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Widmer-Schlumpf: «Ich bin auch coronamüde»
Aus News-Clip vom 19.01.2021.
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Senioren in der Coronakrise «Erlebe das Verhältnis zwischen Jung und Alt als sehr positiv»

Eveline Widmer-Schlumpf, alt Bundesrätin und Präsidentin von Pro Senectute, erlebt das Verhältnis zwischen den Generationen als sehr positiv. Die Pandemie habe auch das Bewusstsein geweckt, dass man füreinander schauen und einander verstehen sollte.

Eveline Widmer-Schlumpf

Eveline Widmer-Schlumpf

Stiftungsrats-Präsidentin von Pro Senectute

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Widmer-Schlumpf ist seit dem 1. April 2017 Präsidentin der Pro Senectute. Von 2008 bis 2015 war sie Mitglied des Bundesrats und amtete 2012 als Bundespräsidentin.

SRF News: Die Schweiz steckt wieder im Shutdown. Viele Menschen haben jetzt schon genug. Wie coronamüde sind Sie?

Eveline Widmer-Schlumpf: Auch ich bin coronamüde. Vor allem deshalb, weil ich gerne mal wieder eine kulturelle Veranstaltung besuchen würde. Und, weil ich Mitleid habe mit allen Kulturschaffenden. Das gesellschaftliche Leben vermisse ich durchaus.

Ich erlebe das Verhältnis zwischen Jung und Alt als sehr positiv.

Als Präsidentin von Pro Senectute haben sie einen direkten Draht zur älteren Bevölkerung. Wie geht es ihr in dieser zweiten Welle?

Ein grosser Teil der älteren Bevölkerung macht das hervorragend und nimmt das auch relativ gelassen. Aber vor allem Alleinstehenden bereitet das Alleinsein zunehmend Sorge und auch Angst. Ihnen fehlt das Bier im Restaurant oder der Schwatz im Café besonders. Deren Einsamkeit versuchen wir von Pro Senectute zu lindern, indem wir diese Menschen anrufen oder sie treffen.

Die Pandemie ist ein Stresstest für alle, auch für die Beziehungen unter den Generationen. Überspitzt gesagt: Die Jungen müssen sich einschränken, um die Älteren zu schützen. Verstehen Sie, dass das bei manchen jüngeren Leuten zu Unverständnis und Missstimmungen führen kann?

Ich bin erstaunt und positiv überrascht, wie viel Verständnis die Jungen haben, wie sie die aktuelle Situation akzeptieren. Auch die Älteren berichten, wie sie von Jüngeren unterstützt werden, die für sie einkaufen oder fragen, ob sie etwas helfen können. Ich erlebe das Verhältnis zwischen Jung und Alt als sehr positiv. Die Pandemie hat auch etwas geweckt in uns allen: Das Bewusstsein, dass man füreinander schauen und einander verstehen sollte.

Die Jüngeren werden diese Krise finanziell ausbaden müssen, ihre Renten werden darunter leiden, während viele Ältere finanziell auf Rosen gebettet sind. Wäre es nicht auch wichtig, dass sich jetzt auch Seniorinnen und Senioren solidarisch zeigen?

Viele Seniorinnen und Senioren zeigen sich bereits jetzt solidarisch. Viele helfen der jüngeren Generation stark, etwa finanziell, oder indem sie die Enkelkinder betreuen. Damit die Jüngeren einem Beruf nachgehen können. Viele sind auch in der Freiwilligen-Arbeit aktiv. Helfen noch älteren Menschen, damit diese zuhause bleiben können. Das sind viele Stunden pro Woche. Wenn man das wirtschaftlich umrechnen würde, wären das riesige Beträge.

Ich würde es begrüssen, wenn das Pflegepersonal in Altersheimen getestet wird.

Nun gibts offenbar Bemühungen, und auch Bundesrat Berset hat signalisiert, dass man mehr und breiter testen soll, gerade auch in Altersheimen. Befürworten Sie das?

Die Erfahrung zeigt, dass breiteres Testen sehr wirksam sein kann. Weil man positive Fälle viel früher erkennt. Gerade beim mutierten Virus sind viele Tests bestimmt wichtig. Ich würde es auch begrüssen, wenn das Pflegepersonal in Altersheimen getestet wird.

Vielen schlägt die Pandemie inzwischen aufs Gemüt, sie leiden unter dem eingeschränkten Sozialleben oder dem fehlenden Sport. Was machen Sie, damit Sie gut durch diese Zeit kommen?

Zum Glück kann ich meine Enkel immer noch regelmässig sehen. Darüber bin ich froh. Ich besuche auch häufig spontan andere ältere Menschen, oder ich lade sie zu mir ein. Um eine Stunde zu plaudern, einen Kaffee zu trinken. Das tut denen gut, und mir auch.

Das Gespräch führte Andrea Vetsch.

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In Altersheimen präventiv auf Corona testen
Aus 10 vor 10 vom 19.01.2021.
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10vor10, 19.1.2021, 21:50 Uhr;

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Marlies Artho  (marlies artho)
    Schön E. Widmer, dass Sie ihre Enkelkinder sehen. Leider ist dies bei uns nicht möglich in der kleinen Wohnung (6 Enkelkinder) wir sind nicht so privilegiert wie Sie. Hatte jede Woche ein Enkel hier zum Mittagessen, dies geht leider nicht mehr, da Risikopatienten und die Enkelkinder wollen uns schützen. Wir sahen uns alle am 1. Jan. 2021 im Wald an offener Feuerstelle und weilten eine kurze Zeit zusammen,nachher ging jeder wieder zu sich nach Hause. Die Realitäten gehen hier weit auseinander.
  • Kommentar von Damian Derungs  (Domino)
    Ja das verständnis von den jungen gegenüber den alten ist schon lange da, nur leider scheint es immer mehr zur einbahnstrasse zu mutieren. Das zeigt doch schon alleine, dass mit den kk und ahv nichts passiert. Da die alten ja profitieren. Wenn da wirklich verständniss da wäre, würde man nicht unser aller zukunft so aufs spiel setzen um denen ein zwei jahre mehr zu schenken, die es sowieso nicht mehr ausbaden müssen. Wo ist hier bitte das verständniss?
    1. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      D. Derungs die AHV besteht seit 1948 , als dies damals eingeführt wurde, hatten die Menschen Verständnis für die ältere Generation, die nie AHV einbezahlt haben. Seither haben alle die jetzt AHV beziehen, auch AHV Beiträge einbezahlt. Würde erwarten, dass Junge Menschen Verständnis haben betr. AHV gegenüber der älteren Generation die wohl verdient ist. Mir fehlt hier leider etwas Demut gegenüber der älteren Generation, die diesem Land " Wohlstand" brachte durch Fleiss und Arbeit.
  • Kommentar von Quentin Tarantino  (Quentin1)
    Lasst die Sportarten, die Gefahrlos durchgeführt werden können, wieder zu. Ich drehe bald durch ohne Bewegung. Das ich nicht mehr Squash spielen darf verstehe ich. Badmington oder Tennis? Was bitte soll diese Schliessung? U16 dürfen weiterspielen. Skigebiete offen. Schulen offen. Das ist ein Faustschlag ins Gesicht. Komplette Schliessung für alle für 3 Wochen, dann wieder lockern, aber nicht dieses Wischiwaschi Zeugs. Danke!
    1. Antwort von Markus Hunziker  (MH1)
      Ich bin ja grundsätzlich mit ihrem Kommentar einverstanden. Aber wieso drehen sie bald durch ohne Bewegung? Gehen sie doch einfach raus und laufen sie! Es gibt genug Wege und Wälder: wandern, joggen, rennen, wandern, schneeschuhlaufen, langlaufen, ...
    2. Antwort von Quentin Tarantino  (Quentin1)
      Ich bin der Typ Mensch, der für Sport einen Ball braucht. Zudem bin ich nur für Stop & Go Sportarten zu gebrauchen. Da kann ich Stundenlang spielen. Beim Laufen bin ich nach 1 KM kaput ergo macht das mir keinen Spass. Schneeschuhlaufen oder Wandern werde ich dann ab 50ig.