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Bild 1 von 7. Das Freilichtmuseum Ballenberg bei Brienz (BE) wurde 1978 eröffnet. Inzwischen sind rund 100 originalgetreu wiederaufgebaute Gebäude aus nahezu allen Kantonen zu sehen. Das ermöglicht den Besuchern, traditionelle Wohnformen und Arbeitsweisen zu entdecken. Getragen wird das Museum hauptsächlich von einer privaten Stiftung. Bildquelle: Keystone.
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Bild 2 von 7. Das Freilichtmuseum mit dem Aargauer Taglöhnerhaus aus Leutwil aus dem Jahre 1803 (rechts) und dem Oberentfeldner Bauernhaus (links) aus dem Jahre 1609 zieht jedes Jahr rund 250’000 Besucher aus aller Welt an. Trotzdem braucht die Institution für den Unterhalt der Objekte zusätzliche staatliche Hilfe. Bildquelle: Keystone.
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Bild 3 von 7. 1978 eröffnete das Museum mit zehn Objekten. Seither wird der Ausstellungspark ständig ergänzt. 1986 kam das aus dem Jahr 1609 stammende Oberentfeldner Strohdachhaus hinzu. Zu sehen gibt es im Ballenberg-Museum mittlerweile auch 250 einheimische Bauernhoftiere sowie historische Nutzpflanzen. Bildquelle: Keystone/Archiv.
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Bild 4 von 7. Auch die Bauerngärten von anno dazumal werden präsentiert. Der historische Garten vor dem Ostermundiger Bauernhaus von 1797 benötigt aber viel Pflege. Deshalb beschäftigt das Freilichtmuseum von Mitte April bis Ende Oktober nahezu 200 Mitarbeiter. Bildquelle: Keystone.
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Bild 5 von 7. Im Freilichtmuseum Ballenberg werden regelmässig Theaterstücke aufgeführt. Im Sommer 2014 war es «Via Mala» nach dem Roman von John Knittel. Mitten in der Spielsaison, Ende Juli, verliess die Leiterin des Museums, Katrin Rieder, ihren Posten abrupt. Zu den Gründen schweigt die Ballenberg-Geschäftsleitung. Bildquelle: Keystone.
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Bild 6 von 7. Der Abgang der Ballenberg-Direktorin Katrin Rieder gab zu reden. Die Nachfolge ist noch nicht bekannt. Nach der Veröffentlichung des Entscheids warf eine Gruppe von Historikern in einem offenen Brief Fragen zur Personalpolitik, zur Kommunikation und zur künftigen Ausrichtung des Freilichtmuseums auf. Bildquelle: Keystone.
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Bild 7 von 7. Kurz vor der Herbstsession forderten sieben Museumsdirektoren in einem an die Mitglieder des Nationalrates versandten Brief die Ablehnung der Motion Luginbühl. Sie befürchteten einen «Verteilungskampf» unter den vom Bund unterstützten Museen und Sammlungen. Der Nationalrat lehnte die Motion schliesslich stillschweigend ab. Bildquelle: Keystone.
Das Schweizerische Freilichtmuseum Ballenberg im Berner Oberland erhält vorläufig nicht mehr Geld vom Bund. Der Nationalrat lehnte eine entsprechende Motion aus der Feder des Berner BDP-Ständerats Werner Luginbühl ab.
Der Ständerat hatte den Vorschlag in der Sommersession zwar gutgeheissen. Der Nationalrat folgte nun aber stillschweigend seiner Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK). Sie hatte mit 13 zu 3 Stimmen bei 2 Enthaltungen die Ablehnung der Motion Luginbühl beantragt.
Man wolle zuerst die Beratung der Kulturbotschaft 2016-2019 abwarten, bevor man eine allfällige Erhöhung der finanziellen Unterstützung für das Freilichtmuseum beschliesse, hiess es in der Begründung der Kommission.
Die WBK hatte vor ihrem Entscheid mit dem Stiftungsratspräsidenten des Museums, alt Nationalrat Yves Christen (FDP/VD), ein Gespräch geführt. Dieser hatte Mitte August in einem Interview mit der «Berner Zeitung» den Geldbedarf des Freilichtmuseums relativiert. Der genannte Finanzbedarf von 90 Millionen Franken – auf zehn Jahre verteilt – seien ein Wunsch. Es werde wesentlich weniger Geld nötig sein.
Bund zahlt halbe Million pro Jahr
Bisher hat sich das Freilichtmuseum zu über 90 Prozent aus Eigenmitteln finanziert. Für 2014 und 2015 erhält es erstmals einen Betriebsbeitrag von 500'000 Franken pro Jahr. In diesem Umfang wollte der Bundesrat die Unterstützung weiterführen.
Auch einzelne Projekte wurden vom Bund unterstützt – von 2012 bis 2015 mit Beiträgen in der Höhe von insgesamt 375'000 Franken. Zudem hat der Ballenberg seit 2012 fast 200'000 Franken für die Übernahme von Denkmälern erhalten.
Das reichte Ständerat Luginbühl nicht. Mit seiner Motion wollte er den Bundesrat beauftragen, in der Kulturbotschaft 2016-2019 einen «substanziell höheren Beitrag» an die Betriebskosten und den Investitionsbedarf des Freilichtmuseums einzustellen.
Geschäft ist vorläufig vom Tisch
Das Museum sei ohne substanzielle Beteiligung der öffentlichen Hand längerfristig gefährdet, schrieb er. Als einzigartiges Zentrum für die Vermittlung der ländlichen Kultur sei es aus der Schweizer Museumslandschaft nicht mehr wegzudenken.
Nach dem Nein des Nationalrats ist das Geschäft vom Tisch.