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Nachts nur noch Tempo 30 in Lausanne
Aus Info 3 vom 07.09.2021.
abspielen. Laufzeit 02:31 Minuten.
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Schweizer Premiere Nur noch Tempo 30: Lausanne entschleunigt den Nachtverkehr

  • Tempo 30 in Wohnquartieren wird in Schweizer Gemeinden immer öfter eingeführt.
  • Die Stadt Lausanne geht nun aber als erste Schweizer Stadt einen Schritt weiter.
  • Ab nächster Woche gilt nachts auf den meisten grösseren Verkehrsachsen Tempo 30.

Dienstagvormittag, Avenue des Figuiers in Lausanne. Der Verkehrslärm an einer der Einfallstrassen in die Stadt ist so gross, dass Stadträtin Florence Germond ein Mikrofon nehmen muss. Dennoch gehen ihre Worte fast unter.

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Stadträtin Germond verschwindet im Strassenlärm
00:23 min, aus Info 3 vom 07.09.2021.
abspielen. Laufzeit 00:23 Minuten.

Germond spricht von einem emotionalen Moment an dieser Lausanner Hauptverkehrsachse vor dem ersten Schild zu stehen: «Tempolimit 30», darunter geschrieben «22 Uhr bis 6 Uhr». Ab Montag werden unzählige weitere solche Schilder installiert in der ganzen Stadt. Auf insgesamt 60 Kilometern im Strassennetz von Lausanne wird das Tempo nachts auf 30 gedrosselt.

Baustelle Blaulichtfahrten

Lärmmessungen belegen, dass so rund 33'000 zusätzliche Einwohnerinnen und Einwohner nachts signifikant weniger Lärm ausgesetzt sind. Sie freuen sich, doch nicht alle sind gleich begeistert. Nicht klar geregelt ist, was mit Fahrerinnen und Fahrern geschieht, die mit Ambulanzen, Feuerwehr- oder Polizeiautos mit Blaulicht unterwegs sind. Auf einer so breiten Hauptverkehrsachse überschreiten sie das Tempolimit 30 schnell einmal massiv.

Stadträtin Germond hätte die Tempo-Schilder deshalb gerne ergänzt mit: «Ausgenommen Blaulichtfahrten». Doch so einfach ist dies nicht. Es bräuchte eine Präzisierung im Verkehrsgesetz auf Bundesebene. Mehrere Vorstösse dazu sind im eidgenössischen Parlament hängig. SP-Stadträtin Germond appelliert an Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga, die Frage endlich klar zu regeln.

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Schweizer Städte wollen Lärm mit Tempo 30 reduzieren
Aus 10 vor 10 vom 07.09.2021.
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Erst einmal Smileys statt Radarfallen

Immerhin hat der Waadtländer Staatsanwalt öffentlich versprochen, bei Verstössen jeden Einzelfall genau zu prüfen und keine unverhältnismässigen Strafen auszusprechen. An das Tempolimit halten müssen sich die Buschauffeure. Einen Aufstand der Verkehrsbetriebe wie beispielsweise in Zürich, wo gar flächendeckend Tempo 30 eingeführt werden soll, hat es in Lausanne nicht gegeben.

Gemäss Stadträtin Germond würde es anders als in Zürich noch viel Spielraum geben, um zum Beispiel Busse zu priorisieren: an Ampeln oder mit separaten Spuren. Während rund sieben Wochen gilt nun eine Übergangsphase. So lange gibt es auch keine Radarfallen, sondern ein Smiley, das denjenigen entgegenlacht, die nachts Tempo 30 nicht überschreiten.

Info 3, 07.09.2021, 17 Uhr

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Heimberg  (tomfly)
    Hauptsächlich ideologisch begründet. Gleichzeitig ändert man (Z.B. Bern) das Nachtruhegesetz so, dass man jetzt länger draussen Party mit BummBumm Musik feiern kann. Die die gerne Ruhe und schlafen möchten, sollen doch Toleranz zeigen. Fliessender Verkehr mit 50 ist jetzt nicht wirklich laut, jedenfalls nicht lauter als das Gegröhle und Gejohle der Partygänger.
  • Kommentar von Jörg Dieter  (jorgd)
    Wir brauchen eine landesweite Regulierung, die das Recht der Menschen auf Reisen schützt und verlangt dass alle Beschränkungen durch objektive Maßnahmen wie gemessenen Lärm untermauert werden. Sonst wird es wie im Mittelalter sein - nirgendwohin reisen. Gemeinden sind besessen davon, den Verkehr einzuschränken, weil das Problem teilweise auf Leute von außerhalb der Gemeinde fällt. Der Schweiz droht ein Verkehrskollaps durch Lawinen von Geschwindigkeitsreduzierungen, Parkplätzreduzierungen usw.
  • Kommentar von Pascal Boss  (bossp)
    Bitte am Morgen bis um 8:30 Uhr verlängern. Erstens gehen dann die Emissionen des Pendelverkehrs zurück und zweitens verbessert sich die Sicherheit der Schüler entlang von Strassen.
    1. Antwort von Jörg Dieter  (jorgd)
      Ich schlafe gerne lange. Bitte, bis 10. Uhr.