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Pascale Bruderer (vorne), Anita Fetz (links) und Géraldine Savary.
Legende: Die SP verliert drei Schwergewichte im Ständerat: Pascale Bruderer (vorne), Anita Fetz (links) und Géraldine Savary treten nicht mehr zur Wiederwahl an. Keystone
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Spannende Ständeratswahl 2019 Kommt es zur grossen Zeitenwende im Stöckli?

Im Herbst wählt das Schweizer Stimmvolk ein neues Parlament. Dabei könnten die Kräfteverhältnisse neu geordnet werden. Gerade im Ständerat könnte die Wahl spannend werden, meint Politologe Claude Longchamp. Im Gegensatz zum eher rechten Nationalrat könnten zurzeit im Ständerat auch von links her Mehrheiten gebildet werden.

Die SP hat aktuell 12 Sitze in der kleinen Kammer inne. Zusammen mit den Grünen, der CVP und der BDP ist eine Mitte-links-Mehrheit möglich. Doch die Hälfte der SP-Fraktion im Ständerat tritt im Herbst nicht erneut zur Wahl an.

«Wahrscheinlich ist die SP heute mit zwölf Sitzen doch ans Limit gekommen. Es zeichnen sich Verluste in einzelnen Kantonen ab. Beispielsweise im Kanton Aargau, wo der Sitz eher unüblich an die SP gegangen war, denke ich, wird es eine Rückwärtsentwicklung geben», meint Longchamp.

Legende: Video Claude Longchamp: «Es zeichnen sich für die SP Verluste ab» abspielen. Laufzeit 00:15 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.01.2019.

Verluste nach langem Aufstieg

Die Sitzverluste der Linken kämen einer Trendwende gleich. Denn seit den Wahlen 1991 konnte die SP ihre Sitze stetig ausbauen. Von drei vervierfachte sie ihre Sitze auf heute zwölf. Die Verluste könnten die SP treffen, meint Longchamp. Sinnbildlich gesprochen sässe die SP zurzeit manchmal am Steuer des Motorrades Ständerat. Nach den Wahlen könne es gut sein, dass sie eher im Seitenwagen mitfahre.

Wahrscheinlich ist die SP heute mit zwölf Sitzen doch ans Limit gekommen.
Autor: Claude LongchampPolitologe

Hinzu komme, dass der Ständerat generell mehr Gewicht habe als der Nationalrat, so Longchamp. «Man weiss aus Untersuchungen, dass der Ständerat insgesamt mehr Gewicht hat in der Differenzbereinigung, aber auch mehr Gewicht hat, wenn er als Erstrat berät und damit die grundsätzliche Stossrichtung einer Gesetzesrevision vorgeben kann.»

Legende: Video Claude Longchamp: Die FDP als natürliches Zentrum abspielen. Laufzeit 00:15 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.01.2019.

Neues Zentrum bei der FDP

Wer bei den Wahlen Sitze im Ständerat ergattern kann ist noch unklar. Doch Longchamp hält Gewinne der FDP für möglich. «Die FDP könnte nach 2019 in der komfortablen Situation sein, dass sie in allen drei Räten, also in der Exekutive, und in der Legislative, quasi das natürliche Zentrum ist und sich von daher eine Politik entweder mit rechts oder mit links realisieren lässt.»

Legende: Video Claude Longchamp: Schwierig für die SP, Allianzen zu finden abspielen. Laufzeit 00:28 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.01.2019.

Die Gewichte im Ständerat könnten sich also etwas nach rechts verschieben. Am ehesten würde dies die Mitte stärken, meint Longchamp. «Gut möglich ist, dass eine Sitzverschiebung eine Stärkung der Mitte bringt und damit auch eine Stärkung der Regierungspolitik bringen würde, die stärker als im Nationalrat auf das Zentrum ausgerichtet ist.»

Gut möglich ist, dass eine Sitzverschiebung eine Stärkung der Mitte bringt.
Autor: Claude LongchampPolitologe

Die bisherige Dynamik im Ständerat könnte sich also ändern – sofern das Schweizer Stimmvolk dies im Herbst an der Urne auch wirklich will.

Legende: Video Wahljahr 2019: Karten im Ständerat könnten neu gemischt werden abspielen. Laufzeit 01:58 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.01.2019.

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Willi Zimmermann (70+ und kein bisschen weiser)
    Man sollte die SP nicht isoliert betrachten: Die Trendwende ('grosse Zeitwende') hat eigentlich schon 2015 stattgefunden: SP (+1), Grüne (-1) und GLP (-2) zugunsten FDP (+2). Gelingt der GLP der Wiedereinstieg? Tritt Werner Luginbühl für die BDP noch einmal an? Kann die CVP an die 13 Sitze von 2011 und 2015 anknüpfen? Können die Grünen wieder zulegen? Die Mitte-Links-Mehrheit hängt auch vom Erfolg von 2 Parteien ab, die 2015 Sitze verloren haben, sowie von 2 Parteien mit einem Fragezeichen.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (jolanda)
    Ein(e) Ständerat(in) muss alle Menschen im Kanton ideologielos aber sachlich im Stöckli vertreten. Frau Bruderer hat dies u.a. sehr gut gemacht. Extreme linke und sture Parteipolitik und Abstimmungsverhalten sind leider in oder bei SP-Leuten viel eher erkennbar, als bei bürgerlichen Kollegen(innen)! Auch an Toleranz und Akzeptanz anderer Meinungen, bereitet den Linken oft grosse Mühe! Darum: Weniger links/grüne SR wäre gut im Stöckli!
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    1. Antwort von Hanspeter Stüssi (HolyBrisco)
      Genau meine Meinung. Als parteiloser Wähler gab ich Frau Bruderer bei den letzten Wahlen meine Stimme. Als pragmatische Politikerin hat sie einen sehr guten Job gemacht. Herr Wermuth wird meine Stimme mit Sicherheit nicht bekommen.
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    2. Antwort von Mark Stalden (Mark)
      Ja schon Deprimirend nicht hat die SVP nichts zu sagen im National Rat. Wenn sie von Toleranz und Akzeptanz reden da ist ihre Partei nicht gerade Führend.Von ideologie diktiert vom Übervater wollen wir gar nicht Sprechen. Es werden sich schon Gute neue Kandidaten finden und dann wird abgestimmt und nicht Bestimmt wie ihn der SVP.
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    3. Antwort von Rolf Bolliger (jolanda)
      Selbstverständlich darf man hier im SRF-Forum jeweils unter "antworten" einen Kommentar "belehren" oder "kritisieren"* Nur, geehrter Herr Stalden, aus Ihren Sätzen (heute um 08:31 h)kann ich mit dem besten Willen und grösster Anstrengung keinen Sinn zum Thema oder zu meiner Aeusserung herauslesen! Es geht im Bericht um die SP-Mitglieder im Ständerat und nicht um die SVP im Nationalrat, in dem sie die stärkste Fraktion bildet!
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    4. Antwort von U. Salzmann (pfefferusalz)
      Herr Stalden hat seinen Kommentar vielleicht etwas umständlich formuliert, aber ich kann ihn gut verstehen. Sie vertreten wie gewohnt ihre einseitige Sicht gegenüber linksgerichteten Politikern. Was aber die mangelnde Toleranz anderer Meinungen anbelangt, so ist diese besonders bei rechtsgerichteten Parteien, vorallem bei der SVP zu beobachten.
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  • Kommentar von Jürg Häusermann (Ebenda)
    Überall, wo eine gut funktionierene Marktwirtschaft herrscht, ist der Wohlstand am höchsten. Für Wohlstand ist die FDP sehr wichtig, für Demokratie und Eigenständigkeit die SVP.
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    1. Antwort von Aurel Specker (Auspec)
      Ja, eine gut funktionierende Marktwirtschaft = Wohlstand.
      Aber steht die FDP dafür? Zum Teil sicherlich nicht!

      Für eine funktionierende Marktwirtschaft braucht es Regeln und Kontrollen, sonst sind in Preisen keine externen Schäden/Risiken eingerechnet, und der Wohlstand geht für alle kaputt.
      Gegen solche Kontrollabgaben sträubt sich die FDP, nur wenn z.B. die Klimaschäden der Aviatik endlich abgegolten werden, kann man von einer funktionierenden Marktwirtschaft sprechen.
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    2. Antwort von Patric Huber (Patric Huber)
      Die SVP ist vieles aber steht sicher nicht für Demokratie!
      Eher für Blendung der Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz. Politisiert wird gegen Soziale Sicherheit, Arbeitnehmer/innen und Bildung.
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    3. Antwort von Samuel Müller (Samuel Müller)
      Herr Huber. Das die SVP gegen Demokratie sei, ist doch Chabis. Gienge es nach der Linken würde man sich heute vielleicht noch der einst funktionierendsten Demokratie erinnern.
      Ich bin kein SVP Fan, aber das Dilemma ist doch, dass die SVP in den letzten Jahrzehnten die einzige Partei war die in den Themen Europa und Ausländer realistische Linien verfolgt hat, wie sich heute heraus stellt.
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    4. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      "Überall, wo eine gut funktionierene Marktwirtschaft herrscht, ist der Wohlstand am höchsten" Nur: Wohlstand von wem? Es reicht nicht Wohlstand für wenige und bittere Armut für viele, zB für AHV-Bezüger, Alleinerziehende, Working poor. Was haben SVP und FDP in den letzten Jahren für diese Menschen konkret gemacht? Mindestlohn abgelehnt, flankierende Massnahmen abgelehnt und ausgehöhlt, AHV geschwächt, IV-Rentner die IV entzogen, Steuern für Reiche gesenkt und dafür für den Mittelstand gehoben,..
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