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Hebammen wollen wegen Corona per Telefon beraten können
Aus Espresso vom 08.12.2020.
abspielen. Laufzeit 04:53 Minuten.
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Schwangere als Risikogruppe Hebammen dürfen keine Fern-Sitzungen mehr abrechnen

Während des Lockdowns konnten Hebammen solche Konsultationen über die Krankenkasse abrechnen. Das geht nun nicht mehr.

«Es ist klar, für eine Schwangerschaftskontrolle muss eine Hebamme vor Ort sein. Eine solche Kontrolle kann nicht am Telefon stattfinden», sagt Andrea Weber, Geschäftsführerin des schweizerischen Hebammenverbandes.

Dennoch macht sie sich dafür stark, dass auch telefonische Beratungen von den Krankenkassen übernommen werden. Denn da Schwangere seit dem Sommer zur Corona-Risikogruppe gehören, hätten diese viele Fragen und Unsicherheiten, die eine Hebamme auch am Telefon mit der Schwangeren besprechen könne – ohne sie einem unnötigen Risiko auszusetzen.

«Telefonische Beratung wäre jetzt wichtiger denn je»

Während der ersten Welle im Frühling wurden telefonische Beratungsgespräche der Hebammen von der Krankenkasse übernommen. Nun in der zweiten Welle nicht mehr. Dies stösst bei Andrea Weber auf Unverständnis: «Jetzt in der zweiten Welle, wo viele in Quarantäne oder krank sind, wären solche Beratungsgespräche wichtiger denn je.» So würden sich weder die Schwangere noch die Hebamme einem Infektionsrisiko aussetzen.

Zwar dürfen Hebammen seit Juli zwei Stillberatungen per Telefon durchführen, jedoch keine Gespräche zur Geburts-Vorbereitung. «Für Fragen, die sich vor der Geburt eines Kindes stellen, kann die Stillberatung nicht genutzt werden.»

«Schwangere wissen, wie sie sich schützen können»

Für Ralph Kreuzer, Mediensprecher des Krankenkassenverbandes Curafutura, ist klar, dass bei einer Schwangerschaftskontrolle die Hebamme die Schwangere untersuchen muss. «Im Frühling, in der ausserordentlichen Lage, war die Situation eine andere. Damals musste spontan geregelt und entschieden werden.» Dies sei nun in der zweiten Welle nicht mehr der Fall. Die Schwangeren gehörten nun zwar zur Risikogruppe, sie wüssten nun aber auch, wie sie sich schützen könnten.

Derzeit sei es nur Psychiatern und Psychotherapeuten erlaubt, Konsultationen per Telefon abzuhalten. Dies, weil sich viele Patienten mit psychischen Erkrankungen nicht mehr aus dem Haus getrauen würden.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) sieht keinen Handlungsbedarf: In einem Schreiben des BAG an den Hebammenverband, das «Espresso» vorliegt, heisst es, die Telefonberatungen der Hebammen während der ersten Welle seien nur eine Übergangslösung gewesen. Seit dem Ende der ausserordentlichen Lage, würden wieder die gleichen Regeln gelten, wie vor der Pandemie.

Espresso, 8.12.2020, 8.13 Uhr

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Sabrina Tanner  (Sabtari)
    Kurze und lange Anrufe zu allen unmögl. Zeiten. Die Beantwortung von unzähligen Nachrichten zu noch unmöglicheren Zeiten, ALLES gratis. Trotzdem ENORM wichtig, die Betreuung von Schwangeren und Wöchnerinnen beruht nämlich nicht nur auf Kontrollen die vor Ort durchgeführt werden müssen, sondern mind.zu einem gleich grossen Teil aus Beratung, Zuhören, Da sein, Sicherheit vermitteln, Tipps geben, Lösungen erarbeiten und verändern, Vermitteln, interdiszipl. Zusammenarbeit und viel Menschlichkeit!
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  • Kommentar von Barbara Blatter  (Krönten)
    Auch wenn die ausserordentliche Lage beendet ist, die Pandemie ist noch da. Auch wenn das offizielle Schreiben des BAG etwas anderes behauptet. Sicher tasten Hebammen keine Kindslage per Videokonferenz. Aber all die Anrufe Abends spät, die Beratungen per Whatsup am Sonntagmorgen und die Telefonberatungen über Mittag sind halt Gratis bei der Hebamme. Alle anderen Anbieter stellen Sie in Rechnung. Welchen Grund gibt es, dass Hebammen weiterhin Gratis arbeiten sollen? Ich kenne nur einen.
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    1. Antwort von Sam Meier  (tsam39947)
      Das ist eine Sauerei! Die Arbeit der Hebammen gehört entschädigt!
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  • Kommentar von Barbara Stocker  (barb1)
    Hebammen wollen sich nicht bereichern oder von der Pandemie profitieren! Es geht darum, die Versorgung und die Betreuung von Mutter und Kind aufrecht zu halten. Es herrscht coronabedingt Verunsicherung, werdende Eltern haben viele Fragen. Deshalb braucht es während dieser aussergewöhnlichen Zeit flexible Lösungen. Es geht nicht um zusätzliche Leistungen. Im Gesetz vorgesehene Leistungen sollen per Videokonferenz durchgeführt werden können, wenn dies nötig ist, sogar zu einem tieferen Tarif!
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