Export von Kriegsmaterial Schweiz verkaufte 2016 weniger Waffen

  • Gestern hat das internationale Friedensinstitut Sipri seinen alljährlichen Bericht zum internationalen Waffenhandel veröffentlicht. Demnach nimmt dieser weiter zu.
  • Anders in der Schweiz: Hier ist der Export von Kriegsmaterial seit einiger Zeit rückläufig.
  • Im Jahr 2016 exportierte die Schweiz Kriegsmaterial im Wert von rund 412 Millionen Franken. Das ist ein Rückgang von 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Heute präsentierte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) in Bern die Jahreszahlen zu den Kriegsmaterialexporten 2016. Wichtigste Erkenntnis: Der seit ungefähr 2012 anhaltende Rückgang der Exporte setzt sich fort. Seit rund zehn Jahren wurde nicht mehr so wenig Kriegsmaterial exportiert.

Wurden im Vorjahr noch Waren im Wert von rund 447 Millionen Franken exportiert, waren es im Jahr 2016 noch 412 Millionen Franken – ein Rückgang von fast 8 Prozent. Von 2014 auf 2015 betrug der Rückgang bereits 21 Prozent.

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Bildlegende: Piranha-Schützenpanzer der Firma Mowag GDELS

Zu schaffen machen der Branche nach wie vor der starke Franken und die anhaltend unsichere Lage im Nahen Osten. Diese hat den Bundesrat wiederholt dazu veranlasst, Exportmoratorien zu verhängen. Diese wurden im letzten Jahr grösstenteils wieder gelockert – so konnten zum Beispiel Flugabwehrsysteme im Umfang von rund 12 Millionen Franken an Saudi-Arabien geliefert werden.

Zu den meistexportierten Gütern der Schweizer Kriegsmaterialbranche gehörten auch 2016 vorderhand Flugabwehrkanonen, Feuerleitgeräte, Munition und gepanzerte Fahrzeuge.

Schweizer Unternehmen belieferten insgesamt 70 Länder. Haupt-Empfänger waren Deutschland (93,2 Millionen Franken), Südafrika (51,3), Indien (34,6), USA (32,1) und Pakistan (25,5). Mehr als die Hälfte der Exporte ging in europäische Länder, was dem langjährigen Trend entspricht.