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Sonniges Wetter «Kein Ende der Trockenheit in Sicht»

Legende: Video Trockenheit im Wallis abspielen. Laufzeit 00:47 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 18.07.2018.

Da und dort hat es gestern Abend zwar heftig gewittert. In vielen Regionen der Schweiz ist es aber nach wie vor sehr trocken. SRF-Meteorologe Felix Blumer erklärt, ob die Trockenheit anhält.

Felix Blumer

Felix Blumer

Meteorologe, SRF

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Blumer ist seit 1994 Meteorologe und arbeitet seit 2004 bei SRF Meteo.

SRF News: Ist ein Ende der Trockenheit in Sicht?

Felix Blumer: Nein. Die Trockenheit hält an. Bis am Freitagmittag bleibt es weitestgehend trocken. Danach gibt es zwar Niederschläge und Gewitter. Lokal können diese recht kräftig ausfallen, und vor allem am Samstag wird es voraussichtlich verbreitet nass.

Die Feuchtigkeit muss in die Böden eindringen können.

Aber die Niederschlagsmengen sind mit zehn bis 20 Millimetern gering. Stattdessen müssten wir zwischen 50 und 100 Millimeter Regen haben und langanhaltende Niederschläge.

Warum braucht es das?

Die Feuchtigkeit muss in den Boden kommen. Kurze Gewitter sind in der Regel nur oberflächenaktiv. Das bedeutet, dass die Oberfläche nass wird, viel Wasser aber wieder verdunstet, ohne dass die Feuchtigkeit in die Böden eindringen kann.

Wie stark ist die Trockenheit im Vergleich zu den Vorjahren?

Eine ähnliche Situation haben wir 2006 erlebt, als vor allem der Juni und Juli sehr, sehr trocken waren. Vielerorts durfte man am 1. August kein Feuerwerk zünden und keine Feuer entfachen.

Und wie sieht der Vergleich mit dem Hitzesommer 2003 aus?

Damals war die Situation ähnlich wie jetzt. Es war auch schon im Frühling sehr trocken. Diese Trockenheit hielt in den Sommer hinein an. Von den Niederschlägen her gesehen, ist 2018 mit 2003 vergleichbar. Der einzige Unterschied ist, dass die Spitzentemperaturen dieses Jahr doch einiges tiefer sind, weil wir immer wieder Bisenlagen haben.

Das Gespräch führte Marc Allemann.

Tiefe Wasserstände in Seen und Flüssen

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Die Trockenheit wirkt sich auf die Pegel von Schweizer Gewässern aus. So seien etwa der Bodensee, der Zugersee, der Zürichsee und der Vierwaldstättersee sehr tief, sagt Edith Oosenbrug, Hydrologin beim Bundesamt für Umwelt. Gewisse Seen seien bis zu einem Meter unter dem Durchschnittswert für den Juli. «Bei den Flüssen sind die Thur, der Rhein und die Aare betroffen.» Noch nicht so tief seien die Gewässer, die von der Schnee- oder Gletscherschmelze beeinflusst würden, so etwa die Rhone im Wallis.

Ausserdem seien die Wassertemperaturen recht hoch, sagt Oosenbrug. «Mancherorts erreichen sie 24 bis 25 Grad.»

Lokal könnten die tiefen Wasserstände zu Problemen führen. In manchen Kantonen würden jetzt schon Wasserentnahmeverbote gelten. «Für die Landwirtschaft ist das sicher ein Thema», erklärt Oosenbrug.

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31 Kommentare

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  • Kommentar von jean-claude albert heusser (jeani)
    Und jetzt wäre auch noch ein Verbot für die "unsinnige private 1,August Knallerei" angebracht, weil es eine "Wasservergeudung" wäre um die möglichen Bände zu löschen
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  • Kommentar von René Lüthi (Ron)
    In Capetown mussten wir Menschen per Gesetzt gezwungen werden mit dem Wasser sorgfältig umzugehen. Wir haben es trotzdem verschwendet, bis uns die Stadt das Wasser abstellen musste um es nicht zu verschwenden. Die Schweiz ist der grösste Rescourcenverschwender der Welt, spiegeln die Medien. Mensch o Mensch, verdienst du den blauen Planeten überhaupt?
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  • Kommentar von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
    Wenn man im TV + auch real auf den Feldern etc. sieht, wie bewässert wird, verwundert es nicht, dass bei dieser Trockenheit das Wasser zu versiegen droht. Überall wird von oben her + aus ca. 3 m Höhe bewässert + gesprüht. Bis das Wasser auf der Erde auftrifft, ist es zu einem grossen Teil bereits in der heissen Luft verdunstet. Dripping-Irrigation wäre ein Lösungsansatz - aber offenbar will das keiner, obwohl man es schon längst weiss - USA lassen grüssen - Dann aber bitte nicht jammern...
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    1. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Esther Siefert: Wenn man sieht, wie Private ihren Rasen trotz Wasserknappheit immer noch spritzen und das Auto waschen muss man sich fragen, was wichtiger ist: Genug zu essen oder einen grünen Rasen und ein sauberes Auto.
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    2. Antwort von Samuel Nogler (semi-arid)
      So schlecht sind die Sprühbewässerungen nicht, Frau Siefert, obwohl die Tröpfchenbewässerung natürlich effizienter sind. Wegen den seltenen Trockenperioden in der Schweiz, lohnt sich diese teure Anschaffung nicht und ist meist auch nicht notwendig; wie auch keine flächendeckende Bewässerung bei uns notwendig sein wird. Viel effizienter wäre übrigens Mulch auf den Feldern (grünes Wasser speichern, statt blaues Wasser zuführen), in der Schweiz aber weiterhin kaum umgesetzt.
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    3. Antwort von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
      Danke Herr Nogler für Ihre Erklärung...
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