Hier spielte die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft einst Länderspiele. Hier fanden grosse SRF-Shows statt: «Die grössten Schweizer Hits», Vorausscheidungen zum Eurovision Song Contest, auch «Die grössten Schweizer Talente» oder «The Voice of Switzerland». Hier traten Musikgrössen auf wie Lys Assia, Chris de Burgh oder DJ Bobo.
2024 ist der Glanz von alten Zeiten in der Bodensee-Arena in Kreuzlingen im Kanton Thurgau verflogen. Die Arena, direkt am Bodensee und an der deutschen Grenze zu Konstanz gelegen, wird heute für Breitensport und Schulen genutzt. Nun soll sie für rund 27 Millionen Franken saniert und modernisiert werden.
Der Zustand der grössten Eventhalle des Kantons ist mehr schlecht als recht. Die Gründe, warum eine Sanierung nötig ist, sind mannigfaltig: Die Eishalle ist ungenügend gedämmt, Energie fliesst ungehindert ab, die Brandschutzvorschriften werden bei vollem Betrieb nicht erfüllt und die technischen Anlagen erreichen das Ende ihrer Lebensdauer.
Energiekosten sollen sinken
Zudem fehlen Garderoben und Lagerräume. Darum stehen auf dem Gelände seit ein paar Jahren Container als provisorische Lösung. Auch Gruppenunterkünfte für Sportvereine oder Trainingsmöglichkeiten neben dem Eis sind nicht vorhanden.
Mit der Sanierung und Modernisierung für geplante 26.67 Millionen Franken sollen diese Mängel behoben werden. Eine neue Trainingshalle, eine Gruppenunterkunft und Garderoben stehen auf dem Projektplan. Zudem soll das Areal der Bodensee-Arena künftig mit Photovoltaikanlagen und Geothermie versorgt werden.
Sonst würde uns die Gebäudeversicherung den Laden dichtmachen.
Momentan liegen die Energiekosten bei rund 600'000 Franken pro Jahr. Neben der Haupthalle soll auch das Ausseneisfeld saniert werden. Auch so soll Energie gespart werden. Und: Künftig steht neben der grossen Halle eine zweite Eishalle zur Verfügung, womit die grosse Halle mehr frei ist für andere Veranstaltungen.
-
Bild 1 von 2. Die Bodensee-Arena wurde 1977 eröffnet. Die Gebäude bestehen momentan aus einer Eishalle ... Bildquelle: ZVG/Philipp Uricher.
-
Bild 2 von 2. ... und einem Ausseneisfeld mit Zeltdach. Auch dieses soll zu einer komplett geschlossenen Halle werden. Das letzte Wort hat die Stimmbevölkerung. Bildquelle: ZVG/Philipp Uricher.
Eigentümerin der Bodensee-Arena ist die Stadt Kreuzlingen. Stadtpräsident Thomas Niederberger sagt, die Sanierung sei nicht ganz freiwillig: «Wir haben Vorschriften der Gebäudeversicherung. Die Betriebsbewilligung läuft aus. Wir haben auch einen rechtlichen Druck, etwas zu unternehmen. Sonst würde uns die Gebäudeversicherung den Laden dichtmachen.»
Als Nächstes wird der Projektkredit im Gemeinderat behandelt, dem Kreuzlinger Stadtparlament. Eine Volksabstimmung ist für den Herbst 2025 geplant.
Unterstützung aus Deutschland
Für den Betrieb der sanierten Halle erhält Kreuzlingen Unterstützung von ennet der Grenze: Die deutsche Stadt Konstanz lehnte zwar einen Investitionsbeitrag von fünf Millionen Franken ab, sprach aber einen Zuschuss von 150'000 Franken für die jährlichen Betriebskosten. Diese liegen bei insgesamt etwa 1.1 Millionen Franken im Jahr.
Nach dem Umbau soll die grosse Halle wieder für Events und bis zu 4000 Personen zur Verfügung stehen. Für den Freizeitbetrieb sowie die Vereine und Schulen soll sich mit der Sanierung nichts ändern. Aber ob es nach der Modernisierung wieder zu grossen TV-Produktionen, Eishockeyländerspielen und Konzerten kommt?