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Legende: Video Studienautor: «Die Weltpolitik wird sehr negativ bewertet» abspielen. Laufzeit 00:23 Minuten.
Aus News-Clip vom 28.05.2019.
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Sicherheitsstudie der ETH So sicher fühlen sich die Schweizer

  • Die grosse Mehrheit der Schweizer fühlt sich nach wie vor sicher und blickt optimistisch in die Zukunft.
  • Gründe sind das politische System und die gute Wirtschaftsentwicklung.
  • Als häufigster Grund für eine pessimistische Einschätzung wird gemäss einer ETH-Umfrage die Angst vor einer Zunahme wirtschaftlicher Probleme genannt, gefolgt von der Migrationsproblematik und der politischen Lage.

95 Prozent der Befragten der Studie «Sicherheit 2019» gaben an, sich im Allgemeinen sicher zu fühlen. 90 Prozent fühlen sich auch dann sicher, wenn sie nachts alleine in ihrer Wohngegend unterwegs sind. Diese Werte sind gegenüber früheren Umfragen auf hohem Niveau stabil.

Vertrauen in die Institutionen

Gestiegen ist das Vertrauen in Behörden und Institutionen. Auf einer Zehner-Skala kommen die Polizei auf 8 Punkte, die Gerichte auf 7.4, der Bundesrat auf 7.1, das eidgenössische Parlament auf 6.7 und die Armee auf 6.6 Punkte.

Medien und politische Parteien rangieren traditionellerweise am Schluss der Rangliste. Das Gesamtvertrauen ist signifikant auf 6.8 Indexpunkte gestiegen. Gemäss der Studie handelt es sich um einen historischen Höchstwert.

So milde der Blick nach innen, so kritisch fällt die Beurteilung der weltpolitischen Lage aus. 73 Prozent der Befragten schätzen diese pessimistisch ein. Das sind 5 Prozentpunkte mehr als 2018. Frauen und ältere Menschen beurteilen die Lage besonders düster.

Soldaten an der Militärakademie der ETH Zürich
Legende: Die Studie «Sicherheit 2019» wurde in Zusammenarbeit zweier Fakultäten der ETH Zürich erstellt. Keystone / Archiv

Als Gefahr für die Schweiz wird insbesondere die Machtpolitik der Grossmächte gesehen. Als Ursache werden in erster Linie die USA, China und Russland genannt. Auffallend oft werde US-Präsident Donald Trump namentlich genannt, schreiben die Autoren.

Nationalismus und Rechtspopulismus werden ebenfalls als Bedrohung wahrgenommen.

Anschluss ohne Souveränitätsverlust

Solide Zustimmung geniesst der bilaterale Weg der Schweiz. Über 80 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Schweiz der EU nicht beitreten, jedoch die wirtschaftliche Zusammenarbeit verstärken soll. Stabile 35 Prozent sprechen sich für eine politische Annäherung aus.

Auch das Modell der internationalen Kooperation ohne Preisgabe der Souveränität geniesst grosse Zustimmung. Knapp 60 Prozent der Befragten sprechen sich für eine aktive Beteiligung der Schweiz für die Anliegen der UNO aus, etwas mehr sogar für einen Sitz im UNO-Sicherheitsrat.

Die Schweizer Armee erachten rund vier Fünftel der Befragten als notwendig, wobei es sich für rund die Hälfte davon um ein notwendiges Übel handelt. Deutlich weniger Zustimmung als bei der letzten Befragung geniesst die Berufsarmee.

Chancengleichheit in der Armee

Erstmals wurden 2019 Fragen zur Chancengleichheit in der Armee gestellt. Chancengleichheit zwischen den Landessprachen wurde von 99 Prozent der Befragten als wichtig beurteilt. Bei den Geschlechtern waren es 95 Prozent, bei der sexuellen Orientierung 93 Prozent und bei der Religion 91 Prozent.

Allerdings finden 45 Prozent der Befragten, dass die Ausübung von religiösen Praktiken den Dienstbetrieb beeinträchtigen würde. Eine Minderheit von 14 Prozent ist der Ansicht, dass Homosexuelle den Zusammenhalt der Truppe beeinträchtigen.

