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Altersvorsorge 2020 «Fortschritte für die Frauen»

Legende: Audio Christine Goll: «Ich sehe Fortschritte für die Frauen» abspielen. Laufzeit 01:44 Minuten.
01:44 min, aus HeuteMorgen vom 17.03.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Parlament entscheidet heute in der Schlussabstimmung zur Altersvorsorgereform 2020 auch über das Frauenrentenalter 65.
  • Vor allem für Frauenrechtlerinnen und linke Politikerinnen war eine Erhöhung des Frauenrentenalters lange ein Tabu.
  • Doch bei der Altersvorsorgereform 2020 lenken viele Frauen nun ein: Eine gesicherte Altersvorsoge sei wichtiger als eine Erhöhung des Rentenalters.
  • Das finden auch Alt-Nationalrätin Christine Goll und die Ex-Parlamentarierin Christine Egerszegi.

Zwei Frauen – zwei positive Stimmen zur AHV-Reform und zur Erhöhung des Rentenalters für Frauen: Chrstine Goll und Christine Egerszegi nehmen Stellung.

Christine Goll sass 20 Jahre lang im Nationalrat. Als Sozialdemokratin kämpfte sie gegen die Erhöhung des Frauenrentenalters. Und doch sagt die Zürcherin nun Ja zum Frauenrentenalter 65: «Ich schaue das ganze Paket an. Und wenn ich das ganze Paket beurteile, dann sehe ich, dass es Fortschritte bringt für die Frauen.» Damit spricht sie vor allem die zusätzlichen 70 Franken im Monat bei den künftigen AHV-Renten an. Dass das Parlament trotz der bürgerlichen Mehrheit einen Ausbau der Renten beschliesse, das sei ein Erfolg.

Für die Reform ausgesprochen haben sich auch andere Vorkämpferinnen für die Rechte der Frauen wie Christiane Brunner und Ruth Dreifuss. Daneben gibt es aber auch Widerstand von linken Frauen in der Westschweiz oder von Juso-Präsidentin Tamara Funiciello.

«Die AHV gesichert. Das ist der Gewinn»

Christine Egerszegi, ehemalige FDP-Ständerätin für den Kanton Aargau, hält das Frauenrentenalter 65 zwar für einen Rückschritt, der aber von anderen Massnahmen aufgewogen werde: «Ja, Frauen müssen länger arbeiten, aber dafür ist die AHV gesichert. Das ist ihr Gewinn.»

«Der einzige Kompromiss, der eine Mehrheit erreichen kann»

Egerszegi war eine der Architektinnen des Renten-Kompromisses. Sie sei sehr froh, dass es zu dieser Einigung gekommen sei. Denn bei diesem Kompromiss handle es sich um den einzigen Kompromiss, der auch in der Bevölkerung bei der Volksabstimmung eine Mehrheit erreichen könne, sagt Egerszegi.

Tatsächlich ist die Reform noch nicht unter Dach und Fach. Heute muss sie erst die Schlussabstimmung im Parlament überstehen. Dass die AHV-Reform in der Schlussabstimmung durchkommt, ist nicht garantiert: Die Mehrheitsverhältnisse sind knapp. Bereits einzelne Absenzen oder Meinungsumschwünge könnten die Reform stoppen.

Kommt das Geschäft endgültig durchs Parlament, entscheidet am 24. September das Stimmvolk über die Vorlage.

Christine Goll

Christine Goll
Legende: Keystone

Christine Goll war von 1987 bis 1991 im Zürcher Kantonsrat. Von 1991 bis 2011 war sie Nationalrätin, zuerst für die FraP! Frauen machen Politik und danach für die SP. Von 2003 bis 2010 war sie Präsidentin der Gewerkschaft VPOD und von 2000 bis 2003 Vizepräsidentin der SP Schweiz.

