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Journalismus kostet etwas – ob in der Zeitung oder online
Aus Echo der Zeit vom 02.03.2021.
abspielen. Laufzeit 03:19 Minuten.
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Staatsgelder für die Medien Beissen die Medien die Hand, die sie füttert, Frau Sommaruga?

Die Medienwelt ist im Umbau: digitaler und individueller soll sie werden. Gleichzeitig schwinden die Einnahmen. Der Bundesrat will die wegbrechenden Werbeeinnahmen teilweise kompensieren und den Medien mit zusätzlichem Geld unter die Arme greifen.

Der Nationalrat hat die vom Bundesrat beantragten 30 Millionen Franken für die Förderung von Online-Medien gutgeheissen. Zusätzlich hat er über 100 Millionen für die indirekte Presseförderung gesprochen – weit mehr, als der Bundesrat wollte. Kritikern warnen vor Abhängigkeiten. Bundesrätin Simonetta Sommaruga widerspricht.

Simonetta Sommaruga

Simonetta Sommaruga

Bundesrätin

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Die SP-Politikerin Simonetta Sommaruga wurde im November 2010 in den Bundesrat gewählt. Seit Januar 2019 ist sie Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK).

SRF News: Ist das noch im Sinne des Bundesrats oder des Guten zu viel?

Simonetta Sommaruga: Bundesrat, National- und Ständerat sind sich einig, dass wir die Medien in dieser schwierigen Situation stärker unterstützen möchten. Sie sind wichtig für unsere Demokratie. Hier stimmen alle überein. Der National- und auch schon der Ständerat sehen bei der Sonntags- und Frühzustellung von Zeitungen eine zusätzliche Unterstützung vor. Das hatte der Bundesrat nicht angedacht.

Wir müssen schauen, dass es ein ausgeglichenes Paket gibt – vor allem zwischen den grossen Verlagshäusern und den kleineren, regionalen Medien. Diesbezüglich sind wir immer noch im Rahmen. Klar ist aber: Der Bundesrat hatte weniger Geld vorgesehen.

Die Befürchtung wird laut, dass die Medien die Hand, die sie füttert, nicht beissen wollen. Was entgegnen Sie diesen Kritikern?

Bundesrat und Parlament haben vorgesorgt. Es ist ganz klar, dass die Unabhängigkeit der Medien gewährleistet bleiben muss. Das ist zentral für die Demokratie. Deshalb schreibt das Parlament die Beträge, mit denen die Medien unterstützt werden, jeweils ins Gesetz.

Die digitale Transformation findet statt und Journalismus kostet etwas – ob in der Zeitung oder online.

Damit soll vermieden werden, dass bei der Budgetberatung Abhängigkeiten entstehen. Das wurde bisher schon bei der Unterstützung von Zeitungen und Zeitschriften so gehandhabt. Neu sieht das Parlament dies auch bei der Unterstützung von Online-Medien so vor.

Ist es im digitalen Zeitalter noch zeitgemäss, die Zustellung von gedruckten Zeitungen mit Dutzenden Millionen Franken zu fördern?

Untersuchungen belegen, dass Zeitungen nach wie vor relevant sind. Auch für die Meinungsbildung in der Bevölkerung sind sie enorm wichtig und werden das auch bleiben. Gleichzeitig wissen wir, dass sich junge Menschen zunehmend oder zum Teil praktisch ausschliesslich online informieren. Deshalb war es mir so wichtig, dass wir in diesem Medienförderungspaket auch eine Unterstützung für Online-Medien vorsehen.

Video
Sommaruga: «Man kann nicht den ganzen Tag von Digitalisierung sprechen und dann keine Unterstützung bei Online-Medien bieten»
Aus News-Clip vom 02.03.2021.
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Es kann nicht sein, dass man nur das Papier unterstützt und dort, wo sich vor allem junge, aber generell immer mehr Menschen informieren, keine Förderung stattfindet. Die digitale Transformation findet statt und Journalismus kostet etwas – ob in der Zeitung oder online. Deshalb braucht es diese Förderung.

