Die Unia feiert heute ihr zehnjähriges Bestehen. Zu ihren grössten Erfolgen zählt die heute grösste Gewerkschaft der Schweiz:
- Die frühzeitige Pensionierung in der Baubranche
- Den 13. Monatslohn im Gastgewerbe
- Erstmals Mindestlöhne im Gesamtarbeitsvertrag der Metall-, Elektro-, und Maschinenindustrie
Künftig will die Unia ihr Engagement vor allem im Dienstleistungssektor ausweiten. Aber: «Eine grosse Herausforderung ist es, dass auf Arbeitgeberseite immer mehr Manager am Ruder sind, gerade in globalen Unternehmen, die von Sozialpartnerschaft nicht viel verstehen», sagt Vania Alleva, Co-Präsidentin der Unia.
Andererseits sei man mit Arbeitgeberverbänden konfrontiert, die immer ideologischer unterwegs seien und so ein sozialpartnerschaftlicher Dialog schwierig sei, so Alleva weiter.
Offen für den Dialog sei man sehr wohl, sagt Roland A. Müller, Direktor des Arbeitgeberverbands. Viel mehr sei es die Unia, die die Sozialpartnerschaft strapaziere.
«Zur Zeit ist das Verhältnis zwischen den Sozialpartnern etwas belastet», so Müller. Dies sei nicht zuletzt darauf zurück zu führen, dass die Gewerkschaften fusioniert haben zur Unia. Medienwirksam trage die Unia den Konflikt in die Öffentlichkeit, anstatt ihn sozialpartnerschaftlich am Verhandlungstisch zu lösen, sagt er weiter.
Es geht weiter ...
Die Unia zeigt sich auch heute unbeiirt: Die rund 200 Delegierten der Unia beschlossen in Bern, die Frauendemonstration für Lohngleichheit vom 7. März aktiv zu unterstützen. Die Arbeitgeber müssten unter Sanktionsandrohung verpflichtet werden, die Lohngleichheit umzusetzen, so die Unia.
Der Vorschlag des Bundesrates, die Unternehmen zu verpflichten, die Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen regelmässig zu analysieren und durch Dritte kontrollieren zu lassen, sei ein Schritt in die richtige Richtung. Doch genüge diese Massnahme allein nicht, um die Lohngleichheit endlich durchzusetzen, die seit 33 Jahren ein verfassungsmässiges Recht sei.
Die Geschichte der Arbeiterbewegung
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Bild 1 von 8. Ein Arbeitstag in den Jahren vor 1900 ist lang: Er beginnt frühmorgens, Männer, Frauen und Kinder schuften elf bis zwölf Stunden pro Tag für einen Hungerlohn, die Arbeitsplätze sind ungesund, die Arbeit oft monoton. Ferien gibt’s nicht, eine Sozialversicherung auch nicht. Eine Arbeiterfamilie kann vom Lohn des Vaters alleine nicht leben. Bildquelle: Keystone.
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Bild 2 von 8. Angetrieben durch die Ideen von Marx und Engels bilden sich erste Vereinigungen von Berufsgruppen, auch Verbände entstehen. 1873 konstituiert sich der Schweizerische Kaufmännische Verband (SKV), die später bedeutendste Privatangestelltengewerkschaft. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) wird 1880 gegründet. Bildquelle: Keystone.
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Bild 3 von 8. Die Zahl der Fabrikarbeiter wächst stark. Während die Unternehmer ihre Gewinne steigern, könnten die Arbeiter kaum ihr Existenzminimum decken. Dies löste zwischen 1904 und 1912 eine noch nie dagewesene Welle von Streiks aus: Mehr als 100 waren es pro Jahr. Die Gewerkschaften gewinnen an Bedeutung. Bildquelle: Keystone.
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Bild 4 von 8. Im ersten Weltkrieg werden Lebensmittel noch rarer. Die Arbeiter radikalisieren sich. Der Reallohn senkt sich während drei Kriegsjahren um 25 bis 30 Prozent. Wohnungsnot herrscht in den Städten. Im November 1918 November kommt es zum Landesstreik. Die Forderungen unter anderen: Frauenwahlrecht, 48-Stunden-woche, Alters- und Invalidenversicherung. Bildquelle: Keystone.
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Bild 5 von 8. 1920 wird die 48-Stunden-Woche umgesetzt. Doch in der Arbeiterbewegung wird der Landesstreik als Niederlage empfunden, mehr Druck kann die Bewegung im Moment nicht aufgebauen, wegen innerer Kämpfe. Und doch: In der Folge werden viele Gesamtarbeitsverträge abgeschlossen. Verhandlungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern gehören zur Tagesordnung. Bildquelle: Keystone.
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Bild 6 von 8. Auch der Bundesrat ändert seine Haltung. Hatte er den Arbeitern noch während des ersten Weltkrieges den Arbeitern die kalte Schulter gezeigt, zieht er nun die Gewerkschaften auf höchster Ebene in Verhandlungen mit ein. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund hält ab 1925 Einzug in fast alle Expertenkommissionen des Volkswirtschaftsdepartementes. Bildquelle: Bundesarchiv.
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Bild 7 von 8. Der Wirtschaftsboom setzt ein, bis Mitte der 1970er. Das nützt den Arbeitern. Ferien werden salonfähig. Das Bundesgesetz zur AHV wird 1946 verabschiedet. 1971 kommt das Frauenstimmrecht. Eine schweizerische Form der Sozialpartnerschaft entsteht, für die eine – verglichen mit Deutschland – schwächere Stellung der Gewerkschaften charakteristisch ist. Bildquelle: Keystone.
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Bild 8 von 8. Nach 1975 wandelt sich die wirtschaftliche Struktur stark. Die Gewerkschaften passen sich dem Wandel nur bedingt an, verteidigen vor allem bestehende Errungenschaften. In der Krise der 1990er Jahre setzt ein Mitgliederschwund ein. Die Gewerkschaften fusionieren. Die Travail Suisse, die Gewerkschaft Kommunikation, Comedia und Unia entstehen. Bildquelle: Keystone.