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Schweiz Sika-Übernahme: Bill Gates zieht vors Bundesverwaltungsgericht

Im Streit um ein Übernahmeangebot für alle Sika-Aktionäre gibt sich Bill Gates nicht geschlagen. Seine Bill & Melinda Gates Stiftung und die Beteiligungsgesellschaft Cascade ziehen die Verfügung der Finanzmarktaufsicht (Finma) an das Bundesverwaltungsgericht weiter.

Legende: Video Streit um Sika-Übernahme abspielen. Laufzeit 0:27 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 18.05.2015.

Bill Gates, der mit seiner Stiftung seit längerem drei Prozent der Sika-Stimmrechte hält, kämpft gegen die von Saint-Gobain geplante Übernahme der Sika. Nachdem die Finanzmarktaufsicht (Finma) vor kurzem Gates' Gesuch abgelehnt hatte, ist das Bundesverwaltungsgericht die nächste Beschwerdeinstanz, die er anruft.

Bill und Melinda Gates wollen weiterhin erreichen, dass Saint-Gobain allen Publikumsaktionären ein Kaufangebot unterbreiten muss. Deshalb hatten sie die Prüfung der Opting-Out-Klausel verlangt.

Gates blitzte bei Finma ab

Die Finma hatte die so genannte Opting-Out-Klausel des Baustoffunternehmens für gültig erklärt. Damit ist Saint-Gobain nicht verpflichtet, bei der geplanten Übernahme der Sika-Anteile der Erbenfamilie allen Aktionären ein Kaufangebot zu unterbreiten.

Die Sika-Eignerfamilie Burkard-Schenker hatte im Dezember entschieden, ihren Sika-Anteil für 2,75 Milliarden Franken an Saint-Gobain zu verkaufen. Die Burkards haben zwar nur einen Kapitalanteil von 16 Prozent, aber 52 Prozent der Stimmen. Damit können die Franzosen die Kontrolle über Sika übernehmen.

Mit der Familie vereinbarte Saint-Gobain eine Prämie von rund 80 Prozent auf den damaligen Aktienkurs, die übrigen Investoren sollen leer ausgehen. Dagegen kämpfen nicht nur Sika, sondern auch wichtige Aktionäre wie die Anlagevehikel von Gates.

(Regionaljournal Zentralschweiz, 12.05.15, 15:30 Uhr)

Opting-out-Klausel

Mit dieser Klausel muss kein öffentliches Kaufangebot an alle Besitzer von Beteiligungsparteien erfolgen. Das Opting-out ermöglicht, dass die Kontrolle einer Firma an den Käufer eines dominierenden Anteils von Beteiligungspapieren übergeht, ohne dass die übrigen Besitzer miteinbezogen werden müssen. Dieses Recht kennt nur die Schweiz.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Mit oder ohne Bill Gates wird die neue Sika zu einem "too big to fail" Geschäft werden. Wir dürfen es nicht zulassen, dass Unternehmen so gross werden, dass alle andern nur noch unter deren Diktat existieren können. Auch im Weltgeschehen erhalten so grosse Multis zu viel Macht.Es wird sonst so weit kommen, dass diese mehr Macht haben als Regierungen. Weltweit sollte deshalb dafür gesorgt werden, dass eine gewisse Grenze der Grösse nicht überschritten werden darf. Banken mussten da auch durch.
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  • Kommentar von M.Müller, Zürich
    Ein Grund mehr für die Erbschaftssteuer zu sein. Hier sehen wir ein krasses Beispiel wie Geldgeil unsere oberen 2% sind egal ob die anderen 98% über die PK Anlagen zu Schaden kommen. Hoffentlich dämmert es bei den letzten Zweifler der Erbschaftssteuer!
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    1. Antwort von M. Roe, Gwatt
      Müller: Ich sage trotzdem nein, weil es wieder mal eine Mogelpackung ist. Wenn nur die reichsten, so wie Sie sagen, Erbschaftssteuer bezahlen müssten, würde die ganze Schweiz ja sagen bei der Abstimmung. Es werden aber noch viele andere nicht so reiche ihr Geld der Allgemeinheit abgeben müssen. Da könnten sie dies auch gleich zum Fenster raus werfen. Die Regierung, ob links oder rechts, muss endlich lernen, dass das Volk nicht verarscht wird mit den "fiesen" Päckli. Der Volkswille muss es sein!
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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Wozu braucht eigentlich Bill Gates Sika? Wohl um sein ewigwährendes Win-Version-X/Y Patchwork/Flickwerk zu kleben und abdichten? DOS und seine einfache Syntax damals noch erträglich. Ups, ich vergass, es geht nur um Anteile/Profit und nicht um das Produkt. Könnte neben Software-Kleber auch Bananen oder Kochsalz sein. Die Meinung eines verärgerten PC-Nutzers. Ironie off.
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