Gegner sagen, gerade online brauche es keine staatliche Förderung. Im Internet könne man schliesslich alles finden, was man wolle.

Man findet tatsächlich sehr viel im Internet. Über eine Gemeindeabstimmung findet man dann aber wieder nichts. Es braucht die lokale und regionale Berichterstattung. Das ist in unserer Demokratie, wo wir auch in den Gemeinden und Kantonen abstimmen, ganz wichtig. Deshalb muss auch dieses Online-Angebot unterstützt werden. Berichterstattung kostet – gerade im kleineren, lokalen Kreis. Dort hat man noch weniger Möglichkeiten, sich mit anderen Einnahmen zu finanzieren.

Das Gespräch führte Gaudenz Wacker.

Video
Nationalrat will neu auch Online-Medien fördern
Aus Tagesschau vom 02.03.2021.
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Echo der Zeit vom 02.03.2021, 18 Uhr;

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24 Kommentare

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  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Wichtiger als subvenionierter Journalismus wären unabhängige Journalistenschulen und eine Quote für bei CH-Medien angestellte ausländische Journalisten (insbesondere Deutsche, die durch US-ausgerichtete Denkschulen und entsprechend gesponserte Studiengänge gegangen sind)!
    1. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      Von wo haben Sie das mit der US-ausgerichteten Denkschule und entsprechend gesponserter Studiengänge? Denn auf mich wirkt diese Aussage wie Propaganda die man sonst nur aus russischen oder chinesischen Quellen kennt.
  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Mir persönlich reicht es wenn wir mit Steuergeldern dafür sorgen, dass SRF sich auch weiterhin für eine ausgeglichene, faktenbasierte und wertschätzende Berichterstattung und Kommentarspalten bemüht.
    Ich finde - auch wenn mir SRF zu weit links und oft weit weg von der real gelebten Wirklichkeit steht- dass SRF einen guten Job macht, und sich damit von der Polemik einer Republik und Weltwoche abhebt, die ich ehrlich gesagt, nicht auch noch gefördert sehen möchte.
    1. Antwort von Daniel Müller  (Filter11)
      Herr Baron: SRF zu links? Mit diesen Aeschi Interviews, gefühlt jeden zweiten Tag? Und gelebte Wirklichkeit klingt doch sehr subjektiv. Die Republik ist ihnen sicher zu links und liberal. Aber dies als Polemik zu bezeichnen ist Unsinn. Ich persönlich finde es gut, dass kleinere Online-Medien unterstützt werden.
    2. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      @ Herr Baron: Seit ich denken kann höre und sehe ich die Sender des SRF und empfand es nie als links. Ich selbst bin Mittewähler, also weder links noch rechts. Ich bin mit Ihnen aber einig bei der Kritik an der Weltwoche.
    3. Antwort von Mattia Turra  (Matungus)
      Was meinen Sie mit "real gelebter Wirklichkeit", etwa Ihre eigene Sicht auf die Welt? Kein Portal dieser Welt kann dies Ihnen garantieren, ausser Sie werden selbst Verleger. "Zu links" ist auch Ansichtssache, gerade in der CH-Politik werden ― in meinen Augen ― die VertreterInnen aller Parteien kritisch beäugt.
  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    In einer Medienlandschaft in der die Kommentare zu Artikeln oft interessanter und meinungsbildender sind, sollte man die Qualität der Kommentarschreiber/-innen fördern und die willkürliche Löschung von Kommentaren unter eine neutrale Aufsicht stellen.
    1. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      Ich lese oft Leserkommentare in Zeitungen oder hier im Forum und kann ihre Meinung nicht teilen. Journalisten leisten sehr häufig eine gute Arbeit, so auch hier. Wenn Sie so schlecht über Beiträge von Medienschaffenden denken, warum lesen Sie Sie dann? Hier im Forum werden häufig Kommentare gelöscht weil Sie respektlos formuliert sind oder um es nett auszudrücken alternative Fakten enthalten.