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Schweiz Späte Ehre für Hitler-Attentäter Bavaud

Vor genau 75 Jahren versuchte der junge Neuenburger Theologie-Student Maurice Bavaud, Hitler in München zu töten. Das Attentat misslang, Bavaud wurde hingerichtet. In München wird er nun geehrt – und auch in der Schweiz fordern dies Politiker.

22 Jahre jung war Maurice Bavaud, als er nach Deutschland reiste. In seiner Jackentasche hatte er eine Pistole und Patronen. Am 9. November 1938 schaffte er es tatsächlich, nahe an Hitler heranzukommen. Aber eben nicht nahe genug, um ein Attentat zu verüben.

Undatierte, schwarzweisse Porträtaufnahme des jungen Neuenburgers.
Legende: Maurice Bavaud. Keystone Archiv

1941 in Nazi-Gefängnis hingerichtet

Doch auch wenn sein Plan scheiterte: Der Mut und die Aufrichtigkeit Bavauds seien beeindruckend, sagt der St.Galler Ständerat Paul Rechsteiner. Hitler und das Nazi-Regime hätten nicht derart aufsteigen können, «wenn es mehr Menschen wie ihn gegeben hätte», so der SP-Politiker gegenüber SRF.

Die Schweizer könnten stolz darauf sein, dass der wohl erste Hitler-Attentäter ein Landsmann war, findet Rechsteiner. Doch in seiner Heimat geriet der Neuenburger, der 1941 in einem Nazi-Gefängnis hingerichtet wurde, zwischenzeitlich in Vergessenheit.

Erst vor fünf Jahren wurde Maurice Bavaud in einer Erklärung des Bundesrates gewürdigt. In München findet nun eine Gedenkveranstaltung für ihn statt, an der auch Paul Rechsteiner teilnehmen wird. Für den Politiker ist Maurice Bavaud auch heute noch ein Vorbild. Die Geschichte von Maurice Bavaud lehre einen, dass es immer wieder Handlungsspielräume gebe. «Es kommt auf den Menschen an – auf seine Zivilcourage.»

Bavaud-Strasse in Zürich?

Zu reden gab Maurice Bavaud diese Woche auch im Züricher Gemeinderat. Das Parlament der grössten Schweizer Stadt forderte bereits vor einiger Zeit, einen Platz oder eine Strasse nach ihm zu benennen. Doch die zuständige Kommission der Stadtverwaltung sperrt sich dagegen: schliesslich gebe es keinen Zürcher Bezug zu Maurice Bavaud.

Dieses Argument lässt der grüne Gemeinderat Simon Kälin nicht gelten. Schon heute gebe es nämlich in Zürich zahlreiche Ehrungen für auswärtige Persönlichkeiten. Kälin nennt die Generäle Wille oder Guisan, nach denen Zürcher Strassen benannt seien. Kälin findet, da sei es doch nur angemessen auch jenen Mann zu würdigen, der Hitler töten wollte – und dabei sein eigenes Leben opferte.

16 Kommentare

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  • Kommentar von Marianne Stirnemann, 8404 Winterthur
    Höchste Zeit, etwas gut zu machen. War schon lange fällig.
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  • Kommentar von Fadri Pitsch, 8004 Zürich
    @KAthriner@Dreier. Die Antwort heisst Revisionismus.Es gibt keine Tolleranz wie 1939 angefangen hat. Hoffe, dass so eine Katastrophe nie mehr uns trifft. Darum finde ich Ihre Artikel sehr heikel und zynisch. Politisch korrekt zu sein Herr Dreier ist hier nicht gefragt und nicht erlaubt. Herr Kathriner ist unklar und schwammig. Nicht immer müssen es die anderen sein. Vermute,dass bei einem Charismatischen Menschen auch heute die Massen blind folgen würden.Aufklärung ist an der Zeit, dringend.
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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Paul Rechsteiner sagt: Hitler und das Nazi-Regime hätten nicht derart aufsteigen können, «wenn es mehr Menschen wie ihn gegeben hätte». Könnte heutzutags nicht mehr geschehen, Rechsteiners Partei gehört doch auch zu Denen, die den Schweizern alle ihre Schusswaffen wegnehmen möchten. Aber die Zeiten haben sich ja auch geändert, heute erschiesst man unbeliebige Leute medial, das ist moderner und hinterlässt keine Blutspuren.
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    1. Antwort von Albert Planta, chur
      Da bin ich nicht so sicher. Heutzutage gibt es wohl nicht mehr viele Holocaust-Lügner, aber die Rechtsnationalen stellen viel weniger schlimme Ereignisse heutiger Tage auf die gleiche Stufe wie Nazigreueltaten. Z.B. Ias ich kürzlich hier in einem Kommentar der Obama wäre der neue Hitler.
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