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Stadtpräsident André Ingold (SVP): «Der Stadtrat hatte kein Vertrauen mehr.»
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 18.09.2020.
abspielen. Laufzeit 07:29 Minuten.
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Schikane-Vorwürfe Dübendorf entzieht SVP-Sozialvorsteherin ihr Dossier

  • Nach erneuten Vorwürfen gegen das Sozialamt Dübendorf entzieht der Stadtrat der SVP-Sozialvorsteherin Jacqueline Hofer das Sozial-Dossier per sofort.
  • Vom Leiter der Abteilung Soziales trennt er sich laut Mitteilung «in gegenseitigem Einvernehmen per sofort».

«Wir müssen Frau Hofer aus dem Schussfeld nehmen», erklärt Stadtpräsident André Ingold das Vorgehen. Vor zwei Wochen hätte der Stadtrat Untersuchungen der Missstände im Sozialamt angekündigt; die wolle man in Ruhe durchführen, «ohne politisches Geplänkel». Von Entmachtung will er deshalb nicht sprechen, obwohl der Stadtrat seiner Parteikollegin Frau Hofer das Dossier «Soziales» entzogen hat.

«Hoch problematisch»

Die Trennung vom Leiter Abteilung Soziales stehe hingegen in direktem Zusammenhang mit nicht korrekt publizierten Unterstützungsrichtlinien. «Aus unserer Sicht ist dies eine klare Intransparenz gegenüber unserer Bevölkerung.» Das gehe so nicht und sei hochproblematisch.

Ingold räumt aber ein, dass es auch um missbrauchtes Vertrauen gehe. Die Vorsteherin des Sozialdepartements habe versprochen, die Unterstützungsrichtlinien aufzuschalten, und das sei nicht der Fall gewesen. Ganze Kapitel hätten gefehlt. War der letzte Vorfall mithin nur der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte? «Das kann man so interpretieren», sagt Ingold.

Der Stadtrat hat ganz klar kein Vertrauen mehr gehabt.
Autor: André IngoldStadtrpräsident André Ingold

Die Stadt Dübendorf sorgte in der Vergangenheit schon mehrfach mit Missständen beim Sozialamt für Schlagzeilen. Unter anderem hatte eine Sozialamts-Mitarbeiterin rechtsextreme Facebook-Einträge gepostet. Die jüngsten Vorwürfe stammen von Anfang September: Sozialhilfebezüger seien exzessiv überwacht und abfällig behandelt worden, und Gespräche seien heimlich aufgezeichnet worden.

Sozialhilfebezügerinnen als «fette Schlampe» bezeichnet?

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Gemäss «Tages-Anzeiger» von Anfang September sollen einzelne Sozialhilfebezügerinnen hinter deren Rücken als «fette Schlampe» und – im Falle einer Burka-Trägerin – als «Pinguin» bezeichnet worden sein.

Bereits vor vier Jahren wurden erstmals Missstände bei den Dübendorfer Sozialbehörden publik. Damals postete eine Sozialamts-Mitarbeiterin rechtsextreme Facebook-Einträge.

Nachdem Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger Kritik an den Dübendorfer Behörden übten, weil sie sich generell wie Schmarotzer behandelt fühlten, richtete die Stadt eine Ombudsstelle ein.

Jacqueline Hofer ist nun so lange nicht mehr für das Sozial-Dossier zuständig, bis die Untersuchungen gegen das Dübendorfer Sozialamt abgeschlossen sind. Das Dossier übernimmt Stadtpräsident André Ingold. Bis in einem halben Jahr soll die Untersuchung durch das Parlament abgeschlossen sein und ein Bericht vorliegen.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr;

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Jeanôt Cohen  (Jeanot)
    Kann aus eigen Erfahrung sagen, das es auch sehr professionelle, kompetente und korrekte Mitarbeiter bei die Sozialamter gibt. Leider hört man da nahezu nichts darüber, über alle dieser Leute die sich vom ganzen Herzen für sehr verschiedener Menschen einsetzten.
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    KEIN Diplom, ist ein Garant für effektive "Eignung" einer Person für eine Position! Das gilt ganz speziell auch für sämtliche Positionen in sämtlichen Sozialbereichen schweizweit! Ua gibt es zu viele Leute in falschen Positionen beim: Bundesamt für Migration, SECO, welche über zu wenig "Rückgrat" verfügen, wenn es um MigrantenInnen geht, welche sich nicht selber integrieren und ebensowenig für den eigenen Lebensunterhalt arbeiten wollen, allgemein um "Sozial-SchmarotzerInnen" geht!
    1. Antwort von Daniel Flückiger  (Daniel Flückiger)
      Da haben Sie aber eine grosse Anstrengung hinter sich, wenn Sie in „sämtlichen Sozialbereichen“ (was auch immer Sie damit meinen) eine Eignungsprüfung aller Mitarbeitenden vorgenommen haben. Ich auf meiner Seite habe im Sozialbereich viele kompetente Menschen, die einen Superkob machen, angetroffen. Die meisten von Ihnen MIT Diplom, weil sie eine fundierte Ausbildung absolviert haben.
    2. Antwort von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
      Rückgrat im Sozialbereich heisst, für andere Menschen einstehen, deren Situation verstehen, deren Leben, Biographie und Werdegang. Rückgrat im Sozialbereich heisst, sich gegen eine populistische Mehrheit zu stellen und dem Humanismus Gehör verleihen. Rückgrat im Sozialbereich bedeutet, über den eigenen Tellerrand schauen. Rückgrat als Mensch haben bedeutet, sozial und menschlich zu leben, denken, handeln. Villeicht vs kapitalistisch, rassistisch, populistisch, narzistisch.
  • Kommentar von Christian Strahm  (seegurke)
    Sozialämter kennen ja sehr strenge Abrechnungsregeln. Möglicherweise wäre es angebracht, dass diese Person die bezogenen Gehälter in Raten zurückbezahlt.