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Abgewiesene Asylbewerber: Die Empfehlungen der Eidgenössische Migrations-Kommission
Aus 10vor10 vom 18.12.2019.
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So lebt es sich mit Nothilfe «Ich träume und hoffe einfach»

Arha Medhanie kam vor vier Jahren alleine in die Schweiz. Er floh aus Eritrea, weil er nicht in den Armeedienst gezwungen werden wollte. Nach verschiedenen Stationen in der Schweiz lebt er nun in einer Kollektivunterkunft der Heilsarmee in Mühleberg. Arha Medhanie schläft in einem Zimmer mit sieben weiteren Bewohnern, insgesamt hat die Unterkunft 100 Plätze. Fünfmal pro Woche muss er mit seiner Unterschrift beweisen, dass er bei der Heilsarmee in Mühleberg lebt, damit er das Nothilfegeld erhält.

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«Es ist schlimmer als schlimm.»
Aus News-Clip vom 18.12.2019.
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In seiner Unterkunft bekommt er auch die kantonale Nothilfe für abgewiesene Asylbewerber ausgezahlt, für jeden Tag 8 Franken, also 56 Franken pro Woche. Davon muss Arha Medhanie alles zahlen, also Essen, Fahrkarte, Kleidung, Hygieneartikel und das Handy. «Damit kann man nichts kriegen, ich bleibe einfach am Träumen oder Hoffen», sagt Medhanie zu «10vor10».

Er hatte im August 2018 mit einer Vorlehre als Koch begonnen. In Spiez besuchte er die Berufsschule. Doch nach dem negativen Asylentscheid im April 2019 musste er seine Vorlehre abbrechen. Seitdem bezieht er nur noch die Nothilfe und darf nicht mehr arbeiten.

Es ist sehr mühsam für mich
Autor: Arha MedhanieAbgewiesener Asylbewerber aus Eritrea

Wenn es das Budget zulässt, fährt Medhanie in die Stadt und mischt sich unter die Leute. Dies tut er nicht zuletzt, um seine Deutschkenntnisse aufzubessern. Zudem besucht er einen Deutschkurs, den freiwillige Helfer ausserhalb der Kollektivunterkunft anbieten.

«Ich will nicht immer zu Hause sitzen. Ich will mit meinen Kontakten etwas machen. Und wenn ich das nicht darf, macht es keinen Sinn mehr. Es ist sehr mühsam für mich», erklärt Medhanie weiter. Der Traum nach einem selbstbestimmten Leben hat ihn bis in die Schweiz geführt.

Sein Ziel hat Medhanie in diesen vier Jahren Schweiz allerdings nicht erreicht: Eine reguläre Lehre als Koch mit Abschluss. «Ich gebe viel, aber ich darf nicht», resümiert er. Wie es für ihn weitergeht, weiss der 23-Jährige nicht.

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54 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Die Schweiz kann sich hier schon nicht mit Ruhm bekleckern. Natürlich muss die Aufnahme von Flüchtlingen und Migranten begrenzt sein. Aber diesen Leuten wie ihm hier müsste einen zumindest kleinen Verdienst, eine sinnvolle Beschäftigung gewährt werden. Geld wäre genug vorhanden -in der reichen Schweiz. Aber eben:Vor allem Rechtsnationale und-bürgerliche hätscheln lieber die Reichen,die z. T. so viel haben, wie sie gar nicht durch Leistung verdienen können;die Armen werden an den Rand gedrängt.
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    1. Antwort von Franz Giger  (fjg)
      nein Herr Känel, das Asylgesuch des Porträtierten wurde rechtskräftig abgelehnt, also hat er per Definition gar kein Bleiberecht mehr hier. Kommt dazu, dass die Causa Eritreer schon speziell ist, was hier auch schon des langen und breiten diskutiert wurde.
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    2. Antwort von Arthur Meili  (Arthur Meili)
      Geld waere genug vorhanden - in der reichen Schweiz. Wie meinen Sie das? Dass bei Ihnen persoenlich genug Geld vorhanden waere fuer die Fluerchtlinge oder bei den anderen (bei uns Nicht- Reichen).
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    3. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Meili: Die Schweiz ist eines der reichsten Länder. Ich gehöre nicht etwa zu den Reichen (ich bin von 1 Mio. tüchtig entfernt, aber komme recht gut durch). Aber der Reichtum ist sehr ungerecht verteilt. Die 300 Reichsten in der Schweiz besitzen Güter im Wert von über 600 Mia. Daneben nimmt die Armut hier eher zu, auch die Working-Poor. Höchst ungerecht. So wäre eine Umwelt- und Klimasteuer nach Einkommen und Vermögen anzusetzen. Eben "oben" viel. So reichte das Geld sehr gut.
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  • Kommentar von Peter Müller  (PeRoMu)
    Ich frage mich, weshalb der porträtierte Eritreer sein Glück nicht in einem anderen Land als der Schweiz versucht, wenn's hier doch nicht mit der Verwirklichung seiner Träume klappt.
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    1. Antwort von A. Keller  (eyko)
      Er könnte doch nach Äthiopien gehen, so ist er nahe der Heimat. In Äthiopien leben viele Eritreer. Wäre eine Lösung. Was ich nicht verstehe, dass so viele Eritreer bei uns sind, die sind doch alle zuerst in der EU angekommen, dann weiter in die Schweiz. Gilt das Schengen Abkommen denn nicht mehr? Verstehe dieses Asylgesetz seit langem nicht mehr.
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    2. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      @keller: Die Fragen die Sie sich stellen, stellen sich viele Schweizer. Und "Verstehen" tun es genausoviele auch je länger je weniger...
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    3. Antwort von jean-claude albert heusser  (jeani)
      Es ist vermutlich der Weg des geringsten Widerstand zu flüchten oder davon zu laufen, anstatt in der Heimat zu versuchen mit den anderen "Leidensgenossen" etwas zu verändern oder zu bewegen!
      Wir in der Schweiz können auch nicht von unserer Verantwortung davon laufen oder?
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  • Kommentar von Timotheus Widmer  (Timotheus Widmer)
    Wenn sein Asylgesuch abgelehnt ist, steht ihm grosszügige Rückkehrhilfe zu. Eritrea nimmt problemlos jeden zurück, der in eigener Regie zurück will - nur beim zwangsweisen Vollzug hapert es. Jedenfalls zwingt ihn niemand dazu, hier Nothilfe zu beziehen. Wer ein Asylgesuch einreicht, muss auch damit rechnen, dass es abgelehnt wird. Ps: weshalb bezeichnen Sie ihn als Flüchtling (im Untertitel), wenn er rechtskräftig weggewiesen wurde? Solche Begriffsverwirrungen sind unnötig und verwirrend.
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    1. Antwort von SRF News (SRF)
      Danke für den Hinweis. Wir haben den Untertitel angepasst. Freundliche Grüsse SRF News
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