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38'000 Menschen werden in der Schweiz jährlich ausgesteuert
Aus Tagesschau vom 18.11.2019.
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Situation der Ausgesteuerten Viele finden nach einem Jahr Arbeit – aber schlechter bezahlte

  • Etwas mehr als die Hälfte der von der Arbeitslosenversicherung ausgesteuerten Menschen ist nach einem Jahr wieder erwerbstätig.
  • Gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) verdienen sie dann aber weniger und ihr Gesundheitszustand ist schlechter als jener der Erwerbsbevölkerung.
  • Jährlich wurden zwischen 2014 und 2018 im Durchschnitt 37'700 Menschen von der Arbeitslosenversicherung ausgesteuert.

55 Prozent von ihnen seien im ersten Jahr nach der Aussteuerung wieder erwerbstätig gewesen. Nach fünf Jahren habe sich dieser Anteil auf 63 Prozent erhöht. 15 Prozent hätten eine Stelle gesucht und 22 Prozent der Ausgesteuerten hätten sich aus dem Arbeitsmarkt zurückgezogen.

Quelle: BFS, Sozialhilfestatistik, 18.11.19jährlich von derArbeitslosenversicherung ausgesteurtØ 37‘700 Personen2014 bis 2018

Personen im Alter zwischen 45 und 64 Jahren sind bei den Ausgesteuerten laut dem BFS überrepräsentiert. Ihr Anteil an den Ausgesteuerten betrug 48 Prozent, während sie 41 Prozent der Arbeitslosen und 42 Prozent der Erwerbsbevölkerung ausmachten. Auch Menschen ohne Berufsausbildung und ausländischer Herkunft seien wesentlich stärker von einer Aussteuerung betroffen gewesen als der Durchschnitt.

Ausgesteuerte Menschen, die im Arbeitsmarkt wieder Tritt gefasst haben, sind laut BFS öfter als die übrigen Arbeitnehmenden in atypischen Arbeitsverhältnissen tätig. Neun Prozent der Ausgesteuerten würden Arbeit auf Abruf verrichten, vier Prozent von einem Stellenvermittlungsbüro vermittelt und bezahlt. Bei den Arbeitnehmenden betrugen diese Anteile fünf respektive ein Prozent.

Mehr Teilzeitstellen für Ausgesteuerte

Während von den Arbeitnehmenden insgesamt 91 Prozent einen unbefristeten Arbeitsvertrag gehabt hätten, seien es bei den zuvor Ausgesteuerten nur 86 Prozent gewesen. 27 Prozent der ausgesteuerten Männer hätten Teilzeit gearbeitet, während dieser Anteil bei den männlichen Erwerbstätigen insgesamt lediglich 15 Prozent ausmachte. Auch bei den Frauen zeigte sich laut BFS dieser Unterschied deutlich.

Gut die Hälfte der Erwerbstätigen, die nach einer Aussteuerung Teilzeit arbeiteten, gelten gemäss BFS als Unterbeschäftigte: Sie möchten ein höheres Arbeitspensum und seien innerhalb von drei Monaten dafür verfügbar. Bei den Teilzeiterwerbstätigen ohne Aussteuerung liege dieser Anteil lediglich bei einem Fünftel.

Ausgesteuerte verdienen deutlich weniger

Schliesslich erhalten Menschen, die ausgesteuert waren, auch niedrigere Löhne, wie aus der BFS-Untersuchung weiter hervorgeht. Während der Medienstundenlohn brutto für Arbeitnehmende 36.10 Franken betragen habe, liege er bei den Ausgesteuerten, die wieder erwerbstätig seien, bei 28 Franken.

Bei Führungskräften sei das Lohngefälle zwischen den Arbeitnehmenden insgesamt mit 54,90 Franken gegenüber 41,20 Franken bei Arbeitnehmenden nach einer Aussteuerung besonders stark ausgeprägt. Geringer seien demgegenüber die Lohnunterschiede bei Hilfsarbeitskräften.

Ausgesteuerte fühlen sich deutlich öfter schlecht

Die ausgesteuerten Menschen wiesen gemäss BFS unabhängig vom Alter auch einen schlechteren Gesundheitszustand auf als die Erwerbsbevölkerung. Rund einer von zehn ausgesteuerten Menschen zwischen 45 und 64 Jahren stufe die eigene Gesundheit als schlecht bis sehr schlecht ein, vergleichen mit zwei Prozent der Erwerbsbevölkerung.

Quelle: BFS, Sozialhilfestatistik, 18.11.19*der GesamtbevölkerungSOZIALHILFE-EMPFÄNGERINSGESAMT237‘49520053.2%*278‘34520173.3%*
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40 Kommentare

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  • Kommentar von Lesek Hottowy  (Lhot)
    Jeder sollte das Recht auf Arbeit haben, nicht das Recht auf Einstellung.
    Deshalb sollte das Unternehmertun gefördert werden. Selbstständigkeit ermöglichen ohne Stolpersteine und Bürokratie. Steuer- und Buchhaltungsführung befreit in den.ersten 3 Jahren und solange das neue Unternehmen nicht mehr als 200 000 Jahresumsatz erreicht. Keine Bewilligungsbürokratie. Jeder sollte sofort und ohne Aufwand selbstständig werden können.
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  • Kommentar von Tom Duran  (Tom Duran)
    Es gibt Programme um Flüchtlingen eine anständigen Job zu vermitteln. Es gibt aber kein Programme um qualifizierten alten, jungen, behinderten oder stinknormalen Schweizern einen anständigen Job zu geben!
    Ein Schande ersten Grades. Und jetzt, da Rot/Grün gerade einen Hype erlebt dürft das Ganze dann endgültig ausufern.
    Würde ich ausgesteuert, würde ich auswandern. Es gibt 100% noch Länder die mein Fachwissen schätzen, egal wie alt ich bin. Dazu gehört nicht die Schweiz!
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    1. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      Beim ersten Teil bin ich mit Ihnen einig. Doch der Grund warum Einbürgerungswillige oft besser unterstützt werden als Ausgesteuerte liegt sicher nicht nur an linken Politikern, sondern daran dass unsere Politiker und Politikerinnen dieses Problem allgemein nicht als so akut anschauen wie es eigentlich ist.
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  • Kommentar von D. Crabtree  (D. Crabtree)
    Es wäre wichtig zu wissen, wie lange die Menschen vorher angestellt waren, wie oft sie schon ALV und Soz sie bezogen haben. Die Schweiz darf nicht eine Einbahnstrasse sein für Einwanderer. Arbeitsmigranten müssen verpflichtet werden in ihrem Heimatland resp. der EU eine neue Arbeit finden zu müssen. Für was heisst es PFZ? Generell sollte es erst nach min. 20 Jahre ein Arecht auf Soz geben. Heute ist es normal geworden, dass der Bezug staatlichen Leistungen zur Norm geworden ist.
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    1. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      Ja, das kommt davon, dass sehr viele Arbeitskräfte ihre einheimische Mentalität zur staatl. Fürsorge importiert haben. Fakt ist, dass Bürger von Ländern mit einer höheren AL-Quote viel mehr als "gewöhnlich" annehmen, dass der Staat sie in solchen Situationen aushilft. Das ist der "kulturtransferierender Effekt der Migration", wie unser Prof. das so schön ausgedrückt hat. Scholl-Latour hat hierzu den berühmten Kalkutta-Vergleich gezogen.
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