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So sparen wir Strom Intelligente LED-Röhren leuchten «on demand»

Eineinhalb AKW arbeiten in der Schweiz allein für Licht. Intelligente LED-Röhren könnten beim Stromsparen helfen.

Legende: Video Dieses Licht brennt nur dann, wenn es gebraucht wird abspielen. Laufzeit 02:55 Minuten.
Aus 10vor10 vom 15.06.2018.

Hell wird es in dieser Unterführung nur, wenn sie jemand passiert. Bewegungssensoren passen das Licht entsprechend an. Fussgänger und Velofahrer merken davon aber kaum etwas, erklärt Patrick Deuss – einer der Entwickler der intelligenten Leuchtmittel.

Wir haben nur da voll Licht, wo es gebraucht wird.
Autor: Patrick DeussGeschäftsleiter LEDCity

Die Idee kam Deuss und seinen Kollegen während des Studiums zu Energie- und Umwelttechnik an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften. Vor allem die Tatsache, dass Licht an vielen öffentlichen Bauten selbst dann leuchtet, wenn es nicht gebraucht wird, hat sie umgetrieben.

Strom dämmen durch Dimmen

«Dadurch, dass wir viel mehr Sensoren verwenden, die in jedem Leuchtmittel eingebaut sind, können wir das Licht dezentral steuern», beschreibt Patrick Deuss. «Das heisst, wir haben nur da voll Licht, wo es gebraucht wird. Am Rand zum Beispiel ist es abgedimmt. Die Person hat so genug Licht um sich herum, obwohl wir die grossen Einsparungen erzeugen können.» Ingesamt könnten sie durch das Dimmen 90 Prozent Energie einsparen.

Diese intelligenten LED-Röhren leuchten auch in den Fluren der Zürcher Hochschule der Künste – spezielle Sensoren entdecken eine Bewegung bereits durch die Tür und die Leuchten werden so rechtzeitig hell. «Gegenüber konventionellen Sensoren senden unsere ein Hochfrequenz-Signal aus. Das hat zur Folge, dass das Licht schon hell ist, bevor man einen Raum betritt.»

LED-Röhren sind langlebiger und haben einen geringeren Energieverbrauch.
Autor: Philippe MüllerBundesamt für Energie

Ob in Tiefgaragen, Tunnels oder Unterführungen: Das Bundesamt für Energie unterstützt die «Licht on demand»-Idee als eine energiesparende Lösung für die ganze Schweiz. Philippe Müller vom BFE hat das Projekt begleitet und ist überzeugt, dass sich diese Art der Beleuchtung durchsetzen werde – auch wenn die LED-Röhren derzeit noch teurer sind als herkömmliche Leuchtstoffröhren. Müller ist sich sicher: «Die Preise der LED-Röhren werden sinken». Das Produkt habe ja noch andere Vorteile: «Die Röhren sind langlebiger und haben einen geringeren Energieverbrauch.»

Patrick Deuss jedenfalls ist überzeugt: Mit seiner Idee kommt die Schweiz der Energiewende 2050 einen Schritt näher. Licht könnte so in Zukunft nur dann brennen, wenn es wirklich gebraucht wird.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Robert Frei (RFrei)
    Es wäre nützlich, wenn SRF im Beitrag nicht nur mit schönen Worten für die Energiepolitik werben, sondern auch Zahlen angeben und diese auch kritisch diskutieren würde. Laut Bundesamt für Energie war der Gesamtverbrauch im Jahe 2016 an Elektrizität 62'000 GWh, davon wurden 20'000 GWh durch Kernkraftwerke erzeugt. Wo steht da die Beleuchtung drin? Sparen ist gut, man sollte es aber auf effiziente Weise einsetzen, und nicht einfach sparen, egal was es kostet.
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  • Kommentar von Peter Brenner (Brenner)
    Lt. WWF beträgt der gesamte Stromverbrauch durch Beleuchtung in der Schweiz ca. 7,2 Gigawattstunden (2014). Das wäre weniger als zweimal das KKW Mühleberg und weniger als das KKW Gösgen. Es wird ja wohl niemand glauben, dass durch solche Massnahmen die gesamte Beleuchtugsenergie eingespart werde könnte, was einige Kommentatoren wohl unterstellen. Selbst die optimistische Prognosen das WWF gehen für 2020 nur von einem Potenzial von 1400 Gigawattstunden aus. Etwa die Hälfte des KKW Mühleberg.
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  • Kommentar von Andi Ledergerber (AndiSG)
    Das ganze ist nett aber weder neu noch extrem innovativ.Die Röhren gibt es bei jedem LED Leuchtmittelshop,ohne Steuerung.Ähnliche Systeme befinden sich im Strassenverkehr seit Jahren in der praktischen Erprobung (z.B.Demutstr in St. Gallen).Da dafür aber zuerst alle Leuchten einer Strasse auf LED umgestellt werden müssen dauert das noch - 20 Jahre bis das ganze überall ausgerollt wird.Es ist übrigens sehr fraglich ob LED Röhren oder gar Strassenbel. ohne solche Dimmung Ressourcen schonender sind
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    1. Antwort von A. Gasser (Alga)
      Wenn es fraglich sein soll, würde es mich interessieren wieso. Gibt es dazu wissenschaftliche Untersuchungen?
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