Zum Inhalt springen

Header

Video
Grüne wollen Fleischkonsum senken
Aus Rundschau vom 18.09.2019.
abspielen
Inhalt

Schutz des Klimas Linke wollen weniger Fleisch auf Schweizer Tellern

  • Grüne und Linke fordern, dass Schweizer Bauern ihren Nutztierbestand um einen Viertel reduzieren.
  • Die Bevölkerung soll weniger Fleisch und vermehrt pflanzenbasiert essen.
  • Der Futterbedarf für die Fleischproduktion sei zu hoch und bedrohe den Regenwald, sagt Nationalrat Bastien Girod (Grüne/ZH).
  • Bauernvertreter sind verärgert. Fleisch werde immer mehr wie Zigaretten behandelt, sagt Nationalrat Mike Egger (SVP/SG).

Der Kampf gegen den Klimawandel erreicht unsere Esstische. «Der heutige Fleischkonsum ist nicht nachhaltig», kritisiert Nationalrat Bastien Girod von den Grünen. Deshalb fordern er und seine Partei einen raschen und tiefgreifenden Umbau der Landwirtschaft: Die Schweizer Bauern sollen ihren Tierbestand in nur zehn Jahren um einen Viertel reduzieren.

«Wir wollen keine Massentierhaltung und keine Futtermittelimporte mehr», erklärt der Umweltwissenschaftler und Nationalrat gegenüber der «Rundschau» die radikale Forderung. Der hohe Sojabedarf der industriellen Tiermast bedrohe die Regenwälder und das Methan aus dem Magen der Rinder sei ein besonders schädliches Treibhausgas.

Mehr Gemüse und Veggie-Burger

Die Grünen fordern massiv weniger Nutztiere in den Schweizer Ställen. Im Gegenzug dürfe aber auf keinen Fall mehr Fleisch importiert werden: Ihr Ziel ist, dass die Bevölkerung vermehrt «pflanzenbasiert» isst.

Auf den klimafreundlichen Speisezettel sollen also mehr Gemüse und Veggie-Burger statt Koteletts und Cervelats. Heute gebe es sehr viele gute fleischlose Alternativen, die «kulinarisch ein richtiger Genuss» seien, so Girod.

Bauernpräsident spricht von Schnapsidee

«Fleisch wird immer mehr wie Zigaretten behandelt», empört sich der St. Galler SVP-Nationalrat und Metzger Mike Egger. Dabei sei Fleisch ein wichtiger Bestandteil der Ernährung. Diese Debatte sei völlig aus dem Ruder gelaufen.

Video
Mike Egger: «Schluss damit, Fleisch mit Zigaretten gleichzusetzen»
Aus News-Clip vom 18.09.2019.
abspielen

«Es ist eine Schnapsidee, wenn man den Leuten vorschreiben will, was sie zu essen haben», sagt auch CVP-Nationalrat und Bauernverbandspräsident Markus Ritter. «Die Bevölkerung soll essen dürfen, was sie will.» Er hält die Fleischproduktion hiesiger Bauern für klimaverträglich: «Wir versuchen, so wenig wie möglich und nur nachhaltig produziertes Futter zu importieren.»

Video
Markus Ritter: «Das ist eine Schnapsidee»
Aus News-Clip vom 18.09.2019.
abspielen

Schweizer Rinder fressen tonnenweise Soja

Support erhalten die Grünen von der SP und der GLP. «Viel Fleisch wird mit importierten Futtermitteln hergestellt, die letztlich den Regenwald gefährden», sagt der Basler SP-Agrarpolitiker Beat Jans. Die Schweiz habe heute viel mehr Nutztiere, als sie selber mit inländischem Futter ernähren könne und importiere pro Jahr mehr als 1.5 Millionen Tonnen Futtermittel.

Deshalb sei die Forderung nach einer massiven Reduktion des Bestandes richtig und werde von der SP unterstützt, so der Nationalrat. Seine Familie habe den Fleischkonsum wegen des Klimas bereits stark eingeschränkt. «Vor allem, weil meine ältere Tochter sagt, sie wolle gar kein Fleisch mehr.»

Video
Franz Hagenbuch: «Die Landwirtschaft wird zum Sündenbock gemacht»
Aus News-Clip vom 18.09.2019.
abspielen

Die Forderung der Grünen sei willkürlich, sagt dagegen Franz Hagenbuch. «Man könnte ja auch fordern, der Flughafen Zürich müsse um einen Viertel schrumpfen», so der Präsident des Schweizer Rindermästerverbands, Swiss Beef. Er selber mästet intensiv und verfüttert seinen Tieren auch Kraftfutter mit Import-Soja. Dieses Futter sei aber als «nachhaltig» zertifiziert und stamme daher nicht von gerodeten Regenwaldflächen, betont er.

Er versichert, die intensive Mast sei aus Klimasicht besser als ihr Ruf, weil es sich um eine äusserst effiziente Form der Landwirtschaft handle.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

293 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Was da nicht alles für Ratschläge gegen zu hohen Fleischkonsum geschrieben wurdeAlt gegen Jung, Konventionelle Landwirtschaft gegen Bio und Bioabarten und Jede und Jeder
    will sein Stück Fleisch wenn möglich 2 x am Tag eine kleine Rechnung die Hälfte der CH-Bevölkerung 4 Millionen will jeden Tag 100 Gramm Fleisch benötigt
    werden 40000kg Fleisch/Tag
    1 Rind gibt ca 450kg Essbares
    1 Schwein ca 70kg
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Pascal Boss  (bössu)
    Ah ja, und Wirtschaft über alles. Unseren Wohlstand zu bewahren - koste es was es wolle - ist ja offenbar die wichtigste Aufgabe.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Shane O'Neill  (Diddleydoo)
    Brisanter Vorschlag:
    Irland steht harte Zeiten gegenüber nach Brexit.

    Irland braucht keine Kraftfutter, hat Gras das ganze Jahr durch. Alles viel natürlicher als in der Schweiz.

    Warum importiert die Schweiz nicht Fleisch und andere Milchprodukte aus Irland, reduziert sein Tierbestand dementsprechend und die Energiebilanz sieht schon besser aus ohne auf ein einziges Gramm Fleisch zu verzichten. Die Qualität ist auch super.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
      Und was soll das bringen? Das hat doch null Effekt auf das Klima. Im Gegenteil, es kommen nur noch längere Transportwege hin zu.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Shane O'Neill  (Diddleydoo)
      Herr Schulenberg,

      Natürlich hätte es einen Einfluss. Machen Sie sich schlau über die unterschiedliche Methoden die weltweit angewendet werden.

      Am Ende ist es eine viel nachhaltigere Produktion.

      Man soll produzieren dort wo es am effizientesten ist.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen