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Neuer Wirkstoff gegen Antibiotikaresistenz entwickelt
Aus Tagesschau vom 23.10.2019.
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Schweizer Entwicklung Neue Hoffnung gegen Antibiotika-Resistenzen

  • Die Universität Zürich und das Pharmaunternehmen Polyphor melden die Entdeckung eines neuen Wirkstoffes, der auch multiresistente Keime zerstören kann.
  • Es ist die erste neue Antibiotika-Klasse seit den 1960er Jahren, die grundlegend die gefährlichen, sogenannten gram-negativen Bakterien auslöschen kann.
  • Momentan testet man die neuen Substanzen an Tieren auf Nebenwirkungen. Bei guten Resultaten folgen Tests und Studien an Menschen.
  • Wann Infektiologen diese Substanzen neu im klinischen Alltag einsetzen können, bleibt noch völlig offen.

In den Labors des Pharmaunternehmens Polyphor haben Forscher gemeinsam mit der Universität Zürich den neuen Wirkstoff entwickelt. Die neue Substanz könne die Aussenhülle von Bakterien zerstören und das nicht bei irgendwelchen Keimen: Die neue Antibiotika-Klasse soll sogar robuste doppelwandige Bakterien auslöschen können, sagt der Leiter der Forschung, Daniel Obrecht.

Dabei greifen die neuen Antibiotika die Bakterien an zwei Stellen an und dringen in ihre äussere Membran ein. Dadurch sterbe das Bakterium langsam ab. Im Gegensatz zu anderen Antibiotika würden die Bakterien keine Resistenzmechanismen zeigen.

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Daniel Obrecht: «Eine grundlegend neue Klasse»
Aus Tagesschau vom 23.10.2019.
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Verschiedene Hürden im Weg

Infektiologen wie Hansjakob Furrer benötigen dringend solche neuen Antibiotika. Der Chefarzt der Infektiologie am Inselspital Bern hat die Publikation im Fachmagazin «Nature» gelesen. Die erste Analyse stimmt ihn hoffnungsvoll. Die Forschung sei vielversprechend und klinge seriös.

Trotzdem gebe es noch viele Hürden. «Das sind Studien, die kompliziert sind. Wir müssen wissen, wie wir dosieren müssen und ob es beim Menschen gleich gut wirkt wie im Tiermodell», sagt Furrer. Wenn man die entsprechenden Ressourcen habe, könne es aber auch schnell gehen. «Wir brauchen das», sagt der Infektiologe.

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Hansjakob Furrer: «Wir brauchen das!»
Aus Tagesschau vom 23.10.2019.
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Momentan testet man die Substanz auf Nebenwirkungen an Tieren. Bei guten Resultaten folgen die ersten Studien am Menschen, so dass Forscher diese Antibiotika-Klasse tatsächlich bis ins Spital bringen können und sich die Forschung durch Rückschläge nicht in Luft auflöst.

Forschungsprogramm «Antimikrobielle Resistenz»

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Die in «Nature» veröffentlichte Studie wurde von der Universität Zürich und der Polyphor AG sowie von interdisziplinären Gruppen an der Universität Basel und der ETH Zürich durchgeführt. Die Arbeit fällt auch in den Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Antimikrobielle Resistenz» (NFP 72).

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Christine Hadorn  (Baski)
    Das ist wieder einmal eine erfreuliche Meldung, die viele Menschen hoffen lässt-sowohl gesunde und kranke. Zwar stehen noch Hürden bevor, hoffen wir, dass diese aber überwunden werden können. Dieser Versuch hier sollte auch die ganz grossen Pharmafirmen wieder dazu bringen, neue Antibiotika zu erforschen, auch wenn das eben nicht lukrativ ist.
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  • Kommentar von Reto Camenisch  (Horatio)
    Es gibt also doch noch Hoffnung auf diesem Sektor. Vor allem wenn man sieht, dass 800 Medikamente gegen Krebs oder Bluthochdruck getestet werden, aber neue Antibiotika gegen 28, davon 2 hoffnungsvoll. Die Pharma verdient daran zu wenig, verglichen mit der Forschung. Auch ein anderes Feld wird zu wenig (im Westen) untersucht: die Bakterophagen, Viren gegen Bakterien. Schade.
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  • Kommentar von Stefan Renevey  (weissdassichnichtsweiss)
    Sieht gut aus. Ich hoffe, diese Polyphor ist eine Pharmamulti unabhängige Firma? Das wär super. Aber denen wird der Ofen eingeheizt, wenn da wirklich Potenz drin wäre. Das lassen sich die Multis in der schweiz einerseits vom Image, andererseits von der Gewinnabschöpfungsperspektive niemals entgehen. Lieg ich falsch?
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    1. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      Es steht Ihnen frei, Aktien zu kaufen. Anstatt schon wieder im Voraus gegen irgendwen zu schimpfen. Im Übrigen tun das auch Pensionskassen um Ihre Rente zu sichern.
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