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Subventionen für Kinderkrippe «Für Schweizer Familien geht es um viel»

Legende: Audio Berset: «Für die Schweizer Familien geht es um viel.» abspielen. Laufzeit 02:45 Minuten.
02:45 min, aus SRF 4 News aktuell vom 29.11.2016.
  • Eltern sollen für die Drittbetreuung ihrer Kinder weniger bezahlen. Das will sich der Bundesrat 100 Millionen Franken kosten lassen.
  • Der Ständerat ist auf die Vorlage eingetreten. Nun steht die Detailberatung an.
  • Die Gegner setzten auf steuerliche Entlastungen und halten es für die Aufgabe der Gemeinden und Kantone, Betreuungsplätzte zu verbilligigen. Bundesrat Berset lässt dieses Argument nicht gelten.

SRF News: Kritiker monieren, dass sich der Bundesrat hier in eine Angelegenheit der Kantone und Gemeinden einmische. Ist diese Kritik berechtigt?

Bundesrat Alain Berset (SP): Nein, ich finde diese Kritik sogar etwas unseriös. Es geht hier für die Schweizer Familien um viel, um eine grosse Herausforderung. Auch deswegen ist es richtig, dass der Bund die Kantone bei der Familienpolitik unterstützen.

Der Bund investiert schon seit über zehn Jahren in die familienergänzende Kinderbetreuung. Warum braucht es jetzt noch einmal 100 Millionen Franken?

Bis jetzt haben wir zusammen mit den Kantonen und den Gemeinden mit grossem Erfolg die Schaffung von Betreuungsplätzen unterstützt. Mehr als 50'000 Betreuungsplätze sind so entstanden. Aber nun geht es um etwas anderes. Wir haben festgestellt, dass die Betreuungskosten für Familien viel zu hoch sind – auch im internationalen Vergleich. Wir müssen etwas machen, um die finanzielle Belastung der Familien zu senken. Genau dafür ist diese Investition gedacht und nun brauchen wir die Unterstützung des Parlaments.

Zum Auftakt der neuen Session wurde hauptsächlich über das Sparen gesprochen – steht es da nicht etwas quer in der Landschaft, noch einmal zusätzlich 100 Millionen Franken auszugeben?

Legende: Video Bruderer: «Wir reden an der Lebensrealität der Eltern vorbei» abspielen. Laufzeit 00:40 Minuten.
Aus News-Clip vom 28.11.2016.

Man kann nicht immer über Vereinbarkeit von Familien und Beruf sprechen und dann nichts tun. Und die 100 Millionen verteilt über fünf Jahre: das ist auch nicht so viel. Aber es wäre ein wichtiges Signal für die Familien, die für die Schweiz unglaublich wichtig sind. Es braucht hier eine klare Unterstützung – mehr als bloss Worte.

Der Ständerat ist auf ihre Vorlage eingetreten, sie wird weiter beraten. Im Nationalrat dürfte ein Erfolg schwieriger werden. Sind sie dennoch zuversichtlich?

Legende: Video Germann: «Das Anschieben bringt einfach nichts mehr» abspielen. Laufzeit 00:27 Minuten.
Aus News-Clip vom 28.11.2016.

Das werden wir sehen. Sehen Sie, am Ende geht es auch um die Frage: Wer übernimmt welche Verantwortung? Der Bundesrat hat sich in dieser Sache sehr ehrlich und direkt geäussert: Wir sagen, wir brauchen eine stärkere Unterstützung der Familien und wir brauchen dafür Geld. Das Parlament kann nun Ja der Nein dazu sagen, aber es ist dann auch klar, wer die Verantwortung dafür trägt.

Das Gespräch führte Curdin Vincenz.

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Georg Walter (Das Wort)
    Falsche Familienpolitik! Titelstory in Fritz&Fränzi 11/16: "Die Lüge der Vereinbarkeit: Wer Kinder hat und Karriere machen möchte, zahlt einen hohen Preis – besonders als Frau. Denn die viel zitierte Vereinbarkeit von Familie und Beruf bedeutet vor allem eins: ganz viel Stress." Lesen Sie selbst: https://www.fritzundfraenzi.ch/gesellschaft/familienleben/die-luge-von-der-vereinbarkeit?utm_source=CleverReach&utm_medium=email&utm_campaign=27-11-2016+News+Dezember+2016&utm_content=Mailing_10276271
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Kinderwunsch, Erziehung, Sozialisation, Ernährung von Kindern, ist und bleibt Sache der Eltern! Die Wirtschaft muss endlich Hand bieten für Teilzeitarbeit auch für Männer - egal in welcher Position! Dann ist es viel einfacher für Eltern, sich selber um die gewünschten Kinder zu kümmern! Der Staat ist nicht für Erziehung und Sozialisation von Kindern verantwortlich!
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Aber nachgewiesen ist, dass Krippenkinder rascher sozialisiert sind, früher selbstständiger werden & selbstbewusster sind, als Kinder, welche "nur" von Eltern betreut werden. Und auch wenn Eltern ihre Kinder in Krippen schicken, geben die Erziehung deshalb nicht an den Staat ab. Machen sie, wenn die Kinder schulpflichtig sind ja auch nicht. Erziehung ist & bleibt bei den Eltern.
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  • Kommentar von Verena Casagrande (Verena Casagrande)
    Früher mussten meine Eltern arbeiten und Kinder erziehen und darum versteh ich das ganze nicht mehr. Wir mussten z.B. noch im Laden helfen hat es geschadet ? Wir mussten im Haushalt helfen hat es uns geschadet, nein wir lernten wie das Leben nach der Kindheit weiter geht.
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    1. Antwort von Peter Holzer (Peter Holzer)
      Früher verbrannte man rothaarige auch als Hexen und früher gab es kein Internet und so weiter und so fort. Wer hat diese Sprüche nicht schon von seinem Vater, Grossvater etc. gehört. Hat es was gebracht? Nein! Es ist nunmal nicht mehr früher, sonst würden wir nicht aus der warmen Stube einen Kommentar in den PC tippen können! Die Zeiten haben sich gewandelt ob es einem nun passt oder nicht und es ist tatsächlich für immer mehr Familien schwierig überhaupt Kinder zu haben aus finanzieller Sicht!
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