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Schweizer Atom-Abfälle Bundesrat genehmigt nächste Etappe für Suche nach Endlager

Legende: Video Wohin mit dem radioaktiven Abfall? abspielen. Laufzeit 01:48 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.11.2018.
  • Die Standorte Jura Ost (Kanton Aargau), Nördlich Lägern (Kantone Aargau und Zürich) und Zürich Nordost (Kantone Thurgau und Zürich) sollen weiter auf ihre Eignung untersucht werden.
  • Als Areale für eine Oberflächenanlage wird die Eignung der Standorte in den Gemeinden Villigen (AG), Weiach bzw. Stadel (ZH) sowie Marthalen und Rheinau (ZH) geprüft.
  • Die Gebiete Jura-Südfuss, Südranden und Wellenberg bleiben Reserveoptionen.
  • In der Vernehmlassung sind insgesamt 1550 Stellungnahmen eingegangen, wobei 1120 aus Deutschland und nur 430 aus der Schweiz stammten.
Karte
Legende: Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost: An diesen Standorten wird die Suche nach einem Tiefenlager fortgesetzt. SRF

Damit ist die zweite Etappe der Standortsuche für geologische Tiefenlager abgeschlossen. In der dritten Etappe wird die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) aufgrund erdwissenschaftlicher Untersuchungen und sicherheitstechnischer Vergleiche bekannt geben, für welche Standorte ein Rahmenbewilligungsgesuch ausgearbeitet werden soll.

«Geplant ist, dass die Nagra im Jahr 2020/23 einen konkreten Vorschlag für ein Standortgebiet pro Lagertyp macht», sagt Roman Mayer, Vizedirektor des Bundesamts für Energie (BFE). Anschliessend werde ein Gesuch beim Bundesrat eingereicht.

Das Entsorgungsprogramm

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Das Kernenergiegesetz verlangt von den Entsorgungspflichtigen ein Entsorgungsprogramm. Dieses muss alle fünf Jahre aktualisiert werden. Das Entsorgungsprogramm zeigt die notwendigen Arbeiten für Bau und Betrieb bis zum Verschluss der Tiefenlager auf. Es bietet einen Überblick, wie die Entsorgung der radioaktiven Abfälle und die sichere Tiefenlagerung erfolgen sollen. Das Programm wird von den zuständigen Bundesstellen geprüft. Es muss durch den Bundesrat genehmigt werden, der allfällige Auflagen verfügen kann. Der Bundesrat erstattet dem Parlament regelmässig Bericht über das Programm.

«Der entscheidet voraussichtlich 2029/30, welcher Standort es dann ist», so Mayer. Der Entscheid des Bundesrates untersteht dem fakultativen Referendum.

Bis die Lagerstätten zur Verfügung stehen, dürften noch 40 Jahre vergehen. Das Tiefenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle soll gemäss Bund im Jahr 2050, jenes für hochradioaktive Abfälle im Jahr 2060 in Betrieb gehen. Als frühesten Baubeginn rechnet der Bund mit 2045.

Legende Tiefenlager
Legende: Bei den Standorten wird zwischen Gebieten für hochaktive und schwach- und mittelaktive Abfälle unterschieden. SRF

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38 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan von Känel (Trottel der feinen Gesellschaft)
    Wird in Form von kantonalen Beteiligungen massiv subventioniert und blockiert damit Innovationen und Substitutionsprodukte. Lagert einen Löwenanteil der Kosten für Risiko und Entsorgung an die Öffentlichkeit und künftige Generationen aus. Der Steuerzahler soll für den Rückbau aufkommen. Erzeugt tonnenweise Abfall, der für hunderttausende von Jahren strahlt, hat nicht mal ein Zwischenlagerungskonzept. Diese Art der Stromerzeugung ist unverantwortlich, asozial und gehört schlicht verboten.
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  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Am besten lagern man den Atommüll unmittelbar dort wo er produziert wird. So reduziert man die gefährdeten Orte auf ein Minimum.
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    1. Antwort von Arturo Di Cani (Third_Lanark)
      Man sollte den Atommüll dort lagern, wo es gemäss der geologischen Beurteilung am sichersten ist. Dies sollte die erste Priorität sein. Wenn dann der Standort auch noch nah am Produktionsort liegt, ist dies natürlich ein Bonus.
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    2. Antwort von Denise Casagrande (begulide)
      1. Es gibt keine sicheren Standorte weltweit für tod-sichere AKW's und deren tod-sicheren radioaktiven Abfälle! 2. Ergo ist es absolut irrelevant, wo die "tod-sicheren" radioaktiven Abfälle gelagert werden! Klimatische Veränderungen und die weiter aktiven Erdplatten-Verschiebungen weltweit, verhindern eine sichere unter- und überirdische Endlagerstätte! Das ist garantiert sicher!
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  • Kommentar von Cornelia Marthaler (Cornelia Marthaler)
    Bevor nicht eine sichere Lagerungsmöglichkeit gefunden ist (was nie der Fall sein wird), sollten endlich die noch laufenden AKW's runtergefahren werden. Es ist total unverantwortlich immer neuen Müll zu produzieren.
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