Die Studie

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«Sicherheit 2019» ist die 21. Ausgabe der seit 1999 erscheinenden Studienreihe «Sicherheit». Dafür hat das Befragungsinstitut Link im Januar dieses Jahres 1213 Stimmberechtigte telefonisch befragt. Herausgeber der Studie sind die Militärakademie (MILAK) der ETH Zürich und das Center for Security Studies der ETH Zürich.

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44 Kommentare

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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    2/2:Auch wenn der 2.WK seit 70 Jahren beendet ist, gibt es keine Garantie, dass es weitere Jahr10te gleich weitergehen wird. Die Lebensversicherung für unseren Staat ist und bleibt die Armee. Jede(r) hofft, dass unsere Soldaten nie einen Ernstfall erleben müssen. Es ist das Gleiche wie bei der Feuerwehr und bei der Versicherung: Auch wenn wir 30 Jahre keinen Schaden haben, löse wir diese nicht auf. Erhalten wir unsere Armee konkurrenzfähig, auch wenn dies nicht billig ist. Es lohnt sich!
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    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      @häberli: Ich denke, wirkliche Lebensversicherung wird sein, ob und wie gut sich bei uns und in der Welt partizipatorische Demokratien entstehen. Denn kommt es zu militärischen Einsätzen auch hier bei uns, wo doch eine der Schatzkammer, der vereinten und globalisierten Extraktionsspezialisten ist, dann ist's eh dermassen ungemütlich. Soziale Gerechtigkeit, partiziapatorische erwachsene Demokratien sind die Garanten. Alles andere ist Augenwischerei und wurde seit Homer erfolglos praktiziert
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    2. Antwort von melchior walcher  (melchiorwalcher)
      "Die Lebensversicherung für unseren Staat" das hätte stimmen können wenn man mit Staat das Reduit im Gotthardmassiv meint.
      Eine Konkurenzfähige Armee zu haben ist für die Schweiz undenkbar. Gemessen an wem überhaupt? Diese Kosten aber, würden auch sie tragen wollen. Stattdessen haben wir eine Pseudoarmee mit der man nicht genau weiss was sie soll, weshalb die Argumentation dann auf Katastrophenschuzt usw. ausweichen muss.
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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    1/2:Bin erstaunt, wie im Forum zum Thema Staatssicherheit argumentiert und wie unrealistisch Prioritäten gesetzt werden:Damit unsere Spezies in einem relativen Frieden leben kann, braucht der verantwortliche Staat eine Regierung, Energie und eine Armee. Begründung:Trotz Denkapparat ist der Zweibeiner nicht in der Lage, absolut friedlich,neben dem andern zu leben. Aus dieser Optik betrachtet,ist die Sicherheit für die Menschen und deren Lebensgrundlagen (Unterkunft /Verpflegung) das höchste Gut.
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    1. Antwort von melchior walcher  (melchiorwalcher)
      Oft sind Armeen erst Ursache, dass man nicht in Frieden leben kann.
      Vielleicht würde unsere Armee im ernstfall auch eher zur Gefahr für den grossen Teil der Bevölkerung, als umgekehrt.
      Denn, da wir Waffen haben, würde uns auch mit Waffen begegnet. Zum effektiven Schutz würde unsere Armee aber niemals ausreichen. Sprich, vielleicht ist die Armee sogar eine Gefahr für die Schweiz. Ein Gedankenspiel...
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    @walcher: Herr Walcher, als Nichtmitglied des Dachverbandes Patriarchat, versuche ich eine Antowrt auf Ihre Frage:"Für was, ausser Geld zu verbraten, soll die Schweizer Armee sinnvoll sein?" Es ist eine der wichtigen Säuenn auf dem patriarchal, männliches Wir-Gefühl noch gehegt und gepflegt werden darf. Das Männliche wird ist in Zeiten postpatriarchalen Umbruchs neu, anders und viel weiter gefasst. Das macht den natürlichen Inhabern von Männlichkeit Angst und löst grosse Verunsicherungen aus ;-)
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