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Sechseläuten 2026 Alles ist bereit für den Böögg ++ Umzug im Livestream

  • Am Montagabend wird auf dem Sechseläutenplatz der Böögg verbrannt – sein Knall soll den Sommer vorhersagen.
  • Rund 3500 Zunftmitglieder ziehen am Nachmittag durch die Zürcher Altstadt. Wir übertragen live auf SRF 1 und im Stream.
  • Zu Gast ist der Kanton Graubünden, der sich unter dem Motto «Echt patgific» auf dem Lindenhof präsentiert.

Um 18 Uhr geht es dann los mit dem Feuer: Auf dem Sechseläutenplatz wird anlässlich des Frühlingsfestes der Scheiterhaufen entzündet, ganz zuoberst sitzt der Böögg.

Je schneller sein Kopf explodiert, desto schöner soll der Sommer werden. So sagt es der Brauch.

Der fast dreieinhalb Meter grosse Böögg wurde heute um 7 Uhr morgens aus seinem Versteck hervorgeholt und auf dem Sechseläutenplatz aufgebaut. Einige Schaulustige verfolgten das Geschehen in der Früh, andere schauten dem Sechseläuten-Umzug zu. Sie bejubeln die rund 3500 Zunftmitglieder aus 26 Zünften.

Mit dabei sind die Ehrengäste aus dem Gastkanton Graubünden; darunter der Regierungspräsident Martin Bühler, Ständeratspräsident Stefan Engler, Nationalrat Martin Candinas, Churs Stadtpräsident Hans Martin Meuli und RhB-Direktor Renato Fasciati. Auch Sportgrössen wie Dario Cologna laufen mit.

Zahlen und Geschichten zum Böögg

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Manchmal lässt sich der Böögg Zeit – sehr viel Zeit. 2023 stellte er einen Rekord auf und brauchte ganze 57 Minuten, bis sein Kopf explodierte. Am schnellsten ging es 1968 und 1971: Damals dauerte es jeweils nur fünf Minuten. 

Dauert es bis zu sechs Minuten, verspricht man sich einen schönen Sommer. Explodiert der Böögg erst nach mehr als 15 Minuten, gilt der Sommer als schlecht. Alles dazwischen deutet auf ein durchzogenes Jahr hin.  

Ob schnell oder langsam, mit dem Wetter des Sommers hat das trotz des Brauchs nur wenig zu tun. Eine Analyse von MeteoSchweiz zeigte: Der Böögg taugt kaum als Wetterfrosch. Die Brenndauer und Sommertemperaturen im Mittelland hängen nicht nachweisbar zusammen. Jahre wie 2003, als der Kopf schon nach 5 Minuten und 42 Sekunden platzte und ein Hitzesommer folgte, gelten als Zufall. 

Auch sonst lief nicht immer alles nach Plan: 1921 zündete ein Knabe den Böögg schon am frühen Nachmittag an. Mehrfach, etwa 1950, 1960 sowie 1993 und 1994, kippte der Böögg sogar vom Holzstapel, bevor der Kopf explodierte. Dann warf man ihn kurzerhand ins Feuer, damit es doch noch knallte. Und 2006 verschwand der Böögg sogar ganz; er wurde wenige Tage vor dem Fest gestohlen. Am Sechseläuten kam ein Ersatz zum Einsatz, der nach gut zehn Minuten explodierte. 

Der Zug startete um 15 Uhr und führt durch die Innenstadt, die Bahnhofstrasse und über den Limmatquai zum Sechseläutenplatz.

Der Kinderumzug fand bereits am Samstagnachmittag statt. Etwa 3000 Kinder liefen mit, 211 aus Graubünden. Sie waren als Heidi, Geissenpeter oder Schellenursli verkleidet. Für die Zuschauerinnen und Zuschauer gabs Nussstängeli und Nusstörtli. 

Der Gastkanton Graubünden soll Gelassenheit in die Stadt bringen

Seit Freitag präsentiert sich der Gastkanton Graubünden auf dem Lindenhof in Zürich. Bereits zum zweiten Mal seit 2004. Diesmal unter dem Motto «Echt patgific» – echt gemütlich. Genau dieses Gefühl will er mitbringen: Gelassenheit statt Eile, Bergluft im städtischen Rhythmus, ein anderes Tempo mitten in der Limmatstadt. 

Das kleine Festzentrum auf dem Lindenhof dauert noch bis heute an. Hier probiert man Bündner Spezialitäten, entdeckt traditionelles Handwerk und bewegt sich durch die Vielfalt der Täler. Am Samstagabend mischte sich Volksfeststimmung dazu, mit der Schlagerparty «Schnulz im Sulz», die Après-Ski mitten in die Stadt holte.  

Rund eine halbe Million Franken investiert der Bergkanton in den Auftritt, wie OK-Chef Marcus Hassler sagte. 

SRF Regionaljournal, 14.4.2026, 17:30 Uhr ; 

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