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Sicherheit im Parlament Kommen jetzt Poller vors Bundeshaus?

Terrorgefahr und Besucherströme: Das Bundeshaus in Bern soll sicherer werden. Rund um das Gebäude sind Umbauten geplant.

Legende: Audio Sicherheit im Bundeshaus ist eine Gratwanderung abspielen. Laufzeit 02:02 Minuten.
02:02 min, aus HeuteMorgen vom 23.08.2018.

Wie sicher ist das Bundeshaus? Dieser Frage ist das Bundesamt für Polizei Fedpol nachgegangen. Seine Empfehlung lautet nun: nachrüsten. «Einerseits wissen wir, dass die Terrorgefahr in ganz Europa erhöht ist, das sagt uns der Nachrichtendienst. Andererseits bekommen wir immer mehr Besuche von Staatsmännern oder -frauen aus dem Ausland. Und da ist die Sicherheit wichtig», sagt Fedpol-Sprecherin Cathy Maret.

Zudem wollen immer mehr Besucherinnen das Bundeshaus von innen sehen: 60'000 waren es vor zehn Jahren, dieses Jahr sind es bereits 100'000.

Umgestaltung des Besuchereingangs

Die Empfehlung des Fedpol wird nun erhört: So soll der Besuchereingang umgestaltet werden, wenn die Verwaltungsdelegation des Parlaments dem zustimmt. Dabei geht es unter anderem darum, dass Besucher neu schon unmittelbar hinter der Eingangstür kontrolliert werden – bei erhöhter Bedrohungslage sogar schon ausserhalb des Bundeshauses.

Neu soll der offene Bereich, in dem sich Besucher aufhalten können, grösser und geschützter sein.
Autor: Andreas WortmannSicherheitsbeauftragter der Bundesversammlung

«Direkt nach dem Eingang soll eine Kontrolle stattfinden. Und neu soll der offene Bereich, in dem sich Besucher aufhalten können, grösser und geschützter sein», erklärt Andreas Wortmann, Sicherheitsbeauftragter der Bundesversammlung, gegenüber Radio SRF. Das Bundeshaus solle aber weiterhin ein offenes Haus sein. Es sei eine «Gratwanderung zwischen Offenheit und Sicherheit».

Besucher im Innern des Bundeshauses
Legende: Auch künftig soll das Bundeshaus für Besucher zugänglich bleiben. Keystone

Fünf Millionen für neuen Hintereingang

Den Fokus auf die Sicherheit legt das Bundesamt für Polizei. Und es macht nun erstmals öffentlich sanften Druck für mehr Sicherheit auch auf der Vorderseite des Bundeshauses, im Norden zum Bundesplatz hin.

Man kann sich dem Gebäude sehr stark annähern, man kann sogar fast parkieren vor dem Nordeingang. Das ist für die ausländischen Gäste erstaunlich.
Autor: Cathy MaretSprecherin Fedpol

Fedpol-Sprecherin Maret stützt sich dabei auf Rückmeldungen von Gästen aus dem Ausland, die das Bundeshaus zum ersten Mal sehen: «Unsere ausländischen Gäste staunen schon: Man kann sich dem Gebäude sehr stark annähern, man kann sogar fast parkieren vor dem Nordeingang. Das ist für die ausländischen Gäste erstaunlich.»

Im Grunde sei das positiv, entgegnet der Sicherheitsbeauftragte der Bundesversammlung, da es von der relativ hohen Sicherheit in der Schweiz zeuge. Und doch: Tatsächlich überlege man sich im Bundeshaus derzeit, wie auch die Vorderseite des Bundeshauses besser geschützt werden könnte, «Ich denke da beispielsweise an bewegliche Poller, die aufgestellt werden können, wenn es die Sicherheitslage erfordert», so Wortmann.

Zuerst soll im nächsten Sommer aber der Besuchereingang auf der Rückseite für fünf Millionen Franken umgebaut werden.

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Simon Weber (Weberson)
    Vielleicht müssen sich ja einige Politiker davor fürchten, mit den von uns verkauften Waffen ins Ausland angegriffen zu werden? Anscheinend fährt auch keiner dieser Beschützten mit dem Auto oder fliegt mit dem Flugzeug oder raucht gar fleißig Zigaretten. Und dann möchte ich noch fragen: Wie viele Politiker sind denn nun in den letzten paar Jahren durch Terrorismus in Europa getötet worden?
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  • Kommentar von B. Moser (moser.b)
    2/2 Man soll in einer Viertelstunde wiederkommen. Und hat dann zu dritt (ich und ein spanisches Ehepaar) eine Führung gemacht! Die Führerin hat dann denn ausländischen Gästen mehrfach erklärt, wie sicher es hier ist, keine Polizei am Eingang. Während ein leicht gestresster Bundesrat Cotti mit Entourage, an einem vorbei ging. DIE ZEITEN KOMMEN NIE MEHR! Und ich vermisse sie!
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  • Kommentar von B. Moser (moser.b)
    1/2 Das waren noch Zeiten, Es regnete, man hatte gerade nichts besseres zutun um am Haupteingang vor dem Bundeshaus vorbeizuschlendern, wo eine Tafel stand. "Besuchen Sie das Bundeshaus, Führung Gratis"! Mit Angaben zu welchen Zeiten man eine Führung machen kann und "Geschlossen Samstag, Sonntag, und folgende Feiertage: u.a. Bettag.". Dann ist man durch den Haupteingang. Hat ehrfürchtig den Weibel gefragt, wo man das Haus besuchen kann? Wurde an den Schalter verwiesen, wo man kein Billet bekam!
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