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Sprachbarrieren im Spital Wer soll für Dolmetscher zahlen?

Dolmetschereinsätze in Spitälern nehmen zu. Unklar ist, wer die Rechnung dafür übernehmen soll.

Legende: Audio Die Kosten der Sprachbarriere abspielen. Laufzeit 1:19 Minuten.
1:19 min, aus HeuteMorgen vom 09.01.2018.

Somalisch, Tamilisch, Russisch oder Portugiesisch – Sprachbarrieren sind im Spitalalltag ein grosses Problem. Es besteht die Gefahr, dass ein Patient nicht versteht, was eine Diagnose bedeutet oder dass eine Patientin einer Behandlung nicht zustimmt, weil sie nicht weiss, worum es geht.

Um dies zu vermeiden, greifen die Spitäler auf Dolmetscher zurück. Und das immer häufiger: Im Schweizer Gesundheitswesen fanden 2016 fast doppelt so viele interkulturelle Dolmetschereinsätze statt wie noch 2008.

Es sei deshalb an der Zeit, dass die Finanzierung dieser Übersetzungsdienstleistungen einheitlich gelöst werde, sagt Daniel Dauwalder vom Bundesamt für Gesundheit: «Dieser Handlungsbedarf besteht sicher. Wir prüfen zurzeit, wie die Finanzierung von Dolmetscherdiensten einheitlich geregelt werden könnte.»

Krankenkassen sind sehr kritisch

Momentan ist die Lage je nach Kanton und Spital unterschiedlich geregelt. Meist tragen die Spitäler die Kosten selbst, teilweise beteiligen sich die Kantone. Bei der Suche nach einer schweizweit einheitlichen Handhabe steht nun zur Diskussion, ob die Dolmetscherkosten als Krankenkassenleistung in die Grundversicherung aufgenommen werden.

Momentan sind die Krankenkassen nicht dazu verpflichtet, die Kosten zu übernehmen. Sie stehen der Idee denn auch sehr kritisch gegenüber.

Wann das Bundesamt für Gesundheit (BAG) einen Vorschlag zur einheitlichen Finanzierung präsentiert, ist noch nicht bekannt.

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51 Kommentare

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  • Kommentar von jon furst (danicvet)
    Wer hier lebt,soll eine landesübliche Sprache lernen.Meine Eltern, ex-Jugos,mit 4 Jahren Grundschule haben es auch geschafft.KEIN Verständnis habe ich für jene,welche nach x-Jahren keine zehn Sätze zustande bringen.Ein immer grösser werdendes Problem ist der "Familiennachzug" aus den osteuropäischen Ländern.Da werden ältere, medizinisch und pflegebedürftige Familienangehörige in die Schweiz, zur "Betreuung" geholt und verursachen unvorstellbare Kosten. Und jetzt stellt mich in die braune Ecke!
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    1. Antwort von robert mathis (veritas)
      jon furst Danke für Ihre Offenheit,vielleicht hilft das den Blauäugigen auf die Spur wenn sie von echten Betroffenen die Meinung lesen.In welche Ecke man gestellt wird ist unwichtig Hauptsache man kann sich im Spiegel sehen ohne schlechte Gedanken.
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    2. Antwort von Udo Gerschler (UG)
      Danke das Sie es auf den Punkt gebracht haben.
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    3. Antwort von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
      "jon furst, Sie bringen es genau "auf den Punkt": Wer elementarste Integration der eingewanderten Migranten (zB.: Sprachkenntnisse!) fordert, wir von der "Gutmensch-Industrie" sofort in eine "braune Ecke" gestellt! Die meisten Parteien, die Hilfswerke, die falschhumanistische Sozial-Industrie und vorallem die Medien, tabuisieren solche Integrationsmankos und verunglimpfen lieber die wählerstärkste Partei, die schon seit vielen Jahren in dieser Hinsicht Klartext spricht!
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    4. Antwort von Manuela Fitzi (Mano)
      Danke, dass Sie dies geschrieben haben! Schade: Seit dem Vormittag warte ich auf die Veröffentlichung meines Kommentars, der genau ins gleiche Horn blast: ich, Migrantin, qualifiziere es als Märli, dass Migranten nach langjährigem Aufenthalt die Sprache nicht lernen können. Aber eben... Die Netiquette... ahm... in Diktaturen nennt sich dies Zensur. ;)
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    5. Antwort von martin blättler (bruggegumper)
      Keine Angst,Herr Furst.Ihre Aussage ist kein braunes Gedankengut,es ist die Auffassung,die in unsere Solidargemeinschaft aufgenommene Bürger haben sollten und äussern dürfen.
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    6. Antwort von Morena K. (Morena)
      Was für ein hanebüchener Quatsch, Herr Bolliger. Wer denn sonst als Hilfswerke und Integrationsstellen mit ihren Mitarbeitenden versucht das Angebot an erschwinglichen, niederschwelligen Deutschkursen (bspw. für Mütter mit Kinderbetreuung) zu erhalten, während in einem um den anderen Kanton gerade diesen Trägern von rechter Seite die Leistungsaufträge und Budgets gekürzt werden? Von rechts wird gepöbelt und gefordert und gleichzeitig sabotiert, woran echte Macher längst erfolgreich arbeiten.
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    7. Antwort von Manuela Fitzi (Mano)
      Morena K., Ihre Behauptung gehört in die von Ihnen selber aufgestellten Kategorie (1. Satz). Ich arbeitete mit Migrantenkindern, 1. bis 3.(!)Gen. Im Elterngespräch musste ich mit meinem Englisch glänzen und zwar nicht nur bei ehem. Asylanten, sondern auch sehr wohl bei den Expat-Mamas auch. Und in den Integrationskursen unterrichten mehrheitlich unqualifizierte Kursleiter, weil dieser Job unterbezahlt/ehrenamtlich ist. Ich kenne Krankenschwe., Dr.Naturwissensch., sich langweilende Hausfrau...
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    8. Antwort von robert mathis (veritas)
      Mano ich denke nicht dass Hr.Quatsch redet viele Mitmenschen sind geblendet von den vorgegaukelten idealen Zuständen oder wollen sie einfach so sehen,die Realität ist leider ganz anders.Frau Morena mit unsachlichen Unterstellungen werden keine Probleme gelöst zudem so ideal wie Sie die Situation darstellen seitens der Hilfswerke ist sie leider nicht im Alltag , nach meinen Erfahrungen wird viel geredet und versprochen aber wenig getan.
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    9. Antwort von Manuela Fitzi (Mano)
      Um die Diskussion kurz zu schliessen, könnte man eine Studie starten: 6 Mte. lang 3 Stunden deutsche Sprache lernen. Kontrollgruppe A mit Belohnung aber völlig selbständig, Gruppe B ohne spezielle Belohnung im jetzigen Integrationssystem bleibend. Um es repräsentativ zu gestalten, sollte die Gruppengrösse einige Hunderte betragen. Wetten, dass diejenigen mit konkreter Belohnung (Geld) das Ziel erreichen?
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Sollte das soweit kommen, dass Dolmetscher-Entlöhnungen für fremdsprachige Patienten in die Grundversicherungsleistungen der Krankenkassen aufgenommen werden, wird einmal mehr unser Land zur Lachnummer! Weltweit werden unsere Dienstleistungen und die Angebote an Migranten, einmalige Höchst-Standarte erreichen! Prämienzahler(innen), die Jahrzehnte lang Tausende von Franken in die K-kassen einzahlten, werden zu reinen "Melk-Kühe" für jene, die unsere Sprache nicht lernen und überall profitieren!
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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Für Niedergelassene ist Integration Privatsache und Sprachkenntnisse dürfen vorausgesetzt werden. Für Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene zahlt der Bund oder Frau Somaruga. Touristen müssen entsprechend versichert sein. Dem schleichenden Missbrauch unserer Sozialwerke (hier KK) gehört umgehend Einhalt geboten.
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