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Schonung von Ressourcen Wo ist die Erde in der Schweiz noch wertvoll?

Legende: Video Raumplanung ist gefragt abspielen. Laufzeit 01:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.12.2018.

Den Böden in der Schweiz droht Gefahr. Sie werden geschluckt von wachsenden Siedlungen und Städten. Erosion und Schadstoffe tun ein Übriges. Die Artenvielfalt im und auf dem Boden sinkt, organische Substanz geht verloren.

Legende: Video Adrienne Grêt-Regamey: «Der Flächenverbrauch ist das Problem» abspielen. Laufzeit 00:30 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.12.2018.

Einmal versiegelt ist der Boden auf lange Sicht unrettbar verloren und nur mit hohen Kosten halbwegs wiederherzustellen, mahnen die Forschenden des Nationalen Forschungsprogramms «Nachhaltige Nutzung der Ressource Boden» (NFP 68, Link öffnet in einem neuen Fenster). Unter Häusern, Strassen und sonstiger Infrastruktur verbaut kann Boden seine wichtigen ökologischen Funktionen für die Allgemeinheit nicht mehr erfüllen.

Der Boden kann dann nicht mehr genutzt werden für die Nahrungsmittelproduktion oder für die Forstwirtschaft, sondern auch nicht mehr als natürlicher Wasserfilter für die Trinkwasserversorgung, als Hochwasserschutz, als zentraler Faktor im Klimaschutz und als Grundlage für Erholungszonen für den Menschen.

Eine Frage der Raumplanung

Um den Verlust hochwertiger Böden zu bremsen und zu minimieren, ist die Raumplanung gefragt. So lautet eines der Resultate aus dem NFP 68, die der Schweizerische Nationalfonds (SNF) in Bern präsentierte.

Bisher wurde in der Raumplanung demnach viel zu wenig auf die Qualität der Böden geachtet. Sie sollte als eine massgebliche Entscheidungsgrösse in die Gesetzgebung für die Raumplanung integriert werden, empfehlen die am NFP 68 beteiligten Forschenden.

Aber wie misst man die Qualität eines Bodens? Die Wissenschaftler haben hierfür ein Punktesystem erarbeitet. Diese Bodenindexpunkte spiegeln wider, wie gut ein Boden Ökosystemleistungen wie beispielsweise Wasserfiltration und Nährstoffgrundlage für Pflanzenwachstum erfüllen kann.

Legende: Video Adrienne Grêt-Regamey: «Der Boden bietet Erholungs-Leistung» abspielen. Laufzeit 00:44 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.12.2018.

Ein zentraler Faktor dabei ist organische Bodensubstanz (Humus). «Sie zu erhalten ist ein zentrales Ziel nachhaltiger Bewirtschaftung», sagte Emmanuel Frossard, Präsident der Leitungsgruppe des NFP 68.

Nachholbedarf bei der Kartierung

Damit Raumplaner die Qualität der Böden besser berücksichtigen können, braucht es jedoch auch die entsprechenden Bodendaten für die fraglichen Flächen. Da gibt es jedoch riesigen Nachholbedarf.

Solche Daten sind nur für 10 bis 15 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche verfügbar. Um das zu ändern, entwickelten die Forschenden im Rahmen des NFP 68 die Bodeninformations-Plattform Schweiz, die eine landesweite Kartierung der Bodenqualität nach modernen Standards innert der nächsten zwei Jahrzehnte ermöglichen soll.

Die Kosten für die Umsetzung dürften sich während dieses Zeitraums auf 10 bis 25 Millionen Franken pro Jahr belaufen, schrieb der SNF. Allerdings sparen diese Bodendaten an anderer Stelle wieder Kosten ein, da sich die Bodennutzung damit effizienter gestalten lasse.

Boden ist in menschlichen Zeiträumen nicht erneuerbar, heisst es eindrücklich in der Abschlusszusammenfassung des NFP68. Um ihn mit seinen wertvollen Funktionen für die Allgemeinheit zu erhalten, brauche es ein grösseres Engagement seitens der Politik und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Umwelt-, Agrar- und Raumplanungsfachleuten.

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21 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    So weit sind wir also schon, dass wir uns die Frage stellen müssen "Wo ist die Erde in der Schweiz noch wertvoll?" ... Und keiner schnallt's... Schauen wir doch dem Treiben noch ein bisschen zu, regulieren noch ein bisschen, schreiben Konzepte, beschäftigen Beraterfirmen... Stranguliert vom Dichtestress werden dann erst undere Kinder und Enkel. Sch****egal, wir sind dann weg.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Da die zuständigen Verantwortlichen des BLW (Bundesamt für Landwirtschaft), sich nicht um "nachhaltig öko-logische" Landwirtschaft in der Schweiz kümmert, wird sich dort nichts verändern! Jede/r Konsument entscheidet mit seinem Konsumverhalten mit, wie sich die Natur entwickelt!
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  • Kommentar von Alex Schneider (Alex Schneider)
    Das Bodenrecht oder die Bodenreform der Schweiz sind im 21. Jahrhundert offiziell kein Thema mehr. Dabei haben Verteilungs-, Raumplanungs- und Umweltfragen sehr viel damit zu tun, wer Boden besitzt, wer wie mit Bodenbesitz und Macht umgeht und was die öffentliche Hand für einen Einfluss auf die Bodenpolitik hat. Eine erneute Bodendebatte tut Not.
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