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Ein Paukenschlag mit Ankündigung
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 23.10.2019.
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St.Galler Spitalschliessungen Ein Schock mit Ansage

Bereits seit dem Sommer 2018 wird die Frage der Spitalstandorte im Kanton St. Gallen heiss diskutiert. In Wattwil wurde damals ein neuer Bettentrakt eröffnet. Gleichzeitig wurde bekannt, dass verschiedene Spitalstandorte, darunter auch Wattwil, wegen finanziellen Schwierigkeiten überprüft werden sollen.

Der Verwaltungsrat der Spitäler schlug eine rein ambulante Versorgung an den Standorten Wattwil, Wil, Flawil, Rorschach und Walenstadt vor. Ganz so weit will die Regierung nun nicht gehen: Ein Notfallzentrum mit einigen wenigen Betten soll an den jeweiligen Standorten bestehen bleiben. Die medizinische Versorgung der Bevölkerung soll so sichergestellt werden.

Widerstand ist programmiert

Dass die Regierung weniger weit geht als vom Verwaltungsrat vorgeschlagen, ist vor allem als Beruhigungspille zu verstehen: Eine komplette Schliessung der Spitäler wäre politisch wohl kaum durchsetzbar.

Aber auch diese Vorlage des Regierungsrates wird es schwer haben. Die Spitalschliessungen müssen vom Kantonsrat und allenfalls auch vom Volk bestätigt werden. Ob dies tatsächlich passiert, ist aufgrund des bereits angekündigten Widerstandes in den Gemeinden zumindest fraglich.

Kostendruck steigt

Die Konzentration der medizinischen Leistungen ist auch die Folge von politischen Entscheiden. Der Bundesrat beschloss, dass per Januar 2019 verschiedene Eingriffe nur noch ambulant und nicht mehr stationär durchgeführt werden.

Dies spart Kosten, da der Patient nicht mehr im Spital übernachtet. Dem Spital fehlen jedoch die Einnahmen. Für den Kanton blieben zwei Optionen: Entweder Leistungen abbauen oder die Spitäler finanziell unterstützen, um die Defizite zu decken.

Die Konzentration der Leistungen auf wenige Standort macht jedoch nicht nur aus Kostengründen Sinn. Es geht auch um die Qualität der medizinischen Leistung: Ein Arzt, der häufig operiert, ist qualifizierter, als einer, der nur wenige Operationen durchführt. Kleinere Spitäler haben weniger Fälle und damit auch automatisch weniger Operationen.

Folgen bald weitere Kantone?

St. Gallen will die finanziellen Probleme mit der Schliessung der Spitäler in den Griff bekommen. Es ist nicht der erste Kanton, der Spitäler schliesst. Und aufgrund der politischen Voraussetzungen werden weitere Spitäler unter Druck kommen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass St. Gallen auch nicht der letzte Kanton bleiben wird.

Philipp Inauen

Philipp Inauen

Korrespondent Ostschweiz

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Philipp Inauen ist im Kanton Thurgau aufgewachsen. Er wirkte als Redaktor, Produzent und später Chefredaktor bei Radio Munot. Nach einem halben Jahr als Onlineredaktor bei Radio SRF wechselte Philipp Inauen im August 2012 intern zum Regionaljournal Ostschweiz. Seit 2016 ist er Ostschweizer TV-Korrespondent.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von E. Eisermann  (ecatweazle)
    Eine Gegendarstellung: ein Arzt, der viele OP's oder Behandlungen in seinem Fachgebiet macht, erzielt nicht unbedingt qualitativere Arbeit und Diagnosen.
    Mir sind mindetens 5 Fälle bekannt, wo die Patienten aufgrund mangelhafter Arztdiagnosen von Pontius bis Pilatus geschickt worden sind. Es gibt auch nicht nur gute Manager, wenn sie studiert haben. Es kommt vielmher auf die menschlichen Kompetenzen an. Zu hinterfragen sind die vielen Bauinvestitionen....
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