Zum Inhalt springen

Header

Audio
Littering – Nebeneffekt der Corona-Krise
Aus HeuteMorgen vom 25.05.2020.
abspielen. Laufzeit 01:41 Minuten.
Inhalt

SRF-User zum Littering «Schämt euch!»

Das Tessin will handeln. In der Deutschschweiz wurde während Corona weniger gesündigt. Das haben auch SRF-User bemerkt.

Das Tessin schlägt Alarm. Während des Lockdowns waren viele Menschen in der Natur unterwegs – und haben dort ihren Müll hinterlassen. Der Abfall stapelt sich höher als vor Corona. So, dass es nun politische Vorstösse gibt.

Auch viele User der SRF-News-App machen in den Kommentaren ihrem Unmut Luft und schieben die Unart, Müll in der Natur zu entsorgen, auf die Erziehung, nicht auf Corona.

Wenn Leute ihren Abfall nicht richtig entsorgen, finde ich das eine Schweinerei. Und ich bin ganz klar dafür, dass das bestraft wird.
Autor: Markus HunzikerSRF-User

So schreibt Henriette Rub: «Ab einem unbestimmten Geburtsjahr hat man die Kids nur noch über ihre Rechte, nicht jedoch über Pflichten orientiert. So ist es mehr und mehr Mode geworden, auch Abfälle dort zu entsorgen, wo man gerade war.» Dabei habe man vergessen, dass man Abfälle einpacken und mit nach Hause nehmen könne.

Schämt euch!
Autor: Franziska BeetschenSRF-Userin

Beat Stocker fordert ein einheitliches Litteringgesetz. In Zeiten von Corona müsse insbesondere die unsachgemässe Entsorgung von gefährlichem Müll wie Schutzmasken hart gebüsst werden. «Es kann doch nicht sein, dass diese Gegenstände bei der Arbeit in geschlossenen Behältern entsorgt werden müssen, von Otto Normalverbraucher aber in der Landschaft verstreut werden.»

Bussen wirken besser, als dauernd auf Selbstverantwortung und das Gute im Menschen zu hoffen.
Autor: Thomas LeuSRF-User

«Schämt euch!» schreibt Franziska Beetschen. Thomas Leu schlägt ein Pfand auf Flaschen und Dosen und ein Bussgeld von 5000 Franken vor. «Dass ein Pfand funktioniert, zeigt Deutschland. Und viele Länder, sogar die USA, drohen mit hohen Bussen. Das wirkt viel besser als dauernd auf Selbstverantwortung und das Gute im Menschen zu hoffen und dabei zuzusehen, wie die Natur verdreckt wird.»

Mehr Littering. Wo denn? Hier in Zürich, Waid, Hönggerberg, Katzensee ist nichts.
Autor: U. HaenslerSRF-User
Ein Mann mit oranger Kleidung sammelt Abfälle vom Boden auf.
Legende: In Zürich hat sich das Littering an neue Hotspots verlagert. Keystone

Dass Littering ein schweres Vergehen ist, sind sich die User einig. Allerdings wird das Problem nicht von allen gleich wahrgenommen. Markus Hunziker etwa schreibt: «Ich bin viel in der Natur unterwegs, kann dieses Problem bei uns allerdings nicht so erkennen wie im Beitrag beschrieben.» Und auch Ernst U. Haensler sieht kaum Abfälle in der Natur: «Mehr Littering. Wo denn? Hier in Zürich, Waid, Hönggerberg, Katzensee ist nichts.»

Nicht mehr, aber woanders

Das könnte daran liegen, dass die Zürcher Räumungsequipen besonders fleissig sind. Denn gerade in der Stadt Zürich ist Littering während des Lockdowns zwar nicht mehr geworden – hat sich aber verlagert an neue Hotspots, so etwa rund ums Waidspital.

Auch der Sechseläutenplatz sei stark betroffen gewesen, nachdem Utoquai und Blatterwiese geschlossen blieben, sagt Daniel Eberhard, Mediensprecher von Entsorgung und Recycling Zürich. Das Fazit aus Zürich: Zunächst gab es weniger Littering, mit der Lockerung steigerte sich die Abfallmenge auf das Niveau von vor dem Lockdown.

Lockdown bringt Normalisierung

Auch in Basel ging die Menge mit dem Lockdown zurück. So wurde die Entsorgungsmannschaft halbiert, um das Ansteckungsrisiko zu vermeiden, wie Stefan Pozner, stellvertretender Leiter des Tiefbauamts BS erklärt. Wie in Zürich stiegen die Abfallmengen mit der Lockerung wieder und bewegen sich im normalen Rahmen.

In Bern habe es nicht mehr Müll gegeben, dieser sei jedoch auf grösseren Flächen verteilt worden, sagt Rolf Müller, Leiter Strassenreinigung und Winterdienst. Dies, weil aufgrund der Abstandsregel, grössere Flächen genutzt wurden. Ähnliches gilt für St. Gallen, wo sich die Abfallberge von der Innenstadt in die Naherholungsgebiete verlagert haben.

Zusammen aufräumen statt demonstrieren.
Autor: Rolf WysshaarSRF-User

Einen konstruktiven Vorschlag, das Problem in den Griff zu bekommen, hat SRF-User Rolf Wysshaar: «Das würde der Natur wirklich etwas bringen: anstatt Demos gemeinsames Aufräumen.»

HeuteMorgen vom 25.05.2020;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

22 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Aldo brändli  (aldo)
    Sackgebühren aufheben. Dann geht bei denen der grössere Teil des Abfalls in den Kehrichtsack und nicht in die öffentlichen Papierkörbe. Die Kehrichtmenge wird dadurch nicht geringer, denn die Verpackungen werden sich kaum verändern.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Aldo brändli: Ohne Abfallsackgebühr werden viele Haushalte wieder bequem werden und aufhören mit der Abfalltrennung. Dann wandern wieder Glas, Pet, Konservenbüchsen, Karton, Papier, Rüstabfälle, etc. in den Abfall. Die Kehrichtverbrennungsanlagen werden explodieren, weil sie die Mengen nicht mehr verarbeiten können. Der Anreiz zur Trennung war, neben dem Verursacherprinzip, der Hauptgrund für die Einführung der Abfallsackgebühr. Und es hat funktioniert.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Dieter Strub  (STR)
    Ich meine die meisten Kantone haben diesbezüglich Littering-Gesetze mit entsprechenden Bussen erlassen. Der Grosse Rat des Kt. Aargau z.B. hat im Juni 2019 mit 95 zu 24 Stimmen das Gesetz mit einer Einheits-Busse von 300.- verabschiedet.
    ABER was nützt ein Gesetzt wenn es von unseren Ordnungshüter nicht durchgesetzt wird.
    Offensichtlich ist deren Arbeit angenehmer beim anonymen Verteilen von Park- und Radarbussen als sich Diskussionen mit den Littering-Deliquenten zu stellen
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Verena Schär  (Nachdenklich)
      Ja, hallo. Die Ordnungshüter waren denke ich in den letzten Wochen auch anderweitig involviert.
      In der Region Lugano gibt es die Sackgebühr erst seit dem 1.01.2020. Ihr hattet genügend Zeit und habt es anscheinend auch nicht geschafft dieses Verhalten den Leuten abzugewöhnen.
      Ausserdem denke ich spielt die Corona-zeit auch ihre Rolle. Menschen waren, da alles geschlossen mehr im öffentlichen Raum unterwegs. Ausserdem waren sämtliche Eco-Center im Tessin geschlossen. Grünentsorgung ging nicht.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Ist reine Erziehungsfrage: Wie die Eltern so die Kinder. Jede(r) macht was er will und kümmert sich keinen Deut gegenüber seinen Mitmenschen: Sollen doch die Mitarbeitenden der Gemeinde, meine Nachbarn oder sonst irgendwer meinen Dreck aufräumen. Mindestbusse für Litteringvergehen: CHF 300.-- Bei Wiederholung CHF 1000.--
    Ablehnen den Kommentar ablehnen