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Digitale Transformation im Gesundheitswesen
Aus Info 3 vom 14.04.2020.
abspielen. Laufzeit 02:36 Minuten.
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Schub für Digitalisierung Das Schweizer Gesundheitswesen rüstet auf

Schneller, als gedacht: Die Corona-Krise beschleunigt in Praxen und Laboren die sogenannte digitale Transformation.

Für die künftige Direktorin des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), Anne Lévy, besteht ein halbes Jahr vor Amtsantritt kein Zweifel. «Klar ist, dass man die Digitalisierung angehen muss.» Die Strategie dazu ist vorhanden.

Frau im Porträt.
Legende: Will die Digitalisierung anpacken: Die neue BAG-Chefin Anne Lévy. Keystone

Sie heisst «Gesundheit 2030». Bisher nicht bekannt war, dass das BAG seine Kräfte im Bereich der Digitalisierung bereits auf Anfang April gebündelt und eine neue Abteilung für Digitale Transformation geschaffen hat.

Gesundheitsexperte Alfred Angerer sagt dazu, das sei «auf jeden Fall ein gutes Zeichen». Doch Taten müssten nun folgen. Er ist Professor für Gesundheitsökonomie an der ZHAW. Er beobachtet, wie digital das Gesundheitswesen funktioniert. Vor wenigen Monaten noch hat er der Schweiz ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Es brauche auf allen Ebenen mehr Verständnis für die digitalen Möglichkeiten, schloss seine Studie.

E-Patientendossier soll bald kommen

Wenig später informierte der Bund, dass es Verzögerungen beim schweizweiten Einführen des elektronischen Patientendossiers geben werde. Nun schreibt das BAG allerdings: «Die aktuelle Krise konfrontiert uns auf allen Ebenen mit den Herausforderungen der digitalen Transformation.» Die Arbeiten am elektronischen Dossier würden vorangetrieben – und noch mehr.

Dass der Corona-Ausnahmezustand die Digitalisierung beschleunigt, sieht auch Angerer: «Hätten Sie mich vor vier Wochen gefragt, hätte ich gesagt, es gehe langsam, im Schneckentempo voran.» Nun laufe alles schneller.

Das zeigt auch ein Blick in die Praxis: Da sind zum Beispiel die medizinischen Laboratorien. Sie analysieren die Covid-19-Tests und geben die Resultate weiter. Bei deren Verband sagt Martin Risch, der selbst einem grösseren Privatlabor vorsteht, der Fax sei lange das Kommunikationsmittel für Labor, Ärztinnen und Behörden gewesen. Nun seien viele auf ein einheitliches Datenaustauschformat umgeschwenkt. «Diese Initiative wurde vor mehreren Jahren angestossen.» Nun werde vermehrt davon Gebrauch gemacht.

Das Wichtigste ist, die Datensicherheit und den Datenschutz zu gewährleisten.
Autor: Pius BürkiVerband der Haus- und Kinderärzte

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In den Arztpraxen ist die Digitalisierung seit Jahren ein Thema, gerade weil viele ein Um- und Aufrüsten vor sich hergeschoben haben. Nun mahnt Pius Bürki vom Verband der Haus- und Kinderärzte: «Das Wichtigste ist, die Datensicherheit und den Datenschutz zu gewährleisten.» Darauf müssten sich die Praxen nun vorbereiten und sich um ihre IT-Sicherheit kümmern.

Die aktuelle, tägliche Arbeit von Ärztinnen und Ärzten habe sich aber bereits verändert, in dem sie etwa Patientinnen und Patienten über Telefon oder Video beraten. Noch im letzten Jahr wollte nur die Hälfte der Menschen in der Schweiz diese Art von medizinischer Beratung, weiss Angerer: «Da wird sich vieles verändern, weil die Leute dies nun erstmals testen, mit den Ärzten Videochats machen und dabei merken, oh, das funktioniert ja ganz gut.»

Die Beispiele aus den Laboren und die Praxen zeigen: Die Krise beschleunigt die Digitalisierung im Gesundheitswesen. Doch tut sie das auch nachhaltig? Hier gehen die Einschätzungen auseinander. Einig sind sich die Befragten, dass ein Umdenken nur dann stattfinden kann, wenn die Sicherheit und der Schutz der sensiblen Daten von Patientinnen und Patienten gewahrt ist.

Rendez-vous, 14.04.2020, 12:30 Uhr

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Es gibt in der Medizin auch Spezialisten die kritisieren diese Digitalisierung, weil sie zu teuer ist für das was sie bringt. Ausserdem besteht das Risiko dass es wieder einmal mehr ain gewaltiges IT-Fiasko geben wird wie z. B. im VBS und in anderen Verwaltungen die milliardenschwere IT-Projekte in den Sand gesetzt haben.
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  • Kommentar von Amina Moser  (Amina)
    Kaum sind "dank" und "trotz" Coranavirus-Pandemie sämtliche Patienten-Daten digitalisiert, kommt irgendwann das weltweite Computer-Virus und legt sämtliche digitalen Daten lahm.
    Was dann?
    Hat sich darüber schon jemand von den Zuständigen Gedanken gemacht?
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    1. Antwort von Margrit Holzhammer  (Margrit Holzhammer)
      Dann holen wir wieder Block und Bleistift hervor....... Was alles nur digital abgespeichert war geht "Flöten", was unter Umständen sehr Nachteilig sein kann.
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    2. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      A. Moser wenn ein Computer-Virus käme, da würde eventuell vieles auf der ganzen Welt nicht mehr funktionieren. Ist es nicht so, dass es auf dem Planeten Erde nie 100% ige Sicherheit gab und gibt. Wer weiss was noch alles kommt (Roboter),geben die Sicherheit? Die Welt wird sich verändern ob man dagegen ist oder nicht.Jedoch die Natur kann vieles stoppen, wenn übertrieben wird,da sie stärker ist als wir Menschen es wahr haben wollen oder nicht. Was man dazu denkt, überlasse ich jedem selber..
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    3. Antwort von Andy Gasser  (agasser)
      Moser, diesen Bedenken wird natürlich Rechnung getragen. Aber: In der aktuellen Pandemie sieht man das digitalisierte Gesundheitswesen in solch einer Situation einfach effizienter, zuverlässiger und massiv schneller arbeiten. Die Entwicklung geht sowieso dahin, nur sieht man jetzt einfach dass wir in der Schweiz zu lange getrödelt hatten.
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    4. Antwort von Beat. Mosimann  (AG)
      @ Margrit Holzhammer, freundlich lächelnd,"Block und Bleistift" ?
      @Amina Moser , nur danke der Digitalisierung ist dieses Virus als Information so schnell bei uns, damit konnte definitiv schneller gehandelt werden, um schlimmeres zu verhindern.
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    5. Antwort von Amina Moser  (Amina)
      Der Artikel bezieht sich auf Patientendossiers und damit auf hochsensible persönliche Daten.
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    6. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      A. Moser ja es geht um hoch sensible Daten, dies ist so. Jedoch je schneller ein Arzt oder Ärztin über ein Patientendossier eines Patienten/in weiss, durch Digitale Informationen, kann bei einem Notfall z. B., schneller geholfen werden. Dies ist wiederum das positive um Menschen in Notfall zu helfen. Darum stelle ich mir schon die Frage, wie will man nun im Medizinischen Bereich besser werden, wenn einiges oft angezweifelt wird.
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  • Kommentar von Beat. Mosimann  (AG)
    E DOK gibt es HEUTE schon, dafür muss kein Altpapier gelagert werden, kein Keller für 10 Jahre Archiv genutzt werden.
    Ich sehe das echt positiv, Krankheitsbilder können unter den Ärzten besprochen werden, mit dem Einverständnis des Patienten, die persönliche Zweitmeinung muss nicht ausgeschlossen werden. Das ist auch ein Zeitgewinnung, bei dringlichem Krankheitsbild.
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    1. Antwort von Eva Werle  (Eva Werle)
      Für wen? Nicht für den Patienten!
      Statt noch schnellerer Abfertigung (sprich Zeitgewinn) wünschen sich die meisten Patienten, dass ein Arzt Zeit für sie hat und mit ihnen spricht.
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    2. Antwort von Jürg Kunz  (Murmel)
      Digitale Visite . Leider schon Realität im Spital. Da wird nichts mehr mit dem Patienten besprochen . Bei der Medikamentenausgabe des Pflegepersonals fragt der Patient dann " Warum habe ich schon wieder neue Tabletten ?"
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