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Schweizer Studie lanciert Wie gefährlich sind E-Zigaretten?

E-Zigaretten werden vermehrt zum Rauchstopp genutzt. Eine Studie soll nun Antworten dazu bieten.

Vapen für die Wissenschaft: Andreas Steiger pafft seine E-Zigarette unter medizinischer Aufsicht in einem Zimmer des Berner Inselspitals. Eine Assistentin erklärt ihm, wie er ziehen muss und füllt einen Fragebogen mit ihm aus. Die Studie mit 1200 Teilnehmern ist die grösste weltweit.

Legende: Video Reto Auer: «Wir Hausärzte können kaum Antworten liefern» abspielen. Laufzeit 00:24 Minuten.
Aus News-Clip vom 31.08.2018.

Umsatzwachstum seit Legalisierung

«Immer mehr Patienten steigen von Zigaretten auf E-Zigaretten um», sagt Reto Auer. Er ist Professor für Hausarztmedizin an der Universität Bern und hat die Studie lanciert. «Doch wir Hausärzte können ihnen kaum Antworten liefern, wie gefährlich E-Zigaretten sind und ob sich diese zur Rauchentwöhnung eignen. Das wollen wir nun gründlich untersuchen.»

Eine Person zieht an ainer E-Zigarette.
Legende: Können E-Zigaretten der Rauchentwöhnung dienen? Eine Studie soll nun Klarheit schaffen. Keystone / Archiv

Seit April ist es in der Schweiz legal, nikotinhaltige Flüssigkeiten für E-Zigaretten zu verkaufen. Die Vape-Shops erleben seither einen Boom: «Unser Umsatz ist um rund 10 Prozent gewachsen», sagt Tiziana Puppo von Vape-Heaven in Uster (ZH). «Seit nikotinhaltige Flüssigkeiten legal sind, kommen auch neue Kunden in unseren Laden. Das Stigma des Illegalen ist gefallen.»

Legende: Video Tiziana Puppo: «Das Stigma des Illegalen ist gefallen» abspielen. Laufzeit 00:14 Minuten.
Aus News-Clip vom 31.08.2018.

Weniger schädlich als Zigaretten?

Doch: Es sei Vorsicht geboten, sagt Lungenarzt Karl Klingler. Er berät am Rauchstoppzentrum der Hirslanden Gruppe Raucher beim Rauchstopp. «Man vergleicht die Schädlichkeit der E-Zigaretten immer mit konventionellen Zigaretten», sagt Klingler.

Legende: Video Karl Klingler: «Bis jetzt vergleicht man E-Zigaretten mit den normalen Zigaretten» abspielen. Laufzeit 00:25 Minuten.
Aus News-Clip vom 31.08.2018.

Bisher gingen Studien davon aus, dass E-Zigaretten weniger schädlich seien als Zigaretten. Doch, was genau drin sei, unterscheide sich je nach Produkt. Es gibt Hunderte Hersteller und Tausende Geschmacksrichtungen mit unterschiedlichen Chemikalien. Deshalb mahnt Karl Klingler zur Vorsicht: besser sei immer besser, gar nicht zu rauchen oder zu dampfen. Ausserdem: Falls sich E-Zigaretten tatsächlich zur Rauchentwöhnung eigneten, müssten sie dem Heilmittelgesetz unterstellt werden.

Der Schweizerische Nationalfonds SNF unterstützt die Vaporizer-Studie mit gut 1,9 Millionen Franken. Von der Industrie unabhängige Forschung sei bei Gesundheitsthemen besonders wichtig, begründet der Nationalfonds sein Engagement. Erste Resultate der Studie werden in zwei Jahren erwartet.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Simon Weber (Weberson)
    Das einzige was wohl wirklich besser an der E-Zigarette ist, dass die "Kippen" nicht irgendwo auf dem Boden landen, diesen verschmutzen und ein ziemlich hinterbliebenes, hässliches Bild hinterlassen.
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  • Kommentar von Nicola Harrison (Nicola Harrison)
    Kassensturz hat das Thema vor Jahren aufgegriffen https://www.srf.ch/sendungen/kassensturz-espresso/tests/kassensturz-tests/e-zigaretten-im-test-so-gefaehrlich-sind-sie-wirklich. Unser Wasser gebe auch zu Bedenken: Zigarettenstummel einfach wegzuwerfen, ist ein Fehler. Die Kippen sind weit mehr als nur ein ästhetisches Problem. Über sie geraten Hunderte schädliche Chemikalien in die Umwelt. Reste von Filterzigaretten sind besonders giftig. Somit gelangt alles wieder in die Nahrungskette...
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Von Energie sparen ist immer die Rede. Besteht für Nikonsüchtige eine Ausnahme?
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