinkwasser

Ein kleines Dorf im Kanton Neuenburg wehrt sich gegen ein Bohrprojekt einer grossen Firma: Die Anwohner befürchten, dass die Bohrungen durch die britische Celtic Energy Holdings ihr Trinkwasser verschmutzt. Eine Petition soll sie nun stoppen.

Legende: Video Neues Erdgas-Projekt sorgt für Unruhe abspielen. Laufzeit 01:42 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 01.09.2013.

Im Val de Travers im Neuenburg weht dem Unternehmen Celtic Energy Holdings aus Grossbritannien ein eisiger Wind entgegen. Grund: Die Bewohner wehren sich gegen die geplanten Schiefergasbohrungen der auf Gas- und Öl-Schürfungen spezialisierten Firma in der Areuse. Sie befürchten, dass die Bohrungen die Natur beschädigen und ihr Trinkwasser verschmutzen könnten. Dieses bezieht die Gemeinde Noiraigue von dem Fluss.

Ihre Furcht gründet auf dem Erdbeben, das ein Geothermie-Projekt Ende 2009 in Basel-Stadt auslöste. Es richtete einen Sachschaden von 9 Millionen Franken an.

Nicht zu vergessen der Vorfall im St. Gallischen Sittertobel vor über einem Monat. Damals rüttelte am frühen Morgen ebenfalls die Erde. Das Beben hatte laut dem Schweizerischen Erdbebendienst eine Stärke von 3.6 erreicht wurde durch Geothermie-Bohrungen freigesetzt.

Petition gegen Bohrung

Die Stärke des Erdbebens in St. Gallen lässt sich nicht mit jener in Basel vergleichen. Den Bewohnern im Val de Travers genügt das Projekt der Briten aber allemal, dieses gar nicht erst starten zu lassen.

Deshalb sammeln sie in einer Petition Unterschriften für ein Nein, wie sie an der Medienkonferenz vom Freitag bekannt gaben. Unterstützung hoffen sich die Betroffenen zudem von La Chaux-de-Fonds, das sein Trinkwasser ebenfalls aus der Areuse bezieht.

Der Westschweiz-Korrespondent Bruno Bossart schätzt die Chancen der Petition als gering ein: «Gegen das Vorhaben von Celtic Energy Holdings können sie nichts machen, wohl aber der Kanton». Die Bewohner hofften, dass der Kanton dem Projekt einen Riegel schiebt. Danach müsse noch der Grossrat entscheiden. Zudem besteht die Möglichkeit, einen Rekurs einzulegen.

«Seit Basel und St. Gallen ist man hier vorsichtiger geworden», sagt Bossart. Bohrungen seien nicht so harmlos, wie bisher angenommen. Er geht nicht davon aus, dass mit dem Projekt wie vom Unternehmen gewünscht, nächstes Jahr losgelegt werden kann. Insbesondere, da das letzte Wort noch nicht gesprochen sei.

«Extrem kleines» Risiko

Unbedenklich hingegen findet das Unternehmen selbst sein geplantes Schiefergas-Projekt: In einer Ende Juni vorgelegten Studie kam es zum Schluss, dass die Bohrungen ein «extrem kleines» Risiko enthalten. Dies, weil kein Fracking angewendet werde, bei dem chemische Substanzen zum Einsatz kommen.

Stattdessen würde gänzlich auf traditionelle Methoden gesetzt. Celtic-Direktor Stuart Catterall versicherte gegenüber dem Westschweizer Fernsehen im Juni: «Konventionelle Bohrmethoden sind viel interessanter für uns als nicht-konventionelle». Es herrsche wohl Verwirrung.

«Schwarzes Wasser»

Die Areuse fliesst durch die gleichnamige Schlucht. Die vorgesehenen Bohrungen sollen in der Fluss-Gemeinde Noiraigue stattfinden, welche 729 Meter über Meer liegt. Noiraigue bedeutet auf Deutsch «schwarzes Wasser».

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11 Kommentare

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  • Kommentar von M. Haener, Büsserach
    Wie wäre es wenn sich spätestens bei Bohrungsbeginn 300'000 Menschen im Val de Travers einfinden würden um gegen dieses Vorhaben zu demonstrieren und es zu blockieren..? Allen voran der WWW-Ueli, Apropos Werte, Wurzel und Weitsich, wäre dies doch eine Gelegenheit sondergleichen Glaubwürdigkeit zurück zu gewinnen..?
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  • Kommentar von Mike Steiner, Winterthur
    Hände weg vom Val de Travers! Eines der schönsten Gebiete von einer englischen Firma (Grossbritannien ist in Sachen Umweltschutz und sozialverträglichem Kapital kein Held!) durchlöchern zu lassen, kommt nicht infrage! Und den Beteuerungen betr. "konventioneller Abbaumethode" glaube ich kein Wort!!!
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  • Kommentar von Thomas Koch, Stuttgart
    Ich hoffe doch sehr, dass zumindest das schweizer Volk die politischen Möglichkeiten hat, diesen Raubbau aus Profitgier zu stoppen! Denn wenn es nicht mal in einer direkten Demokratie möglich ist sich vor der Ausbeutung durch internationale Konzerne zu schützen, befürchte ich das Schlimmste für uns alle!
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