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Schweiz Schnee vertreibt Asylsuchende vom Lukmanierpass

Die Wetterverhältnisse machen der 1900 Meter gelegene Asylunterkunft auf dem Lukmanierpass schwer zu schaffen. Das zuständige Bundesamt für Migration schliesst die Unterkunft. Heute Freitag verlassen die letzten drei Bewohner den Bunker. Ein Rückblick.

Das Wetter ist schuld daran, dass die Asylunterkunft des Bundes auf dem Lukmanierpass heute schliessen muss. Der frühe Schnee und der Temperatursturz in den letzten Wochen verhindern eine Weiterführung. Seit Juni waren dort 222 Asylsuchende untergebracht. Der Grossteil von ihnen ist inzwischen weg. Bis am Abend werden die letzten drei Verbliebenen den Bunker verlassen haben.

Gemeinde zufrieden – Asylbewerber nicht

Als Gegenleistung dafür, dass die Bündner Gemeinde Medels die Asylbewerber aufgenommen hat, finanzierte der Bund die Unterkünfte. Zudem stellte er einen Gemeindearbeiter zur Verfügung, der das Projekt betreut hat. Peter Binz ist der Gemeindepräsident von Medels. Er zieht nach fünf Monaten Bilanz. «Wir haben von Anfang an positive Erfahrungen gemacht, sei es mit dem BfM, mit der Kantonsregierung, aber auch mit der Bevölkerung», sagt er rückblickend.

Video
Gemeindepräsident und Asylbewerber sind unterschiedlicher Ansicht
Aus News-Clip vom 18.10.2013.
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Anders klingt es bei den Asylsuchenden selbst. «Es war ein einsamer Ort. Man konnte nur einmal in der Woche in die Stadt», erinnert sich etwa Bewohner Vincent. Und Kollege Ali fügt hinzu: « Du weisst nicht, wohin du gehen sollst. Am Lukmanier hat es nichts.»

Arbeiten half und lenkte ab

Doch längst nicht alles war schlecht für die Bewohner: «Das Gute hier war, dass wir arbeiten konnten. Man denkt nicht zu viel nach, man schläft nicht einfach am Nachmittag. Du arbeitest und dann bist du müde. So schläft man wenigstens gut», sagt Vincent. Insgesamt 1300 Arbeitstage haben die über 222 Asylsuchenden für die Gemeinde geleistet und wurden mit 30 Franken pro Tag entschädigt. Täglich sind sie dafür vom Lukmanier ins Dorf Curaglia gefahren.

Für die letzten Asylsuchenden am Lukmanier geht es in die Städte Schwyz, St. Gallen und Zürich. Der Sprecher des Bundesamtes für Migration (BfM) teilte vergangene Woche mit, da die Zahl der Gesuche gesunken sei, habe man genügend Spielraum, um die Asylbewerber anderswo unterzubringen.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Alexander Moser , Interlaken
    "Insgesamt 1300 Arbeitstage haben die über 222 Asylsuchenden für die Gemeinde geleistet" Das sind knapp 6 Arbeitstage, die jeder einzelne im Durchschnitt geleistet hat. Wie lange waren sie dort oben? Ich arbeite auch 6 Tage - aber pro Woche!!!! Will man uns mit solchen "Zückerchen" vera****en? Abgesehen davon dass das noch einmal zusätzliche 39000.00 Ausgaben waren - wie wenn uns die Scheinasylanten (ich gehe davon aus, dass es fast ausschliesslich solche waren) nicht schon genug kosten würden!
  • Kommentar von Franz NANNI , Nelspruit SA
    Das mit dem Schnee hat man vorher nicht gewusst... oder.
    1. Antwort von Beppie Hermann , Bern
      Treffender Kommentar, Franz, danke!
    2. Antwort von M. Schenk , Aargau
      Nein man war sich sicher der Klimawandel ist da....
    3. Antwort von Marlene Zelger , 6370 Stans
      M. Schenk, genau! In den letzten Jahren hatten wir es wieder vermehrt mit strengen Wintern zu tun.
    4. Antwort von Alexander Moser , Interlaken
      @Marlene Zelger: Tja, das mit den strengen Wintern ist anscheinend nicht bis in die Schaltzentrale in Bern durchgedrungen! Bis die feinen Damen und Herren Politiker und Beamte mit der Arbeit beginnen, sind die Strassen längst geräumt, die Gehwege freigeschaufelt...
  • Kommentar von Björn Christen , Bern
    Man merkt an den Kommentaren dieser Asylanten, dass es sich hier um Wirtschaftsflüchtlinge handelt. Wer zu Hause um sein Leben fürchten muss, meckert nicht rum, nur weil er in einem sicheren Land temporär in Abgeschiedenheit untergebracht ist.
    1. Antwort von Kurt Schweizer , Rheintal
      Genau, wir (die Schweiz) sind sowieso viel zu attraktiv für Asylanten, eigentlich sollten viel mehr Asylunterkünft an der Kälte stehen....