Christine Egerszegi

Christine Egerszegi
Legende: Keystone

Egerszegi gehörte von 1989 bis 1995 der FDP-Fraktion des Grossen Rats des Kantons Aargau an. 1995 wurde sie in den Nationalrat gewählt und 2007 in den Ständerat. 2015 trat sie aus dem Ständerat zurück.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Wie auch immer, es gibt immer Verlierer und Gewinner. Eines sollte man bewahren und dies soll für alle sein im klaren. Die Schuldenbremse muss man unbedingt bewahren, um so die Gefahr zu dämmen, um damit nicht ins Schuldenloch zu fallen, dies wäre dann für alle keinen grossen Gefallen.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Einmal mehr, mit der Rentenerhöhung der Frauen, hin zu einer gesicherte Rente??? Fantasielose Männerpolitik und die Frauen geben klein bei!! Anstatt bei den teuren PolitikernInnen abzuspecken, wird es einmal mehr auf dem Buckel der Frauen und der aktuellen RentnerInnen ausgetragen! Scheinheilige Gerechtigkeit - dem Politfilz bleiben die fetten Lebensrenten - ob Mann, oder Frau -!!!
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    1. Antwort von Manuela Fitzi (Mano)
      Ich finde es ok. Ich habe noch einige Jahrzehnte bis zur Rente und habe keine Angst, gleich viel zu arbeiten, wie mein Mann. Allerdings will ich auch am gleichen Lohnniveau verdienen. Daher finde, es ist eine win-win-Situation. Ich würde Müttern auch empfehlen, nicht ewig nur Teilzeit zu arbeiten, sobald die Kinder grösser sind. Ein Teenager kann sich durchaus allein zuhause beschäftigen (mit Haushaltsarbeit z.B.), während beide Eltern arbeiten. Da muss Frau nicht aus Spass nur 50% arbeiten.
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    2. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Gegen das Rentenalter 65 für Frauen ist ja nichts einzuwenden. Ist ein weiterer Schritt zur Gleichstellung. Aber weil durch die 70 Franken mehr AHV für Neurentner mehr Geld aus der AHV genommen werden muss, als die Frauen in diesem Jahr einzahlen, ist es wie Wasser in den Rhein getragen. Auf alle Fälle wird auf diese Weise die AHV nicht saniert.
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  • Kommentar von Leo Nauber (leo999)
    Was mir immer wieder nicht in den Kopf gehen will, ist die heutige Anspruchsmentalität der Alten. Immer und überall wollen sie Rabatt, reduzierte AHV Preise etc. Nicht, weil sie es nötig haben. Ja, die gibt es, es gibt sehr viele davon. Aber die, die immer alles billiger haben wollen sind genau die, die es nur wollen, weil sie alt sind, nicht weil sie bedürftig sind. Alt sein ist kein Verdienst, das man sich erarbeitet hat, sondern eines der modernen Medizin und Ernährung sowie der Hygiene.
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Das ist ausgleichende Gerechtigkeit! Und die Jungen gibt es ja auch nur Dank der Alten. Ohne sie gäb es die Jungen nicht. Also etwas mehr Respekt vor den Alten, gell! Und wenn Sie dann mal ohne eigenen Verdienst die Ehre haben alt zu werden, profitieren dann sicher auch Sie gerne von Rabatten, red. Preise für Rentner usw. Und betr. Reduktionen profitieren ja auch junge Menschen & Studenten von Preisreduktionen überall.
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    2. Antwort von Manuela Fitzi (Mano)
      @Herr Waeden: Obwohl ich sehr für ein würdiges Alter der Alten bin, würde ich Ihre These so nicht unterzeichnen. Denn mit aktuell 25% Ausländeranteil, mehrheitlich davon im Arbeitsmarkt, kann man nicht gerade sagen, "die Jungen gibt es ja auch nur Dank der Alten". Klar, biologisch trifft es zu, doch sehr viele Arbeitnehmer haben ihre "Alten" gar nicht in der Schweiz. Dies entwickelte sich während Jahrzehnten so, weil die "Alten" in CH nicht für ein kinderfreundliches System gesorgt haben.
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