Schweiz stoppt Zahlungen für Nordkoreas Militär

Die Ausbildung von nordkoreanischen Offizieren am Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik wird künftig nicht mehr vom Bund finanziert. Der Finanzierungsstopp erfolgt unter anderem wegen der Kritik mehrerer Parlamentarier.

Salutierende Armee-Offiziere Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Seit 2011 studierten jedes Jahr zwei Militärkader aus Nordkorea am Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik. Reuters

Der Bund zahlt die Ausbildung von nordkoreanischen Offizieren im Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik (GCSP) künftig nicht mehr. Das Verteidigungsdepartement (VBS) begründete den Finanzierungsstopp unter anderem mit der Kritik, die mehrere Parlamentarier letztes Jahr geäussert hatten.

VBS-Sprecherin Karin Suini bestätigte eine Meldung des Westschweizer Radios RTS. Nordkoreanische Offiziere können sich demnach weiterhin am GCSP ausbilden lassen – allerdings auf eigene Kosten.

Seit 2011 sind acht Offiziere aus Nordkorea in Genf mit Unterstützung des Bundes in den Genuss einer Ausbildung gekommen. 160'000 Franken wurden dafür aufgewendet.

Das VBS verteidigte die Finanzierung damals: Indem es «den nordkoreanischen Teilnehmern die Möglichkeit biete, die Welt ein bisschen besser zu verstehen», werde der Frieden gefördert. Das VBS hoffte zudem, dadurch zu einer Öffnung des kommunistischen Regimes beizutragen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Bundesrat verteidigt Schulung nordkoreanischer Offiziere

    Aus 10vor10 vom 25.4.2014

    Der koreanische Herrscher Kim Jong Un schickt jedes Jahr zwei seiner Offiziere nach Genf ans Zentrum für Sicherheitspolitik. Sie lernen dort beispielsweise etwas über Krisen- und Konfliktmanagement. Die Schweiz finanziert diesen Lernbesuch aus Nordkorea mit. Das ist sehr umstritten. «10vor10» spricht mit Verteidigungsminister Ueli Maurer.