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Schneider-Ammann in den USA Chancen für Freihandelsabkommen intakt

Legende: Video Johann Schneider-Ammann: «Es gibt zwei Knackpunkte: Die Landwirtschaft und dass wir für die Amerikaner nicht das wichtigste Land sind.» abspielen. Laufzeit 01:04 Minuten.
Aus News-Clip vom 04.12.2018.

Die Schweiz und die USA wollen bei der Berufsbildung verstärkt zusammenarbeiten. Ein entsprechendes Abkommen hat Bundesrat Johann Schneider-Ammann in Washington unterzeichnet. Bei seinem letzten Besuch in den USA als Bundesrat ging es auch um ein mögliches Freihandelsabkommen.

Grünes Licht von den USA für die Verhandlungen eines Freihandelsabkommen zu erhalten – das wäre wahrlich die Krönung der Amtszeit von Schneider-Ammann gewesen.

Legende: Video Johann Schneider-Ammann: «Die Hürden in der Landwirtschaft? Es geht um Spezifikationen im sanitären Bereich und um genmanipulierte Produkte.» abspielen. Laufzeit 00:34 Minuten.
Aus News-Clip vom 04.12.2018.

Das ist ihm nicht gelungen, aber es fanden am Montag in Washington mit dem Vize-Handelsbeauftragten der USA, Jeffrey Gerrish, vertiefte Gespräche statt. So sei zum Beispiel über den Knackpunkt Landwirtschaft gesprochen worden, sagt Johann Schneider-Ammann. «Das Verständnis ist qualitativ verbessert, aber es braucht noch einiges an Diskussionen, um dann feststellen zu können, ob man verhandlungsfähig ist oder nicht»

Der Vize-Handelsbeauftragte der USA, Jeffrey Gerrish, und Bundesrat Johann Schneider-Ammann
Legende: Der Vize-Handelsbeauftragte der USA, Jeffrey Gerrish, und Bundesrat Johann Schneider-Ammann (rechts). Zur Verfügung gestellt

Das klingt vorsichtig, aber Schneider-Amman hält die Chancen für ein Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und den USA für intakt. Er weist auf das jüngst abgeschlossene Abkommen mit Indonesien hin – und die, wie er sagt, «vielversprechenden Verhandlungen» mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur.

Besser im Vorfeld etwas mehr investieren, damit das Resultat dann akzeptiert wird.

Es gelte, Vertrauen bei den Verhandlungspartnern zu bilden, aber auch innenpolitisch, sagt er. Und so Fehler zu vermeiden, wie 2006, als ein Freihandelsabkommen zwischen den USA und der Schweiz scheiterte. «Besser im Vorfeld etwas mehr investieren, damit in der eigentlichen Verhandlung die Effizienz gesteigert werden kann und vor allem damit das Resultat dann akzeptiert wird», sagt Schneider-Ammann.

Legende: Video Johann Schneider-Ammann: «Ich habe Ihnen gesagt, kommt ans WEF. Ich schaue euch dann zu, wie ihr euch über die schwierigen Fragen beugt. Am Nachmittag könnte ich dann mit euch Skifahren.» abspielen. Laufzeit 00:50 Minuten.
Aus News-Clip vom 04.12.2018.

Nächste Gespräche mit den US-Behörden würden am kommenden Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar erfolgen. Bundesrat Schneider-Ammann, der sich in seiner Amtszeit als Wirtschaftsminister stark für die US-schweizerische Handelsbeziehungen eingesetzt hat, wird sie als Privatmann verfolgen.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Wir sollten nich mit einem so grossen Land wie die USA ein "normales" Freihandelsabkommen für Landwirtschaftsprodukte abschliessen. Unser kleines Land wird von solchen Märkten völlig überrannt und unsere Anstrengungen für Land und Tiere zunichte gemacht. Wir könnten aber mit den USA ein "kleines" Abkommen unterhalten, das sich auf gleichgestellte Bio-Produkte und Tierhaltung bezieht. Denn es gibt auch in den USA einen mächtigen Trend zu Bio-Produkten. In den USA wird Bio aber "Organic" genannt.
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  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    Ich schätze Bundesräte die ihre Auftritte sorgsam planen und langsam voranschreiten. Amman war(bald) ein solcher. Er repräsentierte CH Werte ohne schrille Begleitmusik. Freihandel bedeutat ja nicht, dass der Schweizer per sofort ami-Gentechproduckte essen MUSS und BIO Salat vom Bauer nebenan verboten wird. Aber vielleicht baut Stadler rail mit x-tausend Mann in den USA die US-Rail neu! Oder Pilatus dealt in den Staaten, damit in Buochs die Werkhallen überquellen! Man stelle sich das mal vor!
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    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      @P.Müller. "Freihandel bedeutet ja nicht, dass der Schweizer per sofort ami-Gentechprodukte essen muss..." Das stimmt natürlich - Aber: Es werden Kennzeichnungen verschwinden, es wird mit Preispolitik Steuerungen geben - und v.a. es werden keine Langzeituntersuchungen über Genfood (über 3 Jahre) veröffentlicht. So wissen die Menschen mit der Zeit nicht mehr so genau, was sie einkaufen. Ist Genfood erst einmal erlaubt, ist eine Vermischung mit nicht kontaminierten Lebensmitteln nicht mehr möglich
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    2. Antwort von Patrik Müller (P.Müller)
      @ Mitulla: Können sie mir einen ersten Entwurf des Abkommens zustellen? So genau habe ich den noch nicht gelesen. Besten Dank
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Viele Menschen in Europa und insbesondere in der Schweiz stehen dem Freihandelsabkommen zwischen der CH und den USA skeptisch gegenüber. Niedrigere Hygienestandards in den US-Geflügelfarmen, Verabreichung von Antibiotika.Fakt ist, dass amerikanische Mastbetriebe gerne Hormone einsetzen, um Tiere schneller zur Schlachtreife zu bringen. "Chlorhühnchen". Tierfreundlich Haltung wohl eher nicht. In den USA produzierte Sojabohnen sind beispielsweise zu 85 Prozent gentechnisch verändert